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Medizinische Fakultät

Sprechen über Schönheit

02.06.2026

Das Mozartfest verschreibt sich in der Festspielsaison 2026 der Schönheit. Das Martin von Wagner Museum ist wieder dabei – diesmal mit einem Gesprächsformat vor Kunstwerken aus den eigenen Sammlungen.

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Himmelsaugen sehen Dich an. Doch wie blickte ein Mensch der Spätgotik auf eine Madonna Tilman Riemenschneiders? (Bild: André Mischke)

Schon zum sechsten Mal kooperiert das Martin von Wagner Museum der Universität Würzburg (MvWM) mit dem Mozartfest Würzburg. Im Jubiläumsjahr 2021, als das Musikfestival sein 100-jähriges Bestehen feierte, hat die Neuere Abteilung die hochdotierte Ausstellung „Imagine Mozart“ kuratiert.

Es war der Beginn einer dauerhaften Zusammenarbeit. „Wir schätzen das Mozartfest als ein konzeptorientiertes Festival“, erklärt Museumsdirektor Damian Dombrowski die anhaltende Partnerschaft: „Es gibt auch dort große Namen, aber vor allem einen thematischen Rahmen, zu dem wir jedes Mal etwas beitragen können.“

2026 heißt dieser Rahmen: „Beschworene Schönheit: Idol Mozart“ – ein Thema, das Ton- und Bildkunst gleichermaßen angeht. So gestand Albrecht Dürer am Ende seines Lebens: „Was aber die Schönheit sei, das weiss ich nit.“ Trotzdem haben er und unzählige andere Künstler versucht, genau dies herauszufinden. Die Frage nach der Schönheit war und ist einer der Hauptantriebe jeglichen Kunstschaffens.

Was heißt hier schön?

Der Beitrag des MvWM zum diesjährigen Mozartfest besteht in einer Gesprächsreihe, die unter dem Titel „Was heißt hier schön?“ der künstlerisch gestalteten Schönheit auf den Grund gehen möchte. Dazu werden an vier Abenden Kunstwerke aus Gemäldegalerie, Graphischer Sammlung und Antikensammlung in einem Saal der Gemäldegalerie präsentiert. Sie stammen jede Woche aus einer anderen Epoche.

Welcher Schönheitsbegriff ihnen zugrunde liegt und welchen Wandlungen die Vorstellungen von Schönheit in der Kunst unterworfen waren, darüber diskutiert Direktor Dombrowski, der auch Professor am Institut für Kunstgeschichte ist, vor Publikum mit wechselnden Expertinnen und Experten für die Epoche, aus der die Objekte jeweils stammen: aus Klassizismus, Renaissance/Barock, Mittelalter und Klassische Antike.

„Am Ende wird das Publikum vermutlich noch immer nicht wissen, was die Schönheit ist“, gibt Dombrowski zu bedenken. Aber es werde Dürer gewiss darin zustimmen, dass sie „vielen Dingen anhaftet“. Zwar sei zu allen Zeiten über sie nachgedacht worden, aber, so der Kunsthistoriker: „Die eine Schönheit gibt es nicht, sie ist so mannigfaltig wie die Kunst selbst.“

Vergleich mit den Positionen der Vergangenheit

In einer Zeit, in der die Rede von der Schönheit nicht selten auf Beauty-Produkte oder körperliche Makellosigkeit heruntergebrochen wird, könne der Blick auf frühere Epochen sicherlich nicht schaden, meint Dombrowski. „Der Vergleich mit ästhetischen Positionen der Vergangenheit kann einen auch ins Grübeln bringen – zum Beispiel darüber, wie sehr Schönheit und Freiheit einmal verschwistert waren.“

Es lohne sich also auf jeden Fall, die eigene Wahrnehmung eines Kunstwerks an den Vorstellungen von Schönheit zu messen (und vielleicht neu zu justieren), die ihm zu seiner Entstehungszeit entgegengebracht wurden – nicht zuletzt deshalb, weil sich der chronologische Bogen der Gesprächsreihe über fast zweitausend Jahre spannt. Abermals werden dabei der Radius und die Qualität der universitätseigenen Kunstsammlungen sichtbar.

Termine und Themen

Die Gespräche finden in der Gemäldegalerie des Martin von Wagner Museums statt (Südflügel der Würzburger Residenz, 2. Stock), jeweils von 18 bis 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Das Programm im Überblick:

  • Dienstag, 2. Juni 2026: Ideale Schönheit - Zwei Gemälde und eine Skulptur des Klassizismus. Gespräch mit Professorin Dr. Mechtild Fend (Frankfurt), Professorin für Kunstgeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts an der Goethe-Universität Frankfurt
     
  • Dienstag, 9. Juni 2026: Entdeckte Schönheit - Ein Gemälde, ein Kupferstich und eine Zeichnung aus der Frühen Neuzeit. Gespräch mit Professor Dr. Ulrich Pfisterer, Lehrstuhl für allgemeine Kunstgeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Kunst Italiens, Ludwig-Maximilians-Universität München
     
  • Dienstag, 16. Juni 2026: Verklärte Schönheit - Eine Muttergottes von Tilman Riemenschneider. Gespräch mit Professor Dr. Stefan Bürger, Professor für Kunst des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, Julius-Maximilians-Universität Würzburg
     
  • Dienstag, 23. Juni 2026: Klassische Schönheit - Zwei römische Torsi nach griechischen Vorbildern. Gespräch mit Professor Dr. Jochen Griesbach-Scriba, Direktor der Antikensammlung des Martin von Wagner Museums, Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Von Pressestelle JMU

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