Unterfränkische Mathe-Asse an der Uni
10.03.202649 mathematikbegeisterte Kinder der Unterstufe knobelten Ende Februar bei der Landesrunde der 65. Mathematik-Olympiade an der Universität Würzburg. Die JMU fördert damit gezielt junge Talente im MINT-Bereich.
Stellen Sie sich ein Quadrat aus 16 kleinen Kästchen vor, wie auf einem Rechenblatt. Die Aufgabe lautet nun: Färben Sie einige der Linien zwischen den Kästchen so ein, dass jedes der 16 Kästchen eine ungerade Anzahl an farbigen Seiten besitzt. Wie viele Linien müssen dafür mindestens markiert werden und wie viele können es höchstens sein?
Mit dieser und vielen weiteren Fragen haben sich die 49 Teilnehmenden der Klassenstufen 5 und 6 bei der Landesrunde der 65. Mathematik-Olympiade Ende Februar am Institut für Mathematik der Universität Würzburg beschäftigt.
Ein Tag voller Knobelei und Gemeinschaft
Für die Schülerinnen und Schüler aus 17 unterfränkischen Gymnasien war der Besuch an der Universität ein besonderes Erlebnis. Oft sind sie an ihren eigenen Schulen die Einzigen, die eine so große Leidenschaft für die Mathematik teilen. In Würzburg trafen sie auf Gleichgesinnte und stellten fest, dass sie mit ihrer Freude am logischen Denken nicht alleine sind.
Der Ablauf des Wettbewerbstages war für die Teilnehmenden ungewohnt und spannend zugleich: Nach der Vergabe von Startnummern und der Suche nach dem Sitzplatz im Hörsaal folgten drei Stunden konzentrierten Arbeitens an vier komplexen Aufgaben. Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Mensa und einem spielerischen Nachmittagsprogramm endete der Tag mit der feierlichen Preisverleihung.
Das bundesweite Reglement sieht dabei vor, dass etwa die Hälfte der Teilnehmenden eine Auszeichnung erhält. In Würzburg konnten sich fünf Schülerinnen und Schüler über einen ersten Preis freuen – die höchste Anerkennung, die in diesen Jahrgangsstufen erreicht werden kann.
Die Gewinnerinnen und Gewinner
Der Weg zum bayerischen Mathematik-As
Die Mathematik-Olympiade ist der offizielle Wettbewerb für die Unterstufe an bayerischen Gymnasien und findet jährlich statt. Der Weg in die Landesrunde führt über zwei vorherige Stufen: eine Hausaufgabenrunde zu Beginn des Schuljahres und eine Klausurrunde an den Schulen im November. In diesem Jahr verzeichnete der Wettbewerb mit 4.167 Teilnehmenden ab der 5. Klasse einen neuen Rekord in der zweiten Runde.
Von diesen qualifizierten sich bayernweit 522 Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6 für die Landesrunde. Während diese Runde für die jüngeren Jahrgänge dezentral an zehn verschiedenen Standorten in Bayern stattfindet, wird sie ab der 7. Klasse als zentrales, dreitägiges Ereignis organisiert. Würzburg gehört dabei neben Erlangen und Bayreuth zu den regelmäßigen Gastgebern dieses Formats. Ab der 8. Klasse haben die besten Talente zudem die Möglichkeit, sich für eine vierte Runde auf Bundesebene zu qualifizieren.
Langfristige Förderung für die Fachkräfte von morgen
Die Universität Würzburg engagiert sich bereits seit vielen Jahren in der Talentförderung. Richard Greiner vom Institut für Mathematik betont, wie wichtig es ist, das Interesse an der Mathematik bereits in der Unterstufe zu festigen. Ziel ist es, die Begeisterung so weit zu tragen, dass die Schülerinnen und Schüler auch in der Mittel- und Oberstufe „am Ball bleiben“ und später eventuell ein Studium in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft oder Technik (MINT) in Erwägung ziehen.
Das Engagement der Universität, das in Zusammenarbeit mit dem Verein MOBy e.V. und dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus erfolgt, wird als langfristige Investition gesehen. Es soll dazu beitragen, einen beständigen Stamm an erfolgreichen Mathematik-Studierenden für die Zukunft zu sichern.
Kontakt
Dr. Richard Greiner, richard.greiner@uni-wuerzburg.de
