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Medizinische Fakultät

Herakles‘ heldenhafter Weg ins Digitale

27.01.2026

Stetig baut das Martin von Wagner Museum der Uni Würzburg sein digitales und interaktives Angebot aus. Jüngstes Beispiel ist das neue Herakles-Game, das Interessierte nun auf einem Touchtable ausprobieren können.

Vom Motiv auf der Vase zum interaktiven Spiel: Im Herakles-Game begeben sich Interessierte auf die Spuren des griechischen Halbgottes.
Vom Motiv auf der Vase zum interaktiven Spiel: Im Herakles-Game begeben sich Interessierte auf die Spuren des griechischen Halbgottes. (Bild: Christina Kiefer / Universität Würzburg)

Er ist der stärkste aller Helden der griechischen Mythologie: Herakles, auch bekannt unter seinem lateinischen Namen Hercules. Um sich seinen außergewöhnlichen Heldenstatus zu verdienen, musste der Halbgott zwölf Heldentaten absolvieren. Einer seiner schwierigsten Kämpfe war gegen die Hydra, eine Wasserschlange, der zwei Köpfe nachwuchsen, wenn einer abgeschlagen wurde.

Besucherinnen und Besucher der Antikensammlung des Martin von Wagner Museums der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) können nun spielerisch in den Sagenstoff des Herakles eintauchen: Auf einem Touchtable steht ihnen das Herakles-Game zur Verfügung. In einem interaktiven Quiz begeben sich Interessierte auf die Spuren des Helden durch den Mittelmeer-Raum. Ein Tipp: Bei jeder Frage erscheint in der rechten oberen Ecke des Bildschirms ein Bildmotiv, das Anhaltspunkte für die richtige Antwort liefert.

Johannes Troll, Software Engineer und Absolvent des JMU-Studiengangs Games Engineering, hat das Spiel programmiert. Dieses ist für alle Altersgruppen geeignet und ist im vorderen Kuppelsaal zu finden. Dort stehen auch Vasen, auf denen Herakles dargestellt ist. „Das Spiel habe ich während meines Studiums im Rahmen des Moduls Game Lab II entwickelt. Die Designerin des Museums, Christina Kiefer, hat dabei hervorragende Graphiken für Heracles Game erstellt“, so Troll.

Die zwölf Heldentaten des Herakles

Der Sagenstoff um die zwölf Heldentaten des Herakles startet alles andere als heldenhaft: In einem Anfall von Wahnsinn und Zorn tötete der Halbgott seine eigenen Kinder. In diesen Wahn trieb ihn Hera, Göttin der Ehe und Gattin des Göttervaters Zeus. Diese schickte Herakles in die Knechtschaft unter Eurystheus, König von Mykene.

Dieser entsendete den Halbgott in entlegene Gegenden der antiken Welt, bis Herakles schließlich das Reich des Hades, des Herrschers der Unterwelt, erreichte. Auf seiner Abenteuerreise vollbrachte Herakles seine zwölf Heldentaten und kämpfte gegen viele Tiere und Monster, darunter der nemeische Löwe und die Hydra. Andere Gestalten wie eine Hirschkuh und einen Eber fing der Held ein.

Darstellungen des Helden tauchten in großer Menge erstmals auf attischen Vasen aus dem sechsten Jahrhundert vor Christus auf. Die Reihenfolge, in der Herakles seine Aufgaben erledigte, war damals noch variabel; erst der griechische Historiker Diodor legte sie im Jahr 30 v. Chr. fest. Es entwickelte sich eine feste Auswahl an Motiven im Bildzyklus. Abbildungen sind sowohl auf den Metopen des Zeus-Tempels von Olympia zu finden als auch auf Gefäßen, Mosaiken und Sarkophagen.

Die Touchtables im Museum

Das Team der Antikensammlung, unter Leitung von Professor Jochen Griesbach-Scriba, hat einen Touchtable im April 2025 offiziell in Betrieb genommen. Eine Förderung der Bürgerstiftung Würzburg und Umgebung ermöglichte die Anschaffung. Die ersten Inhalte haben Studierende in einem Seminar entwickelt, das Dr. Florian Leitmeir vom Lehrstuhl für klassische Archäologie leitete. André Mischke, IT-Experte des Instituts für Kunstgeschichte, unterstützte bei der technischen Umsetzung. Den Touchtable hat Erwin Seelmann, Schreinermeister und Aufseher im Museum, gebaut.

Herakles-Game, das auf einem zweiten Touchtable spielbar ist, erweitert das interaktive Angebot des Museums. Der Direktor der Antikensammlung hielt damit ein Versprechen ein, das er am 30. April 2025 gab: „Für uns ist die heutige Einweihung nur der Auftakt. Digitale Angebote generieren neue Wege, die Antike mit akademischem Anspruch und dennoch leicht verständlich zu erschließen.“

Mehr Informationen zur Einweihung des Touchtables gibt es in der Pressemitteilung

Kontakt

Prof. Dr. Jochen Griesbach-Scriba, Direktor der Antikensammlung des Martin von Wagner Museums, T. +49 931 31-89453, jochen.griesbach@uni-wuerzburg.de

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Von Martin Brandstätter

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