Internationale Lehrerbildung: Neue Wege im Erasmus-Projekt
29.09.2026Die Würzburger Lehrerbildung stärkt ihre internationale Ausrichtung: Die Professional School of Education startet ein neues Erasmus-Projekt mit Partnerhochschulen in Spanien und Tschechien.
Gemeinsam mit der Universität Cádiz in Spanien und der Universität Hradec Králové in Tschechien bringt die Professional School of Education (PSE) der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) ein neues internationales Seminar an den Start. Das Angebot verbindet digitale Zusammentreffen mit einem persönlichen Treffen vor Ort.
Im Mittelpunkt stehen der länderübergreifende Austausch, der Vergleich unterschiedlicher Bildungssysteme sowie die Frage, wie Schulen am besten mit Vielfalt und den individuellen Bedürfnissen von Schülerinnen und Schülern umgehen können.
Gemeinsam über Bildung lernen
Wie wird Bildung in unterschiedlichen kulturellen Kontexten verstanden? Wie gehen verschiedene Bildungssysteme mit Vielfalt um? Und was können angehende Lehrkräfte von Perspektiven lernen, die über den eigenen nationalen Erfahrungshorizont hinausgehen?
Diesen Fragen widmet sich das neue englischsprachige Seminar „New perspectives through exchange on education – comparison of how differentiation is handled“, das im Wintersemester 2026/27 erstmalig angeboten wird. Studierende aus Deutschland, Spanien und Tschechien setzen sich gemeinsam mit unterschiedlichen Blickwinkeln auseinander und arbeiten in internationalen Gruppen zusammen.
Das Angebot wird als sogenanntes „Erasmus+ Blended Intensive Programme“ (BIP) durchgeführt. Dabei handelt es sich um ein Förderformat der Europäischen Union, das virtuelle Zusammenarbeit im Netz mit einem kurzen gemeinsamen Aufenthalt vor Ort kombiniert. Das Seminar verbindet die digitale Zusammenarbeit der drei Universitäten mit einer gemeinsamen Präsenzphase in Würzburg.
„Die Möglichkeit, erstmals auch Studierenden unserer Partneruniversitäten mit einer finanziellen Förderung die Teilnahme an der GoTEd+ Week ermöglichen und somit die internationale Zusammenarbeit auch auf studentischer Ebene fördern zu können, war die Hauptmotivation für die Bewerbung“, erläutert Maike Madera, Erasmus+- und GoTEd+-Projektkoordinatorin an der PSE.
Bildungssysteme über Ländergrenzen hinweg vergleichen
Inhaltlich beschäftigt sich die Lehrveranstaltung insbesondere mit kultureller Vielfalt in der Schule. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie die gezielte Förderung einzelner Schulkinder in unterschiedlichen Ländern verstanden und in der Praxis umgesetzt wird.
Die Studierenden vergleichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der drei Bildungssysteme und setzen sich kritisch mit Bildungsungleichheiten auseinander. Gleichzeitig reflektieren sie, inwiefern der eigene kulturelle Hintergrund die Wahrnehmung von Lehren, Lernen und Bildungschancen prägen kann. Durch die Zusammenarbeit lernen die Teilnehmenden, Lehr- und Lernprozesse aus einer überregionalen Perspektive zu betrachten und stärken gleichzeitig ihre Fähigkeiten in der internationalen Kommunikation und Kooperation.
Vom virtuellen Austausch zur Tagung in Würzburg
Im Wintersemester 2026/27 lernen sich die Studierenden zunächst in zwei Online-Treffen im November und Dezember kennen, um gemeinsam an den Themen zu arbeiten.
Den Höhepunkt bildet die anschließende Präsenzphase in Würzburg: Vom 22. bis 26. Februar 2027 nehmen die internationalen Studierenden an der 6. GoTEd+ Week teil, der internationalen Winterschule der PSE. Dort treffen sie ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen aus den Partneruniversitäten persönlich und präsentieren die Ergebnisse ihres gemeinsamen Projekts.
Das Projekt ermöglicht es Lehramtsstudierenden aller Schularten, internationale Erfahrungen direkt in ihr Studium einzubinden und Credits (ECTS) für den Abschluss zu erwerben – bei Studierenden der JMU beispielsweise 5 ECTS. Interessierte Studierende können sich ab sofort hier für die Teilnahme bewerben.
Ein Rückblick auf die 5. GoTEd+ Week 2025 ist hier zu sehen
