Bayerns Digitalminister Fabian Mehring lobte KI-Forschungsstärke der JMU
28.07.2026Technische Leistungsschau, Aushängeschild für Forschungsgeist und Vernetzungsplattform: Die Sommer-EXPO 2026 der Universität hat gezeigt, wie leistungsfähig der KI-Standort Würzburg ist.
Die Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) glänzt in internationalen Rankings als einer der weltweit führenden Standorte für die Erforschung und Entwicklung von Extended Reality (XR) gepaart mit Künstlicher Intelligenz (KI): „Spitzenforschung in diesen Bereichen findet nicht irgendwo auf der Welt statt, sondern genau hier in Würzburg“, betonte der bayerische Digitalminister Fabian Mehring in seiner Begrüßungsrede zur Eröffnung der Sommer-EXPO 2026. Mit ersten Plätzen in Deutschland und Europa sowie Platz eins im globalen Vergleich setze die JMU hier Maßstäbe.
Im Center for Artificial Intelligence and Data Science (CAIDAS) auf dem Hubland Campus Nord würdigte der Minister das herausragende Engagement der zahlreich anwesenden Studierenden und Forschenden: „Sie sind weltweiter Leuchtturm und Aushängeschild für die Forschung auf diesem Feld!“
JMU als Aushängeschild in der XR/KI-Forschung
Bei der Sommer-EXPO können alle Interessierten jedes Jahr Forschungs- und Abschlussarbeiten aus den Bereichen KI und XR kennenlernen, mit Studierenden, Forschenden, Alumni sowie Partnerinnen und Partnern aus Wirtschaft und Politik ins Gespräch kommen und sich über den Einsatz von KI in Wissenschaft und Lehre am Standort Würzburg informieren: „Die JMU ist dabei, KI und mit ihr verschränkte Technologien in allen Sektoren zentral zu verankern, sowohl in der Lehre als auch beim Lernen und in der Organisation des Wissenschaftsbetriebs“, so Professor Marc Erich Latoschik, Leiter des Lehrstuhls für Mensch-Computer-Interaktion an der JMU.
Als Beispiel für eine KI-Anwendung im Studium demonstrierte der Würzburger Wissenschaftler Lewe Lorenzen den EXPO-Gästen seine App „Pussel“. Das Programm entstand in seinem Masterstudium in Human-Computer Interaction am Lehrstuhl für Psychologische Ergonomie der JMU. „Pussel“ analysiert komplexe Fachtexte und gibt sie in vereinfachter Form, aber wissenschaftlich korrekt, wieder. „Das hilft Studierenden wie mir selbst, die von Legasthenie betroffen sind, und für die das Lesen eine Herausforderung darstellt. In einer Studie haben wir gezeigt, dass Pussel bei Nutzerinnen und Nutzern eine deutliche Stressreduktion bewirkt“, freut sich der Entwickler. Auch in der Forschung oder im Journalismus erlaube Pussel eine einfache Einarbeitung in fachfremde und komplexe Themengebiete.
Forschung und KI im Wissenschaftsprozess
Laut Professorin Carolin Wienrich werde der Einsatz von KI in der Wissenschaft oft vorschnell kritisiert. Sie betonte: „Der Mensch schafft das Wissen! Die KI kann dabei helfen, es zu vermitteln und anzuwenden. Und wenn wir diese Synergien in positiver Form nutzen, erhalten wir einen konkreten gesellschaftlichen Nutzen“, so die Leiterin des Lehrstuhls für Psychologie Interaktiver Systeme an der JMU.
Als Anwendungsbeispiel demonstrierte sie KI-gestützte Videotrainings für problematische Gesprächssituationen. „Wir alle haben ab und zu schwierige Gespräche vor uns, sei es in einer Partnerschaft, im Beruf oder auch in unbekannten Situationen“, erklärte die Professorin. „Wir trainieren hier KI-Systeme anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse, sodass diese als besonders anspruchsvolle Gesprächspartner agieren. Daran kann man üben, mit solchen Gesprächssituationen umzugehen. Die KI gibt individuelle Tipps und qualifizierte Rückmeldung.“
Brücken bauen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit
Die Sommer-EXPO soll nicht nur Technikbegeisterung wecken, sondern auch Menschen und Forschungsgeist zusammenbringen: „Hier treffen sich Studierende, Forschende, Alumni, Partnerinnen und Partner aus Wirtschaft und Politik sowie Gäste. Sie alle verbindet die Neugier auf neue Ideen“, so JMU-Vizepräsidentin Doris Fischer. „Viele unserer Alumni tragen das an der Universität erworbene Wissen heute in Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Institutionen im In- und Ausland weiter.“
So wie Dr. Maximilian Landeck, der im Studiengang Human-Computer Interaction an der JMU promoviert hat. Er arbeitet heute in der Forschung und Entwicklung bei der Firma MA Lighting International GmbH in Waldbüttelbrunn, die Beleuchtungsanlagen für Veranstaltungsbühnen entwickelt. „Ich habe aus der Universität den Forschungsspirit mitgenommen und arbeite heute in Projekten mit Studierenden der JMU unter anderem daran, die Steuerung der äußert komplexen Lichtanlagen mittels KI und virtuellen Darstellungen zu vereinfachen.“
Spannende Einblicke in wegweisende Forschungen
Mit über 50 Projekten aus den Bereichen Mensch-Computer-Interaktion, Künstlicher Intelligenz, Extended Reality und Psychologie machte die JMU Sommer-EXPO 2026 die Innovationskraft des Wissenschaftsstandorts Würzburg deutlich sichtbar.
Gleichzeitig bot sie Studierenden, Forschenden sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft und Politik eine Vernetzungsplattform und unterstrich die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit sowie Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses als Grundlage für die digitale Zukunft von Wissenschaft und Gesellschaft.
Preisgekrönte studentische Arbeiten
Bei der EXPO wurden Studierende für ihre Arbeiten ausgezeichnet.
Aus dem Studiengang Games Engineering:
- Samuel Kienle: Surrounded
- Adham Salem und Julian Fambach: GrandMA's Muscle Memory
- Marie Schramm: Trigger Rush
- Daniel Gottschalk: Real and Virtual Robots in Games
Aus dem Bereich Human Computer Interaction:
- Nicole Dering: Diversity, Equity and Inclusion Training in Virtual Reality with Intelligent Virtual Agents
- Nathalie Weger: One Screen, Many Eyes: A Research-through- Design Study of Communication in Robot-Assisted Surgery
Beteiligte Einrichtungen und Partner
An der Gestaltung und Ausstellung der Sommer-EXPO 2026 beteiligten sich zahlreiche Lehrstühle und Einrichtungen der JMU, darunter Forschungsgruppen aus Human-Computer Interaction, Psychologie Interaktiver Systeme, Psychologische Ergonomie, Games Engineering, Theory of Machine Learning, Robotik, Computer Engineering, Satellite Communication and Radar Systems, Reinforcement Learning and Computational Decision-Making, Natural Language Processing, Socially Interactive Agents und dem Computer Vision Laboratory.
Ermöglicht wurde die Veranstaltung durch die Unterstützung von: XR HUB Bavaria, Zentrum für Digitale Innovationen Mainfranken (ZDI), MA Lighting, Technologieunternehmen Körber, Human Dynamics Centre der JMU, Fakultät für Humanwissenschaften der JMU, Institut für Informatik der JMU.
