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Medizinische Fakultät

Kernfusion: Heiliger Gral oder Scheinlösung?

07.07.2026

Ist die Kernfusion eine Energiequelle der Zukunft? Mit dieser kontrovers diskutierten Frage befasste sich an der Uni Würzburg ein Symposium, zu dem nun der Tagungsband vorliegt.

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Das Panel der Podiumsdiskussion auf dem Symposium „Kernfusion – Energiequelle der Zukunft?“. (Bild: Andreas Klein / Universität Würzburg)

Die seit den 1950er-Jahren als Energiequelle erforschte Kernfusion stellt eine der größten technologischen Herausforderungen unserer Zeit dar. Von den einen als „Heiliger Gral“ der Energieversorgung gerühmt, bewerten andere sie als bloße „Scheinlösung“ ohne Nutzen auf dem Weg zur Klimaneutralität.

Drei JMU-Professoren organisierten Symposium

Welche Rolle wird die Kernfusion im künftigen Energiemarkt spielen und mit welchen Risiken ist sie verbunden? Was sind die für eine gesellschaftliche Akzeptanz zentralen Faktoren? Und welcher Rechtsrahmen ist für einen sicheren Betrieb der Anlagen erforderlich?

Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigte sich das interdisziplinäre Symposium „Kernfusion – Energiequelle der Zukunft?“ am 26. September 2025 an der Universität Würzburg. Ausgerichtet wurde es von den Würzburger Professoren Markus Ludwigs (Jura), Karl Mannheim (Astrophysik) und Kyrill-Alexander Schwarz (Jura).

Referentinnen und Referenten unterschiedlicher Fachrichtungen erläuterten die Grundlagen und Herausforderungen der Technologie und griffen die soziologischen, physikalischen und wirtschaftlichen Fragestellungen auf. Abgerundet wurde die Tagung durch eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion, an der auch der Astrophysiker und Wissenschaftsjournalist Harald Lesch teilnahm.

Neu erschienen: Open-Access-Tagungsband

Als Dokumentation des Symposiums ist nun ein Open-Access-Sammelband erschienen. Gefördert von der Schulze-Fielitz Stiftung Berlin, beinhaltet er neben den Schriftfassungen der Vorträge auch eine Dokumentation der Podiumsdiskussion. Zu den inhaltlichen Schwerpunkten gehört eine vertiefte Analyse des Rechtsrahmens der Kernfusion sowie Vorschläge für dessen Fortentwicklung.

Internationales Symposium im Oktober 2026

Das Symposium bildete den Auftakt für eine neue interdisziplinäre Forschungsinitiative zur Kernfusion: die seit April 2026 von Dr. Philipp Sauter geleitete Nachwuchsforschungsgruppe „Rechtsfragen der Fusionsenergie“ an der Juristischen Fakultät. Der Freistaat Bayern fördert die Gruppe als Teil des Masterplans „Kernfusion“.

Das Team um Dr. Sauter organisierte im Sommersemester 2026 bereits eine Ringvorlesung. Am 1. Oktober 2026 lädt es zum „International Symposium on Fusion Energy Law“ in das Audimax der JMU in der Universität am Sanderring ein. Dann soll die internationale Perspektive der Fusionsenergie im Vordergrund stehen.


Publikation

Kernfusion – Energiequelle der Zukunft? Tagungsband zum Symposium am 26. September 2025 an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Hrsg: Markus Ludwigs, Kyrill-Alexander Schwarz, Karl Mannheim. Vol. 34 der Schriften zum Deutschen und Europäischen Infrastrukturrecht, Verlag Duncker & Humblot 2026,
Open Access: https://doi.org/10.3790/978-3-428-59803-8

Von Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der JMU

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