Früher Mercator-Atlas von 1585 für die UB Würzburg
24.03.2026Ein einzigartiges Dokument der Kartographie bereichert zukünftig den Bestand der Universitätsbibliothek Würzburg. Der über 400 Jahre alter Mercator-Atlas ist ein Geschenk von Professor Peter Deeg.
Der Alumnus und langjährige Leiter der Deegenbergklinik Bad Kissingen, Professor Dr. Peter Deeg schenkte der Bibliothek einen seltenen, zeitgenössisch kolorierten Atlas des Kartographen Gerhard Mercator aus dem Jahr 1585. Am Freitag, 20. März 2026, wurde diese herausragende Schenkung in einer Festveranstaltung im Lesesaal Sondersammlungen der Zentralbibliothek am Hubland feierlich übergeben.
Besondere Ehre erwies der feierlichen Übergabe die Bundesministerin Dorothee Bär (Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt). Neben Professor Deeg und seiner Familie waren Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Kultur und Medien zugegen.
Bundesministerin Bär: „Wirklich etwas Besonderes.“
Bundesministerin Dorothee Bär erklärte anlässlich der Veranstaltung:
„Dass die Bibliothek der Universität Würzburg einen berühmten Mercator-Atlas aus dem Jahr 1585 aus großzügiger privater Hand erhalten hat, ist wirklich etwas Besonderes. Damit wird dieses historisch bedeutende Werk für Forschung und Lehre zugänglich gemacht. Bibliotheken und Hochschulsammlungen sind ein unbegrenztes Reservoir für künftige Forschungsfragen und Erkenntnisse. Das BMFTR fördert Forschung zum Kulturerbe seit vielen Jahren. Dieses Engagement wird mein Haus auch künftig fortsetzen - mit einer neuen Förderstrategie für die Geistes- und Sozialwissenschaften, die wir noch in diesem Frühjahr veröffentlichen werden.“
Bei dem Schenkungsobjekt handelt es sich um einen sehr frühen Mercator-Atlas, den der berühmte Kartograph noch zu Lebzeiten vollständig selbst erarbeitet und veranlasst hat. Das Werk ist weltweit nur an wenigen Bibliotheken nachgewiesen und war seit Jahrzehnten nicht mehr im antiquarischen Handel. Mit der Schenkung gelangt ein Werk an die Universitätsbibliothek, das erstmals den Begriff „Atlas“ für ein Kartenwerk geprägt hat und zugleich als Referenzwerk des Schöpfers der berühmten Mercator-Projektion gilt, die bis heute Grundlage der Darstellung von Landkarten ist. Die wissenschaftliche Einordnung und Bedeutung des Atlas erläuterte Maximilian Stintzing, Geograph und Kartographie-Experte der Universitätsbibliothek Würzburg, im abschließenden Programmpunkt nach den Reden von Bundesministerin Bär und Peter Deeg.
Schenkung in besten Händen
Professor Peter Deeg sagte bei der Übergabe:
„Durch die Übergabe dieses Mercator-Atlas an die Universitätsbibliothek Würzburg trägt meine Familie dazu bei, dass dieses Werk nach rund 450 Jahren auch in Zukunft erhalten wird. Es steht nun zu Forschung und Lehre an der Universität Würzburg zur Verfügung.“
Für die Universitätsbibliothek ist diese Schenkung ein kulturelles Ereignis von besonderem Rang. Der Leitende Bibliotheksdirektor Dr. Hans-Günter Schmidt betonte:
„Ein derart seltenes und bedeutendes Werk aus Privatbesitz an eine öffentliche wissenschaftliche Bibliothek zu übergeben, ist ein großer Vertrauensbeweis und Ausdruck gelebten bürgerschaftlichen Engagements.“
Der Atlas wird künftig in die historischen Sammlungen der Universitätsbibliothek eingebunden und soll zugleich in Digitalisierungs-, IT- und KI-Projekten eine wichtige Rolle spielen.
Die Universitätsbibliothek Würzburg hatte zuletzt bereits in der erfolgreichen Ausstellung „Fakt-Fake: Wahrheiten und Weltdeutungen zwischen Magie und Lügensteinen“ (2024) die Herausbildung des modernen Verständnisses der Vermessung von Erde und Weltall thematisiert. Mit der Führungsreihe #einzigartig präsentiert die Bibliothek regelmäßig bedeutende Sonderbestände einer breiten Öffentlichkeit.
Deegs Schenkung wird in Würzburg produktiv weiterleben – inhaltlich wie konservatorisch in besten Händen. Sie ist eine außergewöhnliche Ergänzung des Bestands, ein großer Vertrauensbeweis und eine Würdigung der Rolle der Universitätsbibliothek als Bildungseinrichtung der Region.
Kontakt
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