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Medizinische Fakultät

Preisgekrönte Forschung zur Rheuma-Therapie mit App

15.09.2026

Der Rheumatologe Dr. Patrick-Pascal Strunz vom Uniklinikum hat den Rudolf Schoen-Preis erhalten – für Studien über die therapeutische Wirksamkeit einer in Würzburg entwickelten App.

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Patrick-Pascal Strunz (Mitte), Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie und Funktionsoberarzt am Uniklinikum Würzburg, bei der Preisverleihung mit Professor Ulf Wagner (links), Kongresspräsident und Präsident der DGRH, und Laudator Marc Schmalzing, Leiter der Rheumatologie am Uniklinikum Würzburg. (Bild: Christian Schneider-Broecker / CSB-Leipzig)

Für seine hervorragende Forschungsarbeit hat die Stiftung der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie den Privatdozenten Dr. Patrick-Pascal Strunz vom Universitätsklinikum Würzburg ausgezeichnet. Sie verlieh ihm am 9. September 2026 auf dem Deutschen Rheumatologiekongress 2026 in Leipzig den Rudolf Schoen-Preis.

Der Preis soll junge Rheuma-Forschende fördern. Patrick-Pascal Strunz teilt sich die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung mit Dr. Christina Bergmann vom Universitätsklinikum Erlangen. Die Forschungsarbeiten der beiden haben unmittelbare Bedeutung für die Behandlung von Menschen mit Rheuma.

Neue Erkenntnisse zur Therapie von Morbus Bechterew

Rheuma ist mehr als schmerzende Gelenke. Rheuma steht für eine Gruppe unterschiedlicher Erkrankungen, die häufig mit Entzündungen einhergehen und den Alltag der Betroffenen erheblich beeinträchtigen können.

Eine dieser Erkrankungen ist die axiale Spondyloarthritis (axSpA), die auch als Morbus Bechterew bekannt ist. Es handelt sich dabei um eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die vor allem die Wirbelsäule betrifft und oft schon in jungen Jahren beginnt. In Deutschland sind davon rund 700.000 Menschen betroffen.

Neben entzündungshemmenden Medikamenten spielt bei der Therapie regelmäßige Bewegung eine zentrale Rolle – nicht nur in der Physiotherapie, sondern auch im Alltag. Genau dabei soll die in Würzburg entwickelte App Axia Betroffene unterstützen – und laut den Studien von Patrick-Pascal Strunz kann sie das auch.

App Axia unterstützt Bewegung im Alltag

„Axia reduziert die Krankheitsaktivität, verringert die Einschränkungen im Alltag und verbessert nachweislich die Funktionsfähigkeit und Lebensqualität der Betroffenen“, sagt der Würzburger Rheumatologe. Er hat den therapeutischen Nutzen der digitalen Gesundheitsanwendung in einer Studie mit 200 Patientinnen und Patienten mit axSpA belegt. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin Annals of the Rheumatic Diseases veröffentlicht.

Fast zeitgleich publizierte das Studienteam im Journal Therapeutic Advances in Musculoskeletal Disease die Ergebnisse einer ergänzenden Studie. Darin zeigte sich, dass sich die Beweglichkeit der Wirbelsäule und die Kraft der Rückenmuskulatur unter der Nutzung der App ohne relevante Sicherheitsbedenken verbesserten und die Krankheitsaktivität sich verringerte.

Entwickelt von Würzburger Studierenden und Informatikern

Axia wurde Anfang 2026 als digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) zugelassen. Sie ist die erste App auf Rezept für eine entzündlich-rheumatische Erkrankung, die in der Regelversorgung in Deutschland verfügbar ist.

Die digitale Therapiehilfe wurde von den Würzburger Medizinstudierenden Maxime Le Maire und Tobias Heusinger sowie Robert Leppich vom Institut für Informatik der Universität Würzburg im Rahmen des Start-ups Applimeda in Zusammenarbeit mit der Rheumatologie des Uniklinikums Würzburg und der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew entwickelt.


Publikationen

  • An app-based nonpharmacological intervention improves patient-reported disease activity, functionality, and quality of life in patients with axial spondyloarthritis: a randomised controlled trial, Annals of the Rheumatic Diseases, 2026, https://doi.org/10.1016/j.ard.2026.02.016
  • Association of an app-based intervention with improvements in mobility, trunk muscle strength and patient-reported disease activity in axial spondyloarthritis: a 24-week pre–post study. Therapeutic Advances in Musculoskeletal Disease 2026, DOI 10.1177/1759720X261453287

Von Pressestelle Universitätsklinikum Würzburg

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