Professionelle Identitätsentwicklung im Medizinstudium
Die ärztliche Ausbildung umfasst mehr als den Erwerb diagnostischer und therapeutischer Fertigkeiten. Im Zentrum steht die professionelle Identitätsentwicklung (PIE) – die Entwicklung einer reflektierten ärztlichen Haltung, die fachliche Kompetenz mit Kommunikation, Verantwortung und gesellschaftlicher Einordnung verbindet.
Diese Kompetenzen sind longitudinal und fächerübergreifend im Curriculum verankert. Studierende werden kontinuierlich dabei unterstützt, ihre Rolle als Ärztin bzw. Arzt zu entwickeln und in einem komplexen sowie sich wandelnden Gesundheitssystem sicher zu handeln.
Die Entwicklung wird durch Kompetenzkonferenzen mit Reflexionsanteilen begleitet, die zentrale Themen über alle Studienabschnitte hinweg aufgreifen: von Lernorganisation und Umgang mit Belastung im vorklinischen Abschnitt über den Umgang mit schweren Krankheitsverläufen im klinischen Studium bis hin zu Teaminteraktion und Rollenverständnis im Praktischen Jahr.
Ein weiterer Baustein sind formative Assessments mit strukturiertem Feedback, die die Reflexionskompetenz gezielt fördern. Ergänzend erfolgt eine standardisierte Rückmeldung sozialer und professioneller Kompetenzen im Rahmen der Blockpraktika.
In der interprofessionellen Ausbildungsstation (WIPSTA) wird dieser Prozess im klinischen Alltag vertieft tägliche strukturierte Reflexionsleitfragen unterstützen die bewusste Auseinandersetzung mit Erfahrungen im Team und in der Patientenversorgung.


