Läusemelken statt Wetterleuchten
13.01.2026Im Wettbewerb um das beste Pressefoto Unterfrankens hat die Universität erneut den Preis in der Kategorie „Wissenschaft“ gesponsert. Er ging an die Fotografin Pia Bayer für ein Foto von Ameisen im heimischen Garten.
„Schwer kranke Ameisen schlagen Alarm und werden getötet“ – „Rossameisen amputieren verletzte Beine sofort“ – „Afrikanische Ameisen pflegen ihre verletzten Artgenossen gesund“: Wer die Pressemitteilungen der Universität Würzburg liest, weiß: Ameisen bilden am Biozentrum einen Forschungsschwerpunkt.
Da passt es sehr gut, dass das beste Pressefoto Unterfrankens 2025 in der Kategorie „Wissenschaft“ ebenfalls Ameisen zeigt. Auf der Aufnahme der Fotografin Pia Bayer sind mehrere Exemplare zu sehen, die über den Stängel einer Pflanze krabbeln und Blattläuse melken, während dahinter die Sonne aufgeht.
Akribische Vorbereitung ohne Erfolg
„Geplant hatte ich an diesem Tag eigentlich etwas ganz anderes“, erinnert sich Pia Bayer. Losgeschickt wurde sie am 26. Juni 2025 mit dem Auftrag, spätestens bis 7 Uhr Wetterfotos zum Thema „Hitze und Gewitter“ zu liefern. „Am Tag vorher hatte ich mich deshalb durch mehrere Wetter-Apps und Satellitendaten geklickt, geschaut, wo in meiner Region ein Gewitter zu Tagesbeginn durchziehen könnte und man gleichzeitig von einem hohen Punkt aus sowohl die Gewitterwolken als auch ein wenig Morgenrot ins Bild setzen könnte“, beschreibt sie ihre akribische Vorbereitung.
Ihre Wahl fiel auf den Staffelberg im Landkreis Lichtenfels, mit Blick über den sogenannten Gottesgarten. Hier war für circa 7 Uhr ein Gewitter angekündigt. Das allerdings zum Leidwesen der Fotografin nicht auftauchen wollte. Auf dem Berg stehend musste sie deshalb kurzerhand eine neue Bildidee entwickeln. „Wenige Tage zuvor hatte ich fasziniert einige Ameisen beim Läuse-Melken in unserem eigenen Garten beobachtet, so machte ich mich im Licht der aufgehenden Sonne auch dort auf die Suche nach einigen Insekten und fand mein etwas anderes Wetter-Motiv.“
Zur Person
Pia Bayer lebt in der Gemeinde Untermerzbach, dort ist sie auch aufgewachsen, und arbeitet vor allem für die regionalen Medien in der Region Nordbayern/Südthüringen, sprich: Neue Presse Coburg, Freies Wort Suhl, Fränkischer Tag und Mainpost. „Eigentlich komme ich aus dem Textbereich. Als reine Fotojournalistin arbeite ich bisher ausschließlich für die Deutsche Presse-Agentur dpa“, sagt sie.
Der Kontakt zur dpa kam ebenfalls über einen Preis zustande: „Nachdem ich beim Wettbewerb Pressefoto Bayern 2022 mit einem Foto in der Kategorie ‚Umwelt & Energie‘ gewonnen hatte, sprach mich der dpa-Landesbüroleiter aus München nach der Preisverleihung an und fragte, ob ich es nicht mal als Fotografin für die dpa probieren möchte“, erzählt Bayer. Seit 2023 ist sie deshalb auch für die Deutsche Presse-Agentur im Einsatz.
Der Wettbewerb
Fotografinnen und Fotografen aus ganz Unterfranken hatten sich mit rund hundertfünfzig Bildern an dem vom Bayerischen Journalisten-Verband Mainfranken und dem Bezirk Unterfranken initiierten Wettbewerb beteiligt. Unterstützt wurde die Foto-Schau vom Bayernwerk, den Sparkassen Mainfranken (Würzburg), Schweinfurt und Aschaffenburg-Alzenau, der Universität Würzburg und der Stadt Würzburg.
