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Medizinische Fakultät

KI-Ideen aus Würzburg überzeugen beim 3. Healthcare Hackathon

07.04.2026

Beim jährlichen Healthcare Hackathon Würzburg geht es darum, innerhalb von 48 Stunden im Team digitale Lösungsansätze für Probleme im medizinischen Alltag zu entwickeln. Dieses Jahr holten KI-Lösungen Platz eins und zwei.

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Die drei Siegerteams des 3. Würzburger Healthcare Hackathons. (Bild: Jörg Fuchs / UKW)

Wie lassen sich medizinische Faxbefunde schneller auswerten? Wie können Hauttumore objektiver beurteilt werden? Und wie erkennt man frühzeitig eine drohende Mangelernährung bei krebskranken Kindern? Mehr als 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer tüftelten auf dem 3. Würzburger Healthcare Hackathon daran, medizinische Versorgung und Forschung an der Universitätsklinik Würzburg (UKW) zu erleichtern. Innerhalb von nur 48 Stunden entwickelten sie dazu konkrete Lösungsansätze.

Am 26. und 27. März wurde das Skyline Hill Center auf dem Hubland zum Treffpunkt für Ärztinnen und Ärzte, IT-Fachleute, zahlreiche Studierende sowie Doktorandinnen und Doktoranden aus ganz Deutschland, der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) und des UKW. In insgesamt elf Challenges untersuchten sie gemeinsam digitale Lösungsansätze für reale Probleme aus dem medizinischen Alltag.

Der Trend war dabei deutlich: Künstliche Intelligenz spielte in vielen Projekten eine zentrale Rolle. Dabei ist der Healthcare Hackathon längst mehr als ein Wettbewerb: Vielmehr entsteht ein Raum, in dem unterschiedliche Disziplinen zusammenkommen und voneinander profitieren. Ideen werden diskutiert, verworfen, weiterentwickelt – und oft direkt als Prototyp umgesetzt.

Wenn Daten den klinischen Alltag erleichtern

Besonders überzeugte die Jury aus wissenschaftlichen Fachvertretern in diesem Jahr das Team CareTechCollective der Würzburger IT-Firma Systhemis. Mit seinem Projekt „LabEfficient“ gewann es den ersten Preis in Höhe von 1.000 Euro. Die Fragestellung wurde – ebenso wie die Challenge des zweitplatzierten Teams – von Dr. Simon Goller aus der UKW-Hautklinik gestellt.

Sie zielte auf die Erleichterung der Auswertung externer Laborbefunde: „Ein alltägliches Problem für uns in der Klinik ist, dass wir sehr viele Laborbefunde von Praxen als Fax erhalten und diese Befunde dann von Hand auswerten müssen. Das kostet im Arbeitsalltag viel Zeit“, erklärt Dr. Goller. Die prämierte Lösung nutzt Künstliche Intelligenz, um solche Dokumente automatisch auszulesen, Inhalte zu strukturieren und relevante Auffälligkeiten sichtbar zu machen. Das entlastet Ärztinnen und Ärzte und verbessert die Befundauswertung.

Neues System der Bildanalyse

Auch das Team Helix hatte Erleichterungen des klinischen Alltags im Blick: Mit „SkinStager“ entwickelte es ein System, das Fotos von Hauttumoren analysiert und vergleichbar macht. Bislang ist die Beurteilung stark vom subjektiven Eindruck abhängig – unterschiedliche Perspektiven oder Bildausschnitte erschweren die Auswertung.

Die Lösung setzt auf KI-gestützte Bildverarbeitung: Fotos werden automatisch ausgerichtet, auffällige Hautbereiche erkannt und in ihrer Größe vermessen. So entsteht eine objektivere Grundlage für die Beurteilung des Therapieverlaufs. „Das Team hat trotz anfänglicher Hürden schnell eine überzeugende und pragmatische Lösung entwickelt, die zukünftig Ärzten und Patienten gleichermaßen helfen kann“, freute sich Vanessa Borst, Doktorandin am JMU-Lehrstuhl für Software Engineering, über den zweiten Platz des Teams, das sie als Mentorin begleitet hat.

Früh erkennen, besser behandeln

Den dritten Platz belegte das Team Krankenkassen-Codierer aus Studierenden der JMU mit dem Projekt „NutriCare Kinderonkologie“. Im Fokus stand hier die Versorgung krebskranker Kinder. Eine App soll dabei helfen, Mangelernährung frühzeitiger zu erkennen.

Eltern können darin regelmäßig Daten eingeben, die automatisch ausgewertet werden. Kritische Entwicklungen werden früh erkannt und übersichtlich dargestellt, so dass medizinisches Personal schneller reagieren kann.

Ideen mit Zukunft

Die Ergebnisse des Hackathons zeigen, wie groß das Potenzial digitaler Lösungen im Gesundheitswesen ist – vor allem dann, wenn medizinische Expertise und technisches Know-how zusammenkommen. Eine wichtige Grundlage dafür ist die dynamische Gründerszene in der Region Würzburg. Interdisziplinäre Zusammenarbeit, enge Vernetzung sowie kompetente Ansprechpartner aus Wissenschaft, IT und Wirtschaft schaffen einen fruchtbaren Boden für neue Start-up-Ideen.

Dadurch steigen auch die Chancen, dass Projekte aus dem Hackathon weiterentwickelt und langfristig in die medizinische Praxis überführt werden. Der Healthcare Hackathon Würzburg entwickelt sich damit zunehmend zu einem Ort, an dem nicht nur Ideen entstehen, sondern konkrete Ansätze für die Medizin von morgen.

Hacken für die gute Sache

Der Healthcare Hackathon Würzburg ist eine Kooperation des JMU-Lehrstuhls für Klinische Epidemiologie und Biometrie, des UKW-Instituts für medizinische Datenwissenschaften, des Würzburger Innovations- und Gründerzentrums (IGZ) sowie des Zentrums für Digitale Innovationen (ZDI) Mainfranken.

Anders als es der Name vermuten lässt, geht es bei der Veranstaltung nicht darum, in Computersysteme einzudringen. Stattdessen werden in interdisziplinären Teams innerhalb kurzer Zeit innovative digitale Lösungen zu häufigen Fragestellungen in der Medizin gesucht und erste Prototypen entwickelt. Organisiert wurde die Veranstaltung von Miriam Schlüter und Professor Rüdiger Pryss (Uni Würzburg und UKW), Denise Hiebl und Dr. Christian Andersen (ZDI) sowie Dr. Gerhard Frank (IGZ).

Die Jury bestand aus Professor Johannes Schobel (Hochschule Neu-Ulm), PD Dr. Patrick-Pascal Strunz (UKW), Dr. Andrea Thelen-Frölich (IZKF Würzburg), Maximilian Ertl (Datenintegrationszentrum Würzburg, UKW) und Professorin Anke Bergmann (UKW).

Von Pressestelle UKW

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