Exzellenzstrategie: Universität Würzburg schaut nach vorne
06.10.2026Die Julius-Maximilians-Universität erhält keine Förderung als Exzellenzuniversität. Die im Bewerbungsprozess entwickelte Strategie will man dennoch weiterverfolgen.
Die Entscheidung im Exzellenzwettbewerb von Bund und Ländern ist gefallen: Die Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) erhält keinen Zuschlag in der Förderlinie Exzellenzuniversitäten. Für ihre Entwicklungsstrategie „Empowering for Change“ hatte die JMU von den internationalen Gutachtenden im Vorfeld Zuspruch erhalten – am Ende des knappen Rennens setzten sich aber doch die Mitbewerber durch. Beworben hatten sich bundesweit insgesamt elf Universitäten und Universitätsverbünde.
„Wir hätten den Exzellenztitel sehr gerne nach Würzburg geholt und wären die erste bayerische Exzellenzuniversität außerhalb von München geworden“, so JMU-Präsident Paul Pauli. „Entsprechend groß ist heute auch unsere Enttäuschung. Trotzdem bin ich unglaublich stolz auf das, was wir als Universitätsgemeinschaft geleistet haben. Hier in Würzburg ist ein einmaliger Teamspirit entstanden – und die vielen positiven Rückmeldungen aus der Begutachtung geben uns die Gewissheit, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Daran ändert das heutige Ergebnis nichts.“ Den Schwung der vergangenen Monate will man jetzt mitnehmen: „Wir haben einmal mehr gesehen, welches enorme Potenzial in unserer Universität liegt und werden unsere Entwicklungsstrategie mit voller Kraft weiterverfolgen.“
„Die Julius-Maximilians-Universität gehört im härtesten Wissenschaftswettbewerb der Republik zu den stärksten Universitäten Deutschlands“, sagt auch Markus Blume, bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst. „Für den Titel hat es am Ende knapp nicht gereicht, auch weil man als Einzeluniversität in direkter Konkurrenz zu starken Verbünden stand. Das sollte Ansporn für die Zukunft sein – denn die Gutachter haben eindrucksvoll bestätigt: Die Ausgangslage in Würzburg ist hervorragend. Und so markiert der heutige Tag nicht das Ende des Exzellenzsweges, sondern eine Etappe. Wir machen hier gemeinsam einfach weiter!“
Zwei Exzellenzcluster und eine klare Richtung
Den Ausgangspunkt für die Bewerbung um den Exzellenzstatus bildete ein großer Würzburger Erfolg in der ersten Förderlinie des Wettbewerbs im Mai 2025: Damals war es gelungen, die Förderungen für zwei sogenannte Exzellenzcluster einzuwerben – große Forschungsverbünde, in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen an zukunftsweisenden Themen arbeiten. Dabei handelt es sich um einen Cluster zur Erforschung von Quantenmaterialien, ctd.qmat, und einen Cluster zur Nukleinsäureforschung, NUCLEATE.
Darauf aufbauend ging die JMU mit der Strategie „Empowering for Change“ ins Rennen. Dahinter steht der Anspruch, die großen Herausforderungen und Umbrüche unserer Zeit als Universität nicht nur zu beobachten, sondern mit Forschung aktiv zu deren Lösung beizutragen – etwa durch die Erforschung neuer Therapieansätze zur Bekämpfung von Krankheiten, durch die Entwicklung neuartiger (Quanten-)Materialien, menschenzentrierte Künstliche Intelligenz, bei der Bewältigung von Klimawandel und Artensterben oder durch ein besseres Verständnis menschlicher Verhaltensweisen und gesellschaftlichen Wandels.
Dafür verbindet die Strategie vier zentrale Handlungsfelder:
- Den Ausbau neuer und die Weiterentwicklung bestehender Forschungsschwerpunkte mit einer noch engeren fächerübergreifenden Vernetzung,
- die Schaffung optimaler Bedingungen für exzellente Studierende und Forschende, um ihre Karrieren zu fördern und sie zu befähigen, Zukunftsfragen zu bewältigen,
- die Stärkung des Transfers wissenschaftlicher Erkenntnisse in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik und
- die Förderung der Erneuerungsfähigkeit der Universität selbst durch eine weltoffene und agile Universitätskultur, die der Vielfalt der Menschen und Fragestellungen gerecht werden kann.
„An dieser Ausrichtung und den wesentlichen Zielen unserer Strategie halten wir fest“, sagt Pauli. „Sie gibt der weiteren Entwicklung unserer Universität eine klare Richtung und bleibt für uns von größter Bedeutung.“ Zugleich will das Team die Rückmeldungen aus dem Begutachtungsverfahren sorgfältig auswerten und das wissenschaftliche Profil weiter schärfen. Zudem soll geprüft werden, welche Vorhaben sich mit vorhandenen Mitteln umsetzen lassen und wo zusätzliche Unterstützung nötig sein wird. „Ganz besonders ermutigt uns das klare Bekenntnis von Minister Blume, diesen Weg gemeinsam fortzusetzen“, so Pauli weiter. „Mit der Bayerischen Staatsregierung an unserer Seite wollen wir auf der hervorragenden Ausgangslage der JMU aufbauen und ihre Stärken gezielt weiterentwickeln.“
Kontakt
Dr. Esther Knemeyer, Pressesprecherin, Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, T +49 931 31-86002, esther.knemeyer@uni-wuerzburg.de
