Irische Botschafterin besucht Irish Studies Würzburg
16.06.2026„Würzburg – die irische Stadt auf dem Kontinent“: Unter diesem Motto stand der Besuch der irischen Botschafterin Maeve Collins und des Generalkonsul Irlands in München James C. O’Shea an der Universität Würzburg Ende Mai.
Im August 2024 hat Maeve Collins ihr Amt als Botschafterin von Irland in der Bundesrepublik Deutschland in Berlin angetreten. Im selben Monat richtete Irland ein Generalkonsulat in München ein, das für Bayern und Baden-Württemberg zuständig ist. James C. O’Shea wurde zum ersten irischen Generalkonsul in München ernannt. Jetzt hat Botschafterin Collins in Begleitung von Generalkonsul O‘Shea in dieser Funktion zum ersten Mal der Universität Würzburg einen Besuch abgestattet.
Würzburg hat für die Irin eine besondere Bedeutung: „Irlands Beziehungen zu Deutschland sind tief und stark. Sie reichen bis ins siebte Jahrhundert zurück, als der heilige Killian von der irischen Grafschaft Cavan nach Würzburg in Bayern reiste. Seitdem gibt es eine dauerhafte Verbindung zwischen unseren Kulturen“, schreibt sie auf der Webseite der Botschaft.
Irish Studies: Ein deutschlandweit einzigartiger Schwerpunkt
Begrüßt wurde Maeve Collins am 28. Mai 2026 vom Team der Irish Studies Würzburg (ISWÜ). Dieses eine der wenigen deutschlandweit Zentren hatten die Professorinnen Ina Bergmann und Maria Eisenmann im Jahr 2020 ins Leben gerufen.
In ihrem Vortrag für den Besuch aus Irland zeichnete Maria Eisenmann die lange und vielschichtige Verbindung zwischen Irland und Würzburg von historischen Meilensteinen bis hin zu aktuellen Kooperationen nach. Ein herausragendes Beispiel dieser Beziehung ist das Kilians-Evangeliar, eines der wertvollsten Werke der Universitätsbibliothek, das den Beginn des kulturellen Austauschs markiert.
Die Irish Studies Würzburg (ISWÜ) sind heute ein zentraler Motor dieser lebendigen Verbindung. Als Teil des europaweiten Netzwerks der European Federation of Associations and Centres of Irish Studies (EFACIS) ist Würzburg eingebunden in eine Gemeinschaft von rund 50 akademischen Zentren in über 25 Ländern. „Damit ist ISWÜ nicht nur lokal verankert, sondern international vernetzt und trägt dazu bei, Würzburg als wichtigen Standort der Irish Studies in Europa sichtbar zu machen“, wie Eisenmann sagte.
Vielfältige Angebote und Aktivitäten
Vor Ort verfolgt ISWÜ das Ziel, Räume für Austausch und Zusammenarbeit zu schaffen: zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Promovierenden, Studierenden der Anglistik und allen, die sich für Irland jenseits der akademischen Welt interessieren. Die inhaltliche Bandbreite reicht von der Analyse einzelner literarischer Werke und sprachlicher Phänomene bis hin zur umfassenden Erforschung von Geschichte und Kultur Irlands. In der Praxis zeigt sich dies in vielfältigen Aktivitäten wie Lesungen, Gastvorträgen, Workshops, Studientagen, Symposien, Konferenzen und kulturellen Veranstaltungen wie der Irish Itinerary.
Auch darüber hinaus wird die irische Kultur in Würzburg lebendig gehalten. Die Deutsch-Irische Gesellschaft Würzburg, vertreten durch Matthias Fleckenstein und Emma Phelan, engagiert sich seit Jahren für den kulturellen Austausch. Einen weiteren wichtigen Beitrag leistet Dr. Mark Darling am Lehrstuhl für Vergleichende Sprachwissenschaft, insbesondere durch seine Forschung zu den keltischen Sprachen.
Studierende berichten von ihren Austauscherfahrungen
Ein besonderes Highlight des Besuchs waren die Erfahrungsberichte irischer Studierender, die im Rahmen von Austauschprogrammen wie Erasmus in Würzburg leben. Sie schilderten eindrucksvoll, wie sie die Verbindung zwischen ihrer Heimat und Würzburg persönlich erleben und mitgestalten.
„Der Besuch hat eindrucksvoll gezeigt, dass die Verbindung zwischen Würzburg und Irland weit mehr ist als ein historisches Relikt. Sie lebt durch die Menschen, die sie gestalten, durch Forschung, Lehre und den studentischen Austausch“, lautet Maria Eisenmanns Fazit nach dem Besuch von Maeve Collins. Sie und das gesamte ISWÜ-Team hätten sich sehr über den Besuch der irischen Botschafterin und des Generalkonsuls gefreut. So werde Würzburg auch in Zukunft ihrem Ruf als „irische Stadt auf dem Kontinent“ gerecht.
Kontakt
Prof. Dr. Maria Eisenmann & Prof. Dr. Ina Bergmann, Irish Studies Würzburg,
T +49 (0)931-31-88529, E-Mail: maria.eisenmann@uni-wuerzburg.de, ina.bergmann@uni-wuerzburg.de
Webseite der Irish Studies
