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    Medizinische Fakultät

    Neue Simulatoren in der Anästhesiologie

    24.03.2020

    Für ihr Simulationszentrum hat die Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie neue Hochtechnologie beschafft. Damit lassen sich Routine- und Notfallsituationen realitätsnah nachstellen.

    Am neuen Full-Scale-Simulator (v.l.): Assistenzarzt Raphael Drasch, Klinikdirektor Patrick Meybohm, Manuel Hassemer, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger und Instruktor des Simulationszentrums, sowie Oliver Happel, Leiter der Schulungs- und Trainingseinrichtung.
    Am neuen Full-Scale-Simulator (v.l.): Assistenzarzt Raphael Drasch, Klinikdirektor Patrick Meybohm, Manuel Hassemer, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger und Instruktor des Simulationszentrums, sowie Oliver Happel, Leiter der Schulungs- und Trainingseinrichtung. (Bild: Helmuth Ziegler / Universitätsklinikum Würzburg)

    Als eines der ersten Krankenhäuser in Deutschland nahm das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) an seiner Klinik für Anästhesiologie schon in den 1990er-Jahren ein Simulationszentrum in Betrieb. Gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst und vom UKW wurde die Schulungs- und Trainingseinrichtung jetzt erneut auf den aktuellsten Technologiestand gebracht.

    „Zu diesem Update zählen zwei Full-Scale-Simulatoren der neuesten Generation sowie eine neue Audio- und Videoanlage“, schildert Oberarzt Dr. Oliver Happel, der das Simulationszentrum leitet. „Full-Scale-Simulatoren sind lebensgroße Nachbildungen des menschlichen Körpers – wir sprechen auch von Mannequins. Computergestützt und verbunden mit einer aufwändigen technischen Apparatur, reagiert das Mannequin auf diverse klinische Eingriffe wie ein echter Patient.“

    Mannequins „atmen“ wie Menschen

    Das bedeutet zum Beispiel, dass die künstlichen Pupillen auf Licht reagieren. Und es geht noch komplexer: Die beiden Mannequins in Kinder- und Erwachsenengröße verfügen über eine Lungensimulation, bei der die Maschine eigenständig auf die Zusammensetzung der eingesaugten Luft reagiert. Außerdem „atmet“ der Kunstmensch auch tatsächlich ein Gasgemisch aus, das in seiner Zusammensetzung der Ausatemluft eines Menschen entspricht.

    „Daher können wir auch mit Narkose- und Intensivbeatmungsgeräten trainieren – inklusive des Einsatzes von volatilen Anästhetika“, sagt Dr. Happel. Die ausgefeilten Patientensimulatoren und die realistische Umgebung lassen nach seinen Beobachtungen viele Nutzerinnen und Nutzer schnell vergessen, dass sie nicht mit einem Menschen aus Fleisch und Blut agieren.

    Übungseinheiten dauern 20 Minuten

    Geschult werden im Simulationszentrum Medizinstudierende und Pflegekräfte sowie Ärztinnen und Ärzte aller Weiterbildungsstufen. Die rund 20-minütigen Trainingseinheiten werden meistens von Dreier-Teams absolviert – bestehend aus einer jüngeren und einer erfahrenen Person sowie einer Anästhesie-Pflegekraft. Je nach Setting füllen auch Statisten die der Realität nachempfundene Trainingsumgebung, zum Beispiel als operatives Team.

    Alle Handlungen des Teams und dessen Kommunikation werden von mehreren Videokameras und Mikrofonen aufgezeichnet. In einem angrenzenden Kontrollraum, hinter einem verspiegelten Fenster, beobachten Instruktoren die Abläufe. Sie markieren Schlüsselmomente in den auf mehreren Bildschirmen angezeigten Videoaufzeichnungen. Außerdem können sie den Verlauf des ansonsten programmiert ablaufenden Szenarios beeinflussen.

    Menschliche Limitationen erkennen

    „Wir bieten in erster Linie ein sogenanntes Soft-Skills- oder auch Human-Factors-Training an“, berichtet Dr. Happel: „Dabei sollen die Kolleginnen und Kollegen unmittelbar erfahren, wo typische menschliche Limitationen und die daraus folgenden Fehlermöglichkeiten liegen. Hierzu zählen zum Beispiel unzureichende Kommunikation oder mangelndes Situationsbewusstsein.“

    Nach dem Szenario findet in einem Seminarraum eine ausführliche Besprechung statt. Unterstützt von den Video- und Audioaufzeichnungen diskutieren die Teilnehmenden untereinander und mit den Instruktoren bis zu einer Stunde lang die Schlüsselmomente und Abläufe der Situation. Dabei reflektieren sie fehlerhafte, aber auch vorbildliche Handlungsweisen des Teams.

    Simulation als unverzichtbares Element

    „Durch den Austausch mit anderen Universitätsklinika wissen wir, dass wir im bundesweiten Vergleich eine sehr hohe Auslastung unseres Simulationszentrums fahren“, berichtet Professor Patrick Meybohm, Direktor der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie. „Den damit verbundenen hohen technischen, räumlichen und personellen Aufwand leisten wir gerne, denn Simulation ist aus unserer Sicht ein unverzichtbares Element der modernen klinischen Aus- und Weiterbildung sowie ein essentieller Beitrag zur Patientensicherheit.“

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    Von Helmuth Ziegler

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