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Medizinische Fakultät

Kinderwunschzentrum an neuem Standort

06.02.2024

Alle Bereiche des Kinderwunschzentrums am Würzburger Uniklinikum sind nun an einem Standort vereint: in hellen, modernen Räumen im Turm der Frauenklinik.

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Seit Anfang 2024 arbeitet das Team des UKW-Kinderwunschzentrums in neuen Räumen in der Frauenklinik. (Bild: Daniel Peter / Universitätsklinikum Würzburg)

Das Kinderwunschzentrum am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) hat neue, modern ausgestattete Räume im prägnanten Turm der UKW-Frauenklinik bezogen. Auf drei Etagen stehen nun Untersuchungs- und Behandlungsräume, modernste Laboreinrichtung sowie Flächen für Kältetanks zum Lagern von eingefrorenen Spermien oder Eizellen zur Verfügung.

Jährlich werden am UKW-Kinderwunschzentrum etwa 750 Patientinnen und Patienten behandelt. Damit zählt das Zentrum zu den größten Einrichtungen dieser Art in Unterfranken.

„Für unsere Patientinnen und Patienten mit Kinderwunsch stehen nun helle und moderne Räume am UKW zur Verfügung. Und das Team des Kinderwunschzentrums profitiert von den optimalen Rahmenbedingungen für diese wichtige Aufgabe“, betont Privatdozent Tim J. von Oertzen, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKW. Zuvor waren die Räume des Kinderwunschzentrums im Untergeschoss der UKW-Frauenklinik an der Josef-Schneider-Straße untergebracht.

2,9 Millionen Euro aus Eigenmitteln investiert

„Durch den Umzug auf die drei Etagen des Turms bleibt die enge Anbindung an die Frauenklinik und unsere verschiedenen Fachdisziplinen erhalten. Gleichzeitig konnte durch den Umbau und den Umzug jetzt ein passendes Ambiente geschaffen werden, das zur medizinischen Leistung auf universitärem Niveau passt“, freut sich Professor Achim Wöckel, Direktor der Frauenklinik am UKW.

Das Würzburger Universitätsklinikum investierte für den Umbau der Flächen im Gebäude aus den 1930er Jahren rund 2,9 Millionen Euro aus Eigenmitteln. Die Flächen mussten zuvor entkernt und mit der nötigen technischen Infrastruktur ausgestattet werden. Die Bauarbeiten dauerten 18 Monate und wurden vom UKW (Geschäftsbereich Technik und Bau) geplant und ausgeführt.

Räumlich ist das Kinderwunschzentrum damit ein eigener Bereich für sich. In der ersten Etage befinden sich unter anderem der Behandlungsraum und Büros, darüber direkt der Anmeldebereich mit zwei Untersuchungsräumen. In der dritten Etage befindet sich das Labor sowie ein extra ausgestatteter Raum für 16 gesicherte Kältetanks und ein Raum zur Spermaabgabe. Für die entnommenen Eizellen gibt es einen eigenen kleinen „Proben-Aufzug“ zwischen den Etagen.

Schonende Kontrolle in speziellem Inkubator per Video

Direkt nach der Befruchtung der Eizelle im Kinderwunschzentrum wird diese in einem speziellen Inkubator gelagert, um dort den Erfolg einer Befruchtung zu kontrollieren. Als eine von nur wenigen Kliniken in Bayern setzt das UKW-Kinderwunschzentrum dafür einen speziellen „Time Lapse Inkubator“ ein. Dieser ermöglicht eine besonders schonende Überwachung der befruchteten Eizellen und der sich entwickelnden Embryonen.

Dr. Claudia Staib, Leiterin des Labors im Kinderwunschzentrum: „Dadurch können wir eine Überwachung per Video vornehmen. Dies ist besonders schonend, denn so ist keine Entnahme aus dem Inkubator zur Kontrolle erforderlich. Das ist ein enormer Vorteil für den Erfolg einer künstlichen Befruchtung.“ Die Biologin betont zudem: „Der Begriff ´künstliche Befruchtung´ ist etwas irreführend: Natürlich findet die Befruchtung in einem Labor statt, aber der Vorgang ist zellbiologisch der gleiche wie im Körper. Nur die Umgebung ist eine andere.“ Ist eine Befruchtung erfolgreich, wird der Embryo nach fünf Tagen der Patientin eingesetzt.

Kinderwunsch erhalten bei Krebstherapie

Oberarzt Dr. Michael Schwab, Ärztlicher Leiter des UKW-Kinderwunschzentrums: „Ein unerfüllter Kinderwunsch ist nicht ungewöhnlich. Bei etwa 15 Prozent der Paare im gebärfähigen Alter bleibt der Wunsch nach einem Kind unerfüllt. Daher werden bei uns zunächst beide Partner untersucht. Für die erfolgreiche Befruchtung stehen uns dann verschiedene Verfahren zur Verfügung.“

Eine wichtige Aufgabe des UKW-Kinderwunschzentrums sei es, Krebspatientinnen und -patienten zu betreuen, die eine Chemo- oder Strahlentherapie vor sich haben. Dadurch könne bei erfolgreicher Behandlung ein späterer Kinderwunsch erfüllt werden. Dabei werden dann zum Beispiel die Eizellen eingefroren, um sie zu einem späteren Zeitpunkt zu befruchten und einzusetzen.

Zur Hälfte liegen die Gründe beim Mann

Die Gründe für einen unerfüllten Kinderwunsch sind vielfältig, erklärt Reproduktionsmediziner Dr. Schwab. Allerdings gebe es eine merkliche Verschiebung: Lag früher der Grund zu etwa 30 Prozent beim Mann, sei dieser Anteil auf inzwischen rund 50 Prozent angestiegen.

Schwab: „Auch bei Männern sinkt die Fruchtbarkeit bei steigendem Alter, das kann eventuell zu dieser Entwicklung beitragen. Wichtig ist daher eine exakte Diagnose.“ Dabei arbeitet die Würzburger Reproduktionsmedizin jeweils eng mit den übrigen Fachabteilungen des UKW zusammen, etwa der Endokrinologie, wenn ein Verdacht auf Hormonstörungen besteht.

Das UKW-Kinderwunschzentrum ist als Mitglied des deutschen IVF-Registers auch mit dem entsprechenden Gütesiegel ausgezeichnet. Zudem können neue Entwicklungen aus der medizinischen Forschung der Universitätsmedizin schnell in die Behandlung integriert werden.

Eine anteilige Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung ist durch die Patientinnen und Patienten im Vorfeld abzustimmen.


Kontakt

Universitäts-Frauenklinik Würzburg, Zentrum für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, T +49 931 201-25619, kinderwunsch@ukw.de, Webseite: https://www.ukw.de/kinderwunsch

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Von Pressestelle Universitätsklinikum Würzburg

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