Drei Forscherinnen ausgezeichnet
28.07.2026Die Fakultät für Humanwissenschaften hat Dr. Katja Höglinger für ihre Doktorarbeit den Beatrice-Edgell-Preis verliehen. Der Matilda-Preis für die besten Paper ging an Dr. Elena Dück und Dr. Simone Schäffner.
Den mit 1.000 Euro dotierten Beatrice-Edgell-Preis vergibt die Fakultät für Humanwissenschaften jedes Jahr an herausragende Dissertationen von Frauen. Er geht für 2026 an Dr. Katja Höglinger vom Institut für Sonderpädagogik.
Dr. Katja Höglinger schloss ihre Dissertation mit Bestnote ab. Die Würzburger Wissenschaftlerin hat untersucht, wie Lehrkräfte Kinder und Jugendliche mit chronischen Krankheiten besser unterstützen können – ein Thema, das im pädagogischen Diskurs bislang kaum berücksichtigt wird. Sie entwickelte ein Modell, um die Chancen chronisch kranker Kinder auf Bildungsteilhabe zu verbessern. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Ausbildung von Lehramtsstudierenden. Die Doktorarbeit wurde Open Access bei Springer publiziert.
Die Fakultät hebt in der Laudatio hervor, dass die Preisträgerin mit weiteren Publikationen und einer regen Vortragstätigkeit beeindrucke. Ihre Lehre sei inhaltlich breit aufgestellt, sie engagiere sich in der akademischen Selbstverwaltung und habe Leitungsaufgaben an einem Lehrstuhl übernommen, als dieser nicht besetzt war. Zudem habe sie erste Drittmittel eingeworben und einen Fortbildungskurs für Lehrkräfte konzipiert. Aktuell bereitet Katja Höglinger mit Blick auf eine langfristige Karriere in der Wissenschaft ihr Habilitationsprojekt vor.
Benannt ist der Preis nach der britischen Psychologin Beatrice Edgell (1871-1948). Sie war 1901 die erste Frau, die an der Uni Würzburg einen Doktortitel erhielt. Weitere Informationen zum Beatrice-Edgell-Preis.
Matilda-Preis für Elena Dück und Simone Schäffner
Die Fakultät vergab außerdem den Matilda-Preis 2026 für die zwei besten Paper von Nachwuchsforscherinnen. Jeder Preis ist mit 1.000 Euro dotiert.
Dr. Elena Dück vom Institut für Politikwissenschaft und Soziologie erhielt den Preis für ein Paper über die Darstellung von Frauen und Männern im Ukraine-Krieg. Sie hat dafür ukrainische Social-Media-Beiträge untersucht, die seit dem russischen Angriff veröffentlicht wurden. Dabei zeigte sich, dass Frauen und Männer im Krieg teils in bekannten Rollen dargestellt werden, dass diese Rollenbilder sich aber auch verändern. Ihre Arbeit liefert neue Erkenntnisse darüber, wie Kriege mit Bildern erzählt und geprägt werden. Veröffentlicht wurde sie im Journal International Political Sociology.
Dr. Simone Schäffner vom Institut für Sonderpädagogik hat in einer Studie mit 64 Kindern untersucht, wie gut diese zwischen verschiedenen Aufgaben wechseln können, wenn sie hören, sehen, sprechen oder mit den Händen reagieren müssen. Das Ergebnis: Kinder wechseln schneller und machen weniger Fehler, wenn die Aufgaben inhaltlich gut zusammenpassen. Diese Arbeit hilft besser zu verstehen, wie Kinder Sprache verarbeiten und mehrere Anforderungen gleichzeitig bewältigen. Das Paper ist im Journal Psychological Research erschienen.
Der Preis ist nach dem Matilda-Effekt benannt. Dieser besteht darin, dass wissenschaftliche Beiträge von Frauen oft weniger anerkannt werden als die von Männern. Benannt ist der Effekt nach der US-amerikanischen Frauenrechtlerin Matilda Joslyn Gage (1826-1898). Weitere Informationen über den Matilda-Preis.
