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Medizinische Fakultät

Für einen struktur-starken ländlichen Raum

20.01.2026

Die Nordhalbener Erklärung will die Landes- und Bundespolitik auf struktur-schwache Dörfer und Kleinstädte aufmerksam machen. Forschende aus der Würzburger Geographie unterstützen die Petition.

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Zunehmender Leerstand ist ein Problem, mit dem viele Bürgerinnen und Bürger auf dem Land vertraut sind. (Bild: Christian Schwier / Adobe Stock)

Leerstand in Dörfern und Kleinstädten ist längst nichts Ungewöhnliches mehr. Vor allem Arztpraxen, Gasthöfe, Bank-Filialen, Kirchen, Apotheken und Geschäfte sind davon betroffen. Hinzu kommt, dass Kommunen oft auch die finanziellen Mittel für eine Kurskorrektur fehlen. Das verschlechtert die Lebensverhältnisse der örtlichen Bevölkerung, überfordert die kommunale Politik und lässt das Vertrauen in demokratische Institutionen schwinden.

Um die Politik auf Landes- und Bundesebene auf dieses Problem aufmerksam zu machen, haben Forschende der Katholischen Universität (KU) Eichstätt-Ingolstadt die Nordhalbener Erklärung ins Leben gerufen. Diese ist benannt nach der oberfränkischen Marktgemeinde Nordhalben, wo im März 2025 die Tagung „Kommunalfinanzen in der multiplen Krise“ stattfand.

Forschende der Uni Würzburg an der Erklärung beteiligt

Unter anderem Professorin Marit Rosol, Professor Matthias Naumann und die studentische Hilfskraft Charlie Busch, alle vom Institut für Geographie und Geologie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU), haben die Erklärung mitverfasst.

"Wir halten die Erklärung gerade im aktuellen Kommunalwahljahr für sehr wichtig. Sie benennt klar die strukturelle Unterfinanzierung und Überforderung vieler ländlicher Kommunen auch in Bayern. Sie zeigt auch die daraus entstehende Gefahr eingeschränkter Handlungsfähigkeit von und das schwindende Vertrauen in demokratische Institutionen“, so die JMU-Forschenden.  Sie formuliere zugleich konkrete Forderungen an Bund und Länder, von einer stärkeren Grundfinanzierung über eine Veränderung der Projektförderlogik bis zur faireren Beteiligung der Kommunen an den Erträgen erneuerbarer Energien.

Damit eröffne die Erklärung die Chance, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft hinter einem gemeinsamen Reformpaket zu versammeln, öffentliche Aufmerksamkeit zu erhöhen und letztlich eine spürbare Verbesserung der Lebensverhältnisse vor Ort anzustoßen, so die Forschenden weiter.

Sowohl Einzelpersonen als auch Organisationen können die Nordhalbener Erklärung mit einer Unterschrift unterstützen.

Zur Erklärung

Weitere Informationen gibt es in der Pressemitteilung der KU Eichstätt Ingolstadt.

Kontakt

Prof. Dr. Matthias Naumann, Leiter des Lehrstuhls für Humangeographie, T. +49 931 31-83237, matthias.naumann@uni-wuerzburg.de

Prof. Dr. Marit Rosol, Leiterin des Lehrstuhls für Wirtschaftsgeographie, T. +49 931 31-80254, marit.rosol@uni-wuerzburg.de

Von Martin Brandstätter

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