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Medizinische Fakultät

DFG würdigt frühe Erfolge in den Geowissenschaften

04.08.2026

Für seine originelle und vielversprechende geowissenschaftliche Forschung vor der Promotion hat der Würzburger Doktorand Johannes Mast den Bernd Rendel-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erhalten.

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Johannes Mast erforscht, wie Erdbeobachtungsdaten von Satelliten und Social-Media-Analysen gemeinsam für die geographische Analyse menschlicher Migration ausgewertet werden können. (Bild: privat)

Dieser Erfolg hat zwei „Väter“: Johannes Mast ist Doktorand und forscht bei Professor Hannes Taubenböck am Erdbeobachtungszentrum (EOC) des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt (DLR) in enger Kooperation mit dem Lehrstuhl Globale Urbanisierung und Fernerkundung, einem Mitglied des Earth Observation Research Clusters der Universität Würzburg. Der Würzburger Lehrstuhl ist in Kooperation mit dem DLR eingerichtet worden.

Jetzt hat Johannes Mast gemeinsam mit der Doktorandin Sara Nazari vom Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) in Bremen sowie der Universität Kiel den diesjährigen, mit jeweils 3.000 Euro dotierten Bernd Rendel-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erhalten. Die beiden wurden von einer Jury aus Mitgliedern der geowissenschaftlichen DFG-Fachkollegien ausgewählt.

Johannes Mast forscht im Bereich der Mensch-Umwelt-Beziehungen, wobei er einen neuartigen Ansatz verfolgt. Er ergänzt über Satelliten gewonnene Fernerkundungsdaten um alternative Geodatentypen. Dies ist wichtig, da zentrale Prozesse des Globalen Wandels wie Urbanisierung, Landnutzungsänderungen und Klimawandel maßgeblich durch soziale Aspekte menschlichen Handelns geprägt sind.

Mit Daten aus dem Netz urbane Veränderungen messen

Um diese zu verstehen, untersucht Mast, wie soziale Faktoren von Migration mittels öffentlicher Textdaten aus sozialen Medien und Nachrichtenartikeln erfasst werden können. Dabei setzt er Orts- und Mobilitätsinformationen der Autorinnen und Autoren mit den Inhalten ihrer Textbeiträge in Beziehung. Durch diese Verknüpfung gelingt es ihm, physische Veränderungen der Landoberfläche in einen sozioökonomischen Kontext zu stellen.

Ein Beispiel: „In vielen afrikanischen Städten ist die Tweet-Dichte in neu entstandenen Stadtteilen deutlich geringer als in den etablierten Zentren“, erklärt Johannes Mast. Dies deute darauf hin, dass die digitale Präsenz in Städten oft hinter deren physischer Ausbreitung zurückbleibt – ein Hinweis auf digitale Ungleichheiten in urbanen Transformationsprozessen.

„Die ungeheure Dimension der globalen Urbanisierung erfordert neuartige, skalierbare Ansätze. Satellitenfernerkundung, innovative Erdbeobachtungsdaten und Webdaten können diese ermöglichen“, so Professor Taubenböck. „Ihre Kombination ist zwar höchst herausfordernd, aber Johannes Mast hat es in seiner Arbeit hervorragend geschafft, durch multidisziplinäre Ansätze Erdbeobachtung, Informatik und Sprachwissenschaften gewinnbringend zu verknüpfen“.

Brücke zwischen Erdbeobachtung und Webdaten

Mit ihrem Center for Artificial Intelligence and Data Science CAIDAS, dem Forschungsbereich der Geolingual Studies und mit dem Earth Observation Research Cluster bietet die Universität Würzburg Johannes Mast dafür das passende Umfeld.

Mit seinem interdisziplinären Ansatz schlägt Johannes Mast also eine Brücke zwischen geowissenschaftlichen Big Data aus Erdbeobachtung und sozioökonomischen Big Data aus Webdaten. Das mit dem Rendel-Preis einhergehende Preisgeld möchte er für den Besuch wissenschaftlicher Tagungen einsetzen, um seine Arbeiten über die geowissenschaftliche Community hinaus zu vermitteln.

Zur Person

Johannes Mast (33) kommt aus Freudenstadt im Schwarzwald. Er erhielt 2018 einen B.Sc. im Fach Geographie der Leibniz Universität Hannover und 2021 einen M.Sc. in Fernerkundung (EAGLE) der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Seither arbeitet er am DLR und an der Universität Würzburg an seiner Doktorarbeit mit dem Titel „Geographische Migrationsforschung auf Basis von Fernerkundung und Social-Media-Daten“. Auch darin geht es um das Thema, wie Erdbeobachtungsdaten von Satelliten und Social-Media-Analysen gemeinsam für die geographische Analyse menschlicher Migration ausgewertet werden können.

Verliehen wird der Preis während der Jahrestagung der Deutschen Geologischen Gesellschaft – Geologische Vereinigung (DGGV), die vom 20. bis 24. September 2026 in Bochum stattfinden wird.

Links

Die Abteilung Georisiken und zivile Sicherheit am Fernerkundungsdatenzentrum (DFD) des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Das Earth Observation Research Cluster

CAIDAS - Center for Artificial Intelligence and Data Science

Geolingual Studies

Von Pressestelle DFG / Gunnar Bartsch

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