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Medizinische Fakultät

Digitale Innovationen, die weiter wachsen

28.07.2026

Vier Jahre lang hat WueDive Raum für Experimente in der Hochschullehre an der Universität Würzburg geboten. Jetzt ist das Projekt beendet, zentrale Angebote bestehen jedoch weiter und wirken nachhaltig in die Zukunft.

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Mit einer interaktiven Abschlussausstellung hat sich das WueDive-Team verabschiedet. (Bild: Christoph Naumann-Zimmer)

Was passiert, wenn man Hochschullehre gezielt Raum zum Experimentieren gibt? An dieser Frage setzte WueDive an. Das Projekt an der Universität Würzburg ging im Jahr 2021 an den Start – als eines der ersten Projekte deutschlandweit, die von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre ermöglicht wurden. Ende 2025 lief die Förderung aus.

Über 300 Beteiligte aus allen Fakultäten und den zentralen Einrichtungen der Universität Würzburg haben in dieser Zeit an kreativen Ideen für zukunftsweisende digitale Lehre mitgewirkt.

„Immer mit dem Leitgedanken ‚Aus der Lehre, für die Lehre‘ haben wir Lehrentwicklungsprojekte rund um die Themen ‚Simulation‘ und ‚Künstliche Intelligenz‘ gefördert, erklärt der Projektkoordinator Berkan Yildiz. „Dabei sind aus der Praxis des Lehralltags neue kreative und interdisziplinäre Lösungen entstanden, von virtuellen Lernumgebungen bis zu KI-Reflexionscoaches.“

So etwa am Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie: Dort üben Studierende nun mithilfe KI-gestützter VR-Simulationen therapeutische Gespräche, erproben unterschiedliche Strategien und reflektieren ihr Handeln datenbasiert, um praxisorientiertes Lernen gezielt zu vertiefen.

Medienpraxis am ZBL

Die durch WueDive angeregte Kultur des gemeinsamen Lernens und Gestaltens trägt nun das Zentrum für wissenschaftliche Bildung und Lehre (ZBL) weiter.

Beispielsweise freut sich Cathrin Paulsen darauf, die „Toolbox“ jetzt weiter wachsen zu sehen, in deren Entwicklung viel Zeit und viel Liebe zum Detail geflossen sind. „Die Toolbox ist eine universitätsinterne Mitmach-Plattform auf WueCampus. Dort finden Lehrende bewährte Methoden, Ressourcen, Best Practices und Lehr-Lern-Konzepte aus der Lehre verschiedenster Fachrichtungen“, erklärt Paulsen. Sie betont: „Insbesondere durch eigene Beiträge der Lehrcommunity entsteht ein wachsendes Netzwerk aus Praxiswissen und Inspiration.“ Die Inhalte stehen inzwischen auch auf Englisch zur Verfügung.

Ein umfangreicher Geräteverleih ist ein weiteres Ergebnis der WueDive-Arbeit. Vom Podcast-Set über VR-Brillen bis zum Video-Equipment können Lehrende und Studierende hier nun über ein Buchungsportal kostenfrei Technik ausleihen, um digitale Szenarien auszuprobieren und weiterzuentwickeln. Zukünftig steht außerdem am ZBL ein Video- und Podcast-Studio zur Verfügung.

In direkter Nachbarschaft zum Geräteverleih, im Josef-Martin-Weg 54/1 am Campus Hubland Nord, ergänzt der Kreativ- und Mediennutzungsraum „Treffpunkt 108“ das Angebot am ZBL. „Wir möchten das produktive Wohnzimmer am Campus sein“, beschreibt Dr. Christoph Naumann-Zimmer die Idee hinter dem Konzept: „Bei der Ausstattung haben wir darauf geachtet, dass der Raum kreatives und experimentelles Arbeiten fördert – analog, hybrid und auch mit digitalen Tools. Reservieren können den Raum alle Universitätsangehörigen kostenfrei.“

Neben der Verstetigung der Projektergebnisse – Toolbox, Geräteverleih und Treffpunkt 108 – werden auch die Weiterbildungs- und Beratungsangebote am ZBL in der „Medienpraxis“ fortgeführt und ausgebaut.

Und an den Fakultäten?

„Lehre muss sich ständig ändern, weil Studierende sich ständig ändern“: So beschreibt Professor Jorit Wintjes seine Motivation, ein Lehrprojekt mit WueDive anzugehen. Es ist eins von über 60 WueDive-Teilprojekten, in denen digital gestützt Lehr-Lernformate erprobt, gestaltet und weiterentwickelt wurden. Die Projekte brachten Lehrende und Studierende zusammen, förderten Kompetenzen und schufen neue Verbindungen zwischen den universitären Statusgruppen.

Dr. Daniel Gromer vom Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie hebt die Arbeitskultur von WueDive als besonders positiv hervor. Erst die „niedrigschwellige und unkomplizierte Unterstützung“ habe den Ausschlag gegeben, eine Projektidee, die er und sein Team zur Verbesserung der psychotherapeutischen Ausbildung hatten, einfach mal anzugehen und auszuprobieren.

Bei der Auswahl der Teilprojekte wurde die Anwendungsvielfalt der Fächer und bestehender Lehrformate ebenso berücksichtigt wie die pädagogisch-didaktische Modellierung, um eine nachhaltige Integration digitaler Elemente in den Lehralltag zu ermöglichen.

Eine abschließende Online-Publikation (PDF) wirft einen Blick auf die Vielfalt der WueDive-Teilprojekte und zeigt, welche didaktischen Fragestellungen, Ziele und digitalen Ansätze sie verbinden. Gemeinsam mit der Toolbox macht sie die im Projekt entstandenen Erfahrungen und Good Practices dauerhaft zugänglich und für die Lehrcommunity nutzbar.

Links

Zu den zentralen Projektergebnissen von WueDive

Zur Website des Teams „Medienpraxis“ am ZBL

Von Marie Gutermuth-Klein (ZBL)

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