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Medizinische Fakultät

Ein Jahr im All: Würzburger Kleinsatellit InnoCube

20.01.2026

Am 14. Januar 2025 brachte eine SpaceX-Rakete InnoCube in den Orbit. Nun feierte der Kleinsatellit der Universität Würzburg Einjähriges – und blickt bereits auf einige tolle Erfolge zurück.

Kleinsatellit InnoCube (links) mit dem Auswurfcontainer (recht). In diesem ist der Satellit an Bord der Rakete sicher verstaut.
Kleinsatellit InnoCube (links) mit dem Auswurfcontainer (rechts). In diesem ist der Satellit an Bord der Rakete sicher verstaut. (Bild: Pavlo Slobodnychenko / Exolaunch)

Der Würzburger Uni-Satellit ist ausgestattet mit mehreren innovativen Technologien, die während der letzten 12 Monaten im Weltraum zum Einsatz kamen. Darunter der weltweit erste komplett drahtlose Satellitenbus SKITH sowie zuletzt der erste KI-Lageregler auf einem Satelliten. Entwickelt wurde InnoCube in Kooperation an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) und der TU Berlin. In Würzburg betreut der Lehrstuhl Informatik VIII von Professor Sergio Montenegro mit seinem Team das Projekt. 

Seit dem 14. Januar 2025 kreist der etwa vier Kilogramm schwere Kleinsatellit in seinen 500 Kilometer hohen Orbit um die Erde. 

Erfolgreiches Jahr im Orbit 

Während des ersten Jahres im Orbit konnten auf InnoCube erfolgreich neue, innovative Technologien getestet werden: Der in Würzburg entwickelte drahtlose Satellitenbus SKITH (Skip The Harness), der einen Datenaustausch an Bord des Satelliten per Funk ermöglicht, bewies im All seine Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit unter extremen Bedingungen. Von dieser Technologie verspricht sich das Team signifikante Ersparnisse im Bereich der Kabelmasse bei zukünftigen Satellitenmission. 

Getestet werden konnte außerdem ein Prototyp einer innovativen Energiespeichertechnik “WallE-2-Space” – ein Experiment, das von der TU Berlin entwickelt wurde und zukünftig Energiespeicher und Satellitenstruktur vereinen soll. 

Ein ganz besonderer Schritt gelang vor wenigen Monaten: Im Oktober 2025 führte das an der JMU entwickelte KI-System LeLaR (In-Orbit-Demonstrator Lernende Lageregelung) ein vollständig durch Künstliche Intelligenz gesteuertes Lagemanöver im Orbit durch – eine Weltpremiere! Das Experiment ebnet die Grundlage für den Einsatz innovativer, intelligenter Systeme, die einen Satelliten autonom im Weltall steuern können. 

Begleitet wurde die Mission durch zahlreiche Beiträge, Mitarbeit und Interesse von Studierenden aus beiden Universitäten – sei es in Abschlussarbeiten, als studentische Hilfskräfte oder als Teil von Vorlesungen. 

Grüße an Amateurfunker 

Neben den Hauptexperimenten besitzt InnoCube auch eine Amateurfunker-Nutzlast, welche durch Funkamateure auf der ganzen Welt empfangen werden kann. In einem Weihnachtsevent 2025 schickte InnoCube festliche Grüße aus dem Weltall an Raumfahrtbegeisterte auf mehreren Kontinenten. 

Auch anlässlich des ersten Geburtstags grüßte der Satellit seine Fans aus der Amateurfunker-Community.  

„Bei den verschickten Nachrichten handelt es sich um einen Morse-Code, der mit einfachen Funkgeräten empfangen werden kann“, erklärt Tom Baumann, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt. „Gemorst wird die Kennung des Satelliten, die Temperatur des On-Board-Funkgeräts sowie eine Text-Nachricht – zum Beispiel ‚Merry Christmas‘ oder ‚Happy Birthday‘.“ Empfangen die Funkamateure das Signal, erhalten sie auch eine sogenannte QSL-Karte. Diese digitalen Empfangsbestätigungen werden gerne gesammelt. Für 2026 sind weitere Aussendungen geplant. 

Die Mission geht weiter 

Bis zum Ende des geförderten Verbundvorhabens im Juni 2026 sollen noch zahlreiche Experimente an Board von InnoCube folgen: Weitere Daten des Funksystems sollen gesammelt, sowie weitere Experimente der KI-Lageregelung durchgeführt werden.  

„Der Satellit ist weiterhin voll funktionsfähig und wir nutzen die Gelegenheit, Technologieexperimente im Weltraum in vollem Umfang durchzuführen“, so Professor Sergio Montenegro. Nach dem Ende des regulären Betriebs soll der Satellit durch studentische Unterstützung weiter betrieben und in der Lehre eingesetzt werden. 

Förderhinweis 

Die Projekte InnoCube (FKZ: 50RU2000) und LeLaR (FKZ: 50RA2403) werden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) auf Grundlage eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. 

Kontakt 

Tom Baumann, Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Tel. +49 931 31-87789, E-Mail: tom.baumann@uni-wuerzburg.de 

Prof. Dr. Sergio Montenegro, Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Tel. +49 931 31-83715, E-Mail: sergio.montenegro@uni-wuerzburg.de 

Von Team Innocube / Lutz Ziegler

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