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Medizinische Fakultät

Mit künstlichem Gewebe neue Therapien fürs Auge erforschen

06.10.2026

Die Würzburger Augenheilkunde wurde auf dem Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft für ein neues Bindehautmodell ausgezeichnet.

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Kongresspräsident Professor Dr. Lars-Olof Hattenbach (rechts) überreichte Zhi Liang die Urkunde über den DOG-Posterpreis. (Bild: DOG 2026 / Christian Augustin)

Wie lässt sich menschliches Gewebe möglichst realistisch nachbilden? Und wie können solche Modelle dazu beitragen, neue Therapien für Augenerkrankungen zu entwickeln und Tierversuche zu reduzieren? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Forschungsteam um Dr. Malik Salman Haider an der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) unter der Leitung von Professor Jost Hillenkamp. Auf dem diesjährigen Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) in Berlin wurde die Arbeit des Teams mit einem Posterpreis ausgezeichnet.

Bindehautgewebe im Labor herstellen

Im Mittelpunkt der ausgezeichneten und vom Doktoranden Zhi Liang vorgestellten Arbeit steht ein neu entwickeltes Gerüst für die Herstellung von Bindehautgewebe. Die Bindehaut schützt die empfindliche Augenoberfläche und hilft dabei, sie feucht und widerstandsfähig zu halten. Nach Verletzungen, Entzündungen oder Operationen kann jedoch Gewebe verloren gehen.  Für die Entwicklung von Gewebeersatz und neuen Behandlungsmöglichkeiten sind deshalb realistische Modelle der Bindehaut gefragt.

Das Projekt ist das Ergebnis einer engen und fruchtbaren Zusammenarbeit mit dem von Professor Jürgen Groll geleiteten Lehrstuhl für Funktionswerkstoffe der Medizin und Zahnheilkunde (FMZ). Wahaj ul Haq aus der Augenklinik, Dr. Camilla Mussoni und Muhammad Aslam vom FMZ sowie Zhi Liang aus der Augenklinik entwickelten gemeinsam ein präzise strukturiertes Gerüst. Es verfügt über klar voneinander abgegrenzte obere und untere Bereiche, welche es ermöglichen, Epithelzellen und Fibroblasten entsprechend ihrer natürlichen Anordnung zu organisieren. So entsteht ein gewebeähnliches zweischichtiges Konstrukt.

„Ich bin sehr stolz auf das gesamte Team. Diese Auszeichnung spiegelt die harte Arbeit, Kreativität und Ausdauer unserer jungen Forschenden wider, deren Engagement unsere Forschung voranbringt“, kommentiert Malik Salman Haider den Erfolg. „Besonders freut mich, dass ihre Arbeit auf einem so bedeutenden Kongress Anerkennung findet.“

Die Plattform bildet eine Grundlage für die weitere Entwicklung eines Gewebe-Ersatzes für die Bindehaut und von standardisierten dreidimensionalen Modellen der Augenoberfläche. Sie könnte zudem die Untersuchung neuer Behandlungsmöglichkeiten und Wirkstoffverabreichungssysteme unterstützen und gleichzeitig dazu beitragen, Tierversuche zu ersetzen und zu reduzieren.

Anschubfinanzierung für die Forschung an Pilzkeratitis

Neben dem Posterpreis erhielt das Forschungsteam im Zusammenhang mit dem DFG-geförderten Projekt zur Pilzkeratitis der Klinik eine DOG-Anschubfinanzierung in Höhe von 2.500 Euro. Bei einer Pilzkeratitis infizieren Pilze die Hornhaut und können schwere Gewebeschäden verursachen. Im schlimmsten Fall droht ein Verlust des Sehvermögens. Ziel des geförderten Projekts ist es, neue Möglichkeiten zu entwickeln, Medikamente gezielt an die betroffene Stelle zu bringen. Eine wirksamere Wirkstoffverabreichung könnte dabei helfen, die Behandlung von Pilzinfektionen der Hornhaut zu verbessern.

Der DOG-Kongress, der vom 24. bis 27. September in Berlin stattfand, brachte in diesem Jahr mehr als 3.100 Fachdelegierte und insgesamt mehr als 4.600 Teilnehmende zusammen.

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Von Pressestelle UKW

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