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Medizinische Fakultät

Neues aus der Krebsforschung beim Gesundheitstalk

13.01.2026

Welche jüngsten Fortschritte gab es bei der Diagnostik und Therapie von Tumorerkrankungen? Wie sehen die weiteren Perspektiven aus? Fragen wie diese beantworten Fachleute der Uniklinik Würzburg am 24. Januar 2026.

Beim Gesundheitstalk dabei (von links): Hermann Einsele, Gabriele Nelkenstock und Andreas Beilhack.
Beim Gesundheitstalk dabei (von links): Hermann Einsele, Gabriele Nelkenstock und Andreas Beilhack. (Bild: Daniel Peter / B. Schmitt / Angie Wolf)

Die Krebsmedizin befindet sich in einem historischen Umbruch: Personalisierte Therapien, moderne Immuntherapien und hochpräzise molekulare Diagnostik eröffnen Heilungs- und Langzeitüberlebenschancen, die noch vor wenigen Jahren undenkbar waren. Über diese Entwicklungen, ihre Perspektiven und ihre Bedeutung für die Patientinnen und Patienten informiert das Uniklinikum Würzburg (UKW) beim ersten Gesundheitstalk „Neues aus der Krebsforschung: Fortschritte und Perspektiven“.

Die kostenfreie Infoveranstaltung findet am Samstag, 24. Januar 2026, von 10.00 Uhr bis 11.30 Uhr im Hörsaal 1 des Zentrums für Innere Medizin (ZIM) des UKW an der Oberdürrbacher Straße statt. Der Gesundheitstalk ist eine Kooperation des UKW mit der Main-Post.

Als Referierende stehen dem Publikum für Fragen und Austausch zur Verfügung: Professor Hermann Einsele, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des UKW und Sprecher des Nationalen Zentrums für Tumorerkrankungen (NCT WERA), Professor Andreas Beilhack vom Zentrum für Experimentelle Molekulare Medizin der Uni Würzburg und Gabriele Nelkenstock, Stiftungsratsvorsitzende der Stiftung „Forschung hilft“.

Paradigmenwechsel in der Krebstherapie

„Wir erleben derzeit keinen schrittweisen Fortschritt, sondern einen echten Paradigmenwechsel in der Krebsmedizin“, sagt Einsele. So ermögliche moderne molekulare Diagnostik heute Therapien, die gezielt an genetischen Veränderungen der Tumorzellen ansetzen. Operative und strahlentherapeutische Behandlungen seien wesentlich zielgenauer und nebenwirkungsärmer geworden. Gleichzeitig habe die Immuntherapie das Behandlungsspektrum grundlegend erweitert.

Besonders eindrucksvoll seien die Erfolge bei ehemals sehr schwer behandelbaren Erkrankungen. „Beim Multiplen Myelom lag die Lebenserwartung im Jahr 2006 noch bei maximal vier Jahren. Heute erreichen viele unserer Patientinnen und Patienten krankheitsfreie Überlebenszeiten von mehr als 17 Jahren. Das ist eine der größten Erfolgsgeschichten der modernen Medizin“, betont Einsele.

Auch bei soliden Tumoren entwickelten sich Behandlungsansätze weiter: „Bei Patientinnen und Patienten mit malignem Melanom – auch als Schwarzer Hautkrebs bekannt – konnten wir durch zielgerichtete Therapien die Behandlung so dramatisch verbessern, dass heute viele Betroffene langfristig – teilweise dauerhaft – tumorfrei bleiben“, erklärt Einsele. Der Professor fährt fort: „Selbst Krebserkrankte mit Lebermetastasen eines Darmtumors, die lange als kaum beherrschbar galten, haben heute mit kombinierter Systemtherapie plus Operation realistische Chancen auf Langzeitüberleben.“

Krebsforschung auf internationalem Spitzenniveau

Roland Schmitt-Raiser, Main-Post, wird die Gesprächsrunde moderieren. Diese wird zudem zeigen, dass die Würzburger Universitätsmedizin in der Krebsforschung auf internationalem Spitzenniveau arbeitet und wichtige Beiträge zur Verbesserung von Diagnostik und Therapie leistet. Nach Auffassung von Andreas Beilhack wären viele dieser Fortschritte ohne ‚Forschung hilft‘ nicht möglich. Die Stiftung zur Förderung der Krebsforschung am UKW unterstützt frühzeitig innovative Ideen und vor allem auch junge wissenschaftliche Talente. Beispielsweise konnten so besonders empfindliche Tests entwickelt werden, mit denen einzelne Krebszellen unter bis zu 100 Millionen gesunden Zellen erkannt werden.

„Ein entscheidender Fortschritt für die Behandlung von Blutkrebspatientinnen und -patienten“, unterstreicht Beilhack, „auch die Entwicklung neuartiger dreidimensionaler Tumormodelle begann durch lokale Förderung und wird vom UKW zusammen mit den anderen fünf bayerischen Universitätsklinika seit Januar 2026 im Rahmen einer Translationsgruppe des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung weiter vorangetrieben.“ Nach seinen Worten führte die Förderung durch die lokale Stiftung zudem zur Entwicklung einer neuen Klasse von Immuntherapeutika, die das körpereigene Abwehrsystem direkt im Tumorumfeld aktivieren.

„Diese Beispiele zeigen eindrucksvoll, dass sich die Stiftung ‚Forschung hilft‘ zu einem wichtigen Katalysator für den Fortschritt entwickelt hat – mit direktem Nutzen für die Betroffenen sowie einem nachhaltigen Beitrag zur Stärkung der Krebsforschung vor Ort und darüber hinaus“, sagt Gabriele Nelkenstock. Großer Dank gelte dem Verein ‚Hilfe im Kampf gegen Krebs‘, der die Stiftung 2017 gegründet hat.

Anmeldung und weitere Informationen

Weitere Informationen und einen Anmeldelink finden Interessierte auf der Webseite des UKW unter der Rubrik „Veranstaltungen“. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Von Pressestelle UKW

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