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Medizinische Fakultät

Von Wert für chronisch Kranke

12.04.2022

Verfahren der integrativen Medizin werden in bayerischen Kliniken für Akutmedizin breit angewendet und sind wertvoll für Erkrankte. Das kam bei der IMBAY-Studie heraus.

Präsentation der Ergebnisse aus der Imbay-Studie in München (von links): Jost Langhorst, Klaus Holetschek, Claudia Löffler, Matthias Frosch, Xaver Frauenknecht,  Markus Blume.
Präsentation der Ergebnisse aus der Imbay-Studie in München (von links): Jost Langhorst, Klaus Holetschek, Claudia Löffler, Matthias Frosch, Xaver Frauenknecht, Markus Blume. (Bild: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege)

In bayerischen Kliniken für Akutmedizin ist die Anwendung von Naturheilkunde und komplementärmedizinischen Therapien weit verbreitet. Darauf hat Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek am 5. April 2022 in München anlässlich der Vorstellung der Ergebnisse der IMBAY-Studie (Integrative Medizin in Bayern) der Julius-Maximilians-Universität und des Universitätsklinikums Würzburg sowie des Klinikums Bamberg hingewiesen.

Holetschek betonte: „Mein Ziel ist es, Patientinnen und Patienten die wirksamste Therapie zukommen zu lassen.“ Deshalb habe das Ministerium die IMBAY-Studie mit rund 360.000 Euro gefördert.

Der Minister ergänzte: „Die Studie hat ergeben, dass die Anwendung der integrativen Medizin nicht nur im ambulanten Bereich, sondern auch in bayerischen Akut-Krankenhäusern weit verbreitet ist. Zwei Teilprojekte haben dabei wissenschaftlich fundiert gezeigt, dass integrativ-medizinische Verfahren wirken können und deren Einsatz – zusätzlich zur konventionellen Medizin – einen wertvollen Mehrwert für Patientinnen und Patienten wie zum Beispiel die Verminderung von Symptomen und Verbesserung der krankheitsspezifischen Lebensqualität bieten kann.“

Wissenschaftsminister Markus Blume sagte: „Integrative Medizin ist Realität in der medizinischen Praxis. Sie ist ein wichtiges Puzzleteil einer modernen medizinischen Versorgung. Vor allem für chronisch kranke Patientinnen und Patienten ist sie oft ein Lichtblick – das zeigen uns auch die Studienergebnisse. Es ist deshalb richtig und wichtig, dass wir die Chancen integrativer Medizin noch stärker in den wissenschaftlichen Fokus nehmen und deren Evidenz weiter untersuchen.“

Morbus Crohn

Ein Teilprojekt beurteilte die Machbarkeit einer randomisiert kontrollierten Studie zur Wirksamkeit von Lebensstil-Interventionen bei Patientinnen und Patienten mit der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung Morbus Crohn.

Der Projektverantwortliche Professor Jost Langhorst von der Klinik für Integrative Medizin und Naturheilkunde der Sozialstiftung Bamberg erläuterte: „Für Patientinnen und Patienten mit Morbus Crohn können wir auf wissenschaftlich hohem Niveau zeigen, dass integrativ-naturheilkundliche Therapiekonzepte einen gewichtigen Beitrag in der Versorgung von Patienten mit chronischen Erkrankungen leisten können.“

Reizdarmsyndrom

In einem weiteren Teilprojekt ging es darum, Studien zur Beurteilung der Wirksamkeit von ganzheitlichen Empfehlungen zu Veränderungen des Lebensstils und anderen integrativen medizinischen Verfahren bei gastroenterologischen Patientinnen und Patienten mit Reizdarm systematisch zusammenzufassen und kritisch zu bewerten.

Dr. Claudia Löffler von der Medizinischen Klinik II des Würzburger Uniklinikums fasste die Ergebnisse des Teilprojektes zusammen: Eine umfassende internationale Literaturrecherche zeigte, dass es für achtsamkeitsbasierte Interventionen gute Hinweise einer Wirksamkeit zur Behandlung des Reizdarmsyndroms gibt. Für viele andere Verfahren der komplementären Medizin fehlen aber noch belastbare Ergebnisse aus qualitativ guten Studien. Hier bestehe für die universitäre Medizin ein großer Forschungsbedarf.

Webauftritte von Krankenhäusern

Im dritten Teilprojekt wurden bayernweit die Internetauftritte der Akutkrankenhäuser gesichtet. Dadurch sollte in Erfahrung gebracht werden, wo und wie häufig die integrative Medizin Anwendung findet.

Die Projektleiterin Claudia Löffler führte aus: „Naturheilkundliche und komplementäre Therapieverfahren gehören zur Versorgungsrealität in bayerischen Akutkrankenhäusern. Ein Großteil dieser Kliniken bietet auf ihren Websites drei oder mehr komplementärmedizinische Verfahren an. Bei Betrachtung unterschiedlicher medizinischer Fachgebiete waren diese Verfahren in der Psychiatrie und Psychosomatik sowie in der Geburtshilfe und Gynäkologie am häufigsten vertreten.“

Wertvoll bei chronischen Erkrankungen

Minister Holetschek unterstrich: „Wie die IMBAY-Studie zeigt, leisten evidenzbasierte Naturheilverfahren und Komplementärmedizin vor allem bei chronischen Erkrankungen wie Morbus Crohn einen wertvollen Beitrag. Deshalb ist es wichtig, diese Naturheilverfahren noch stärker in die medizinische Versorgung zu integrieren. Dafür müssen wir Naturheilverfahren vermehrt in den wissenschaftlichen Fokus nehmen und sie in der universitären Forschung und der Lehre und Ausbildung verankern.“

Der Projektzeitraum der IMBAY-Studie erstreckte sich vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2021. Sie bestand aus drei Teilprojekten. Ziel war der Erkenntnisgewinn über die Bandbreite und die Akzeptanz naturheilkundlicher Verfahren und Lebensstil-Interventionen.

Von Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege

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