Großes Interesse am Schülertag der Alten Sprachen
21.07.2026Krieg, Heldentum und Konflikte in der antiken Bildwelt: Mit diesen Themen haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Schülertags der Alten Sprachen an der Uni Würzburg befasst. Die Resonanz war unerwartet hoch.
Mehr als 60 Schülerinnen und Schüler aus Gymnasien in ganz Unterfranken haben am Schülertag der Alten Sprachen an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg teilgenommen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das Thema „Bellum iustum – Der gerechte Krieg in der Antike“, das aus historischer, philosophischer und literarischer Perspektive beleuchtet wurde.
Der Schülertag wurde vom Institut für Klassische Philologie der Universität Würzburg in Zusammenarbeit mit dem Friedrich-Koenig-Gymnasium Würzburg (FKG) und mit Unterstützung des Deutschen Altphilologenverbands veranstaltet. Begrüßt wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von den Initiatoren, Professor Thomas Baier und Dr. Peter Günzel. Baier leitet an der Universität Würzburg den Lehrstuhl für klassische Philologie II mit dem Schwerpunkt Latein, Günzel ist Oberstudienrat am FKG und unterrichtet die Fächer Latein und Deutsch.
Themen, die auch noch heute relevant sind
In Fachvorträgen und Workshops setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit antiken Texten auseinander, die Fragen nach den Voraussetzungen und der Rechtfertigung kriegerischer Gewalt behandeln. „Autoren dieser Texte waren Herodot, Livius, Caesar, Tacitus und natürlich Cicero, der Begründer der Theorie vom ‚Bellum iustum‘“, erklärt Thomas Baier. Was diese Texte miteinander verbindet: Sie alle reflektieren römische beziehungsweise griechische Vorstellung von einem durch Regeln eingehegten Krieg und setzen sie nicht-römischen beziehungsweise nicht-griechischen Ansichten entgegen. Außerdem wurden einschlägige Objekte im Martin von Wagner Museum vorgestellt und deren Bezug zum Rahmenthema erarbeitet.
„Wann ist ein Krieg gerechtfertigt, gibt es überhaupt gerechte Kriege, und ist die Antwort auf diese Fragen kulturell determiniert?“ Diese Fragen standen am Anfang von Thomas Baiers Einführungsvortrag. Denn wenn unterschiedliche Völker die Gerechtigkeitsfrage unterschiedlich beantworten sollten, kann es dann ein universal gültiges Kriegsrecht geben? „Diese in den Krisenherden der Welt hoch aktuellen Fragen sollten im Dialog mit den Schülern aus der Distanz der Geschichte untersucht und in ihrer historischen Bedingtheit bewertet werden“, so der Latinist.
Die Schülerinnen und Schüler konnten dabei erfahren, dass sich bereits griechische und römische Autoren intensiv mit Themen beschäftigten, die auch heute noch von hoher gesellschaftlicher und politischer Relevanz sind.
Ergänzt wurde das Programm durch eine Führung durch die Gemäldegalerie und die Antikensammlung des Martin von Wagner Museums. Dort konnten die Teilnehmenden Darstellungen von Krieg, Heldentum und Konflikten in der antiken Bildwelt kennenlernen und mit den behandelten Texten in Beziehung setzen. Für die Führung verantwortlich waren Maria Schabel, Doktorandin in der Kunstgeschichte, und der Direktor der Antikenabteilung, Professor Jochen Griesbach-Scriba.
Wiederholung im Herbst geplant
Die Resonanz auf die Veranstaltung übertraf alle Erwartungen. Bereits im Vorfeld war die Zahl der Anmeldungen so hoch, dass nicht alle Interessierten berücksichtigt werden konnten. Um der großen Nachfrage gerecht zu werden, wird der Schülertag im Herbst mit demselben Thema erneut angeboten.
Mit dem Schülertag unterstreichen das Institut für Klassische Philologie der Universität Würzburg und das Friedrich-Koenig-Gymnasium ihre langjährige Zusammenarbeit bei der Förderung des altsprachlichen Nachwuchses. Die Veranstaltung verbindet wissenschaftliche Inhalte mit schulischer Praxis und bietet Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, universitäres Arbeiten unmittelbar kennenzulernen.
