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Medizinische Fakultät

Studentengraffiti und andere Geschichte(n)

13.10.2026

2027 soll das neue Museum zur Geschichte der Universität Würzburg den Betrieb aufnehmen. Am 23. Oktober 2026 können Interessierte die Räume in Augenschein nehmen und ihr Wissen über die Uni unter Beweis stellen.

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Das Aquarell, vermutlich von Heinrich Ambros Eckerts, zeigt den Würzburger Universitäts-Karzer um 1828. Die Inhaftierten tragen das Couleur des Corps Bavaria Würzburg. (Bild: Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0)

Was heute kaum vorstellbar ist, war früher an vielen Universitäten Realität: Der Karzer – das universitätseigene „Gefängnis“ für Studierende. Wer gegen die akademische Ordnung verstieß, musste hier seine Strafe absitzen. Die Gründe erscheinen aus heutiger Sicht oft erstaunlich: Im Würzburger Karzer landeten Studierende beispielsweise wegen Schneeballwerfens, oder weil sie Kommilitonen im Physikum Antworten vorgesagt hatten.

Die Wände dieser besonderen Räume erzählen, grafisch dokumentiert, bis heute ihre ganz eigenen Geschichten. Sie waren übersät mit Zeichnungen, Sprüchen und Botschaften ehemaliger Insassen – ein einzigartiges Zeugnis studentischen Lebens vergangener Jahrhunderte.

Eintauchen in die Atmosphäre eines Karzers

Pünktlich zu ihrem 625-jährigen Jubiläum will die Universität am 14. Februar 2027 das neue Museum für Universitätsgeschichte (MUG) im historischen Gewölbe der Alten Universität eröffnen. Dessen Motto lautet: „Wissen. Wandel. Wahrheiten.“  Auf Interessierte warten Exponate, die verdeutlichen, wie Wissenschaft Würzburg und die Welt geprägt hat und weiterhin prägt.

Und dazu gehört auch die Möglichkeit, selbst in die Atmosphäre eines Karzers einzutauchen. Ein Highlight: In der begehbaren Karzer-Installation darf jeder sein eigenes „Wandgraffiti“ hinterlassen und damit eine Tradition wieder aufleben lassen. 

Doch das Museum wird weit mehr sein als ein Blick in den studentischen Alltag vergangener Zeiten. Die Universität Würzburg, die ihr Gründungsprivileg bereits im Jahr 1402 erhielt und deren Privileg 1582 bestätigt wurde, präsentiert hier künftig die vielfältigen Geschichten einer über 600 Jahre alten Institution.

Besucherinnen und Besucher erfahren von berühmten Persönlichkeiten, außergewöhnlichen Ereignissen und liebenswerten Kuriositäten. So können die Gäste des Museums herausfinden, worum es sich bei einem Quagga handelt, bei wem mit „büffelartiger Grobheit“ zu rechnen ist und wieso eine Forschungsreise vom Wohnwagen aus gestartet wurde. 

Ein Museum in einem 444 Jahre alten Gebäude

„Nur wenige Universitäten in Deutschland haben einen Ort geschaffen, an dem ihre eigene Geschichte für die Öffentlichkeit erlebbar wird. Und dann noch in einem Raum, der 444 Jahre alt und selbst historisches Zeugnis ist“, freut sich Dr. Marcus Holtz, Leiter des Universitätsarchivs.

Die Vorbereitungen für das Museum werden bereits von einer beeindruckenden Unterstützung der Universitätsgemeinschaft und Stiftungen getragen: Es konnten bislang 120.000 Euro eingeworben werden. Für die vollständige, nachhaltige und inklusive Realisierung des Projekts werden jedoch noch weitere 70.000 Euro benötigt.

Projekttag mit Wissensquiz

Bei diesem offenen Projekttag des entstehenden Museums für Universitätsgeschichte können sich Interessierte den künftigen Ausstellungsraum, den Weinkeller der Universität, bei einem Glas Federweißer oder Traubensaft ansehen. Sie sind herzlich eingeladen, sich über das Projekt und die Spendenkampagne vor Ort zu informieren und ihr Wissen bei einem Quiz unter Beweis zu stellen.

Der offene Projekttag findet statt am Freitag, 23. Oktober 2026, von 17 bis 20 Uhr. Das Quiz startet um 17:45 Uhr und wird alle 45 Minuten wiederholt. Der Eingang zu den Museumsräumen befindet sich in der Alten Universität, Domerschulstraße 16, im Torbogen zum Innenhof.

Von Uniarchiv

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