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Medizinische Fakultät

Chronische Folgen von Covid-19

08.12.2020

Immer häufiger wird im Zusammenhang mit SARS-CoV-2-Infektionen von Langzeitfolgen berichtet. Ein Forschungsteam aus Universitätsklinikum und Universität untersucht diese nun.

Die Langzeitfolgen einer Infektion mit dem neuen Coronavirus werden im Forschungsprojekt COVIDOM untersucht.
Die Langzeitfolgen einer Infektion mit dem neuen Coronavirus werden im Forschungsprojekt COVIDOM untersucht. (Bild: BlackJack3D / iStock.com)

Covid-19-Erkrankungen betreffen hauptsächlich die Atemwege und die Lunge. Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 kann aber auch andere Organe schwer schädigen und bei einem Teil der Infizierten zu chronischen Folgeschäden führen.

Um derartige Auswirkungen der Infektion zuverlässig zu messen und besser zu behandeln, wurde das Forschungsprojekt COVIDOM ins Leben gerufen. Derzeit werden an den Standorten Berlin, Kiel und Würzburg Studienzentren eingerichtet. Hier werden Personen untersucht, die vor einigen Monaten mit dem SARS-CoV-2-Virus infiziert waren.

Projekt des Netzwerks Universitätsmedizin

COVIDOM ist ein Projekt im „Netzwerk Universitätsmedizin“ (NUM), einem Zusammenschluss deutscher Universitätsklinika mit der Politik. Ziel des Netzwerks ist es, Wissen und Forschung zur Covid-19-Pandemie zu bündeln. Gefördert werden NUM und seine Projekte durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Das Forschungsteam vom Universitätsklinikum und der Universität Würzburg wird mögliche Langzeitschäden nach einer Covid-19-Akuterkrankung untersuchen. Anhand der Ergebnisse sollen repräsentative Abschätzungen für die Studienregion Unterfranken möglich sein.

Befragungen und Untersuchungen

Ziel der Studie ist es, die Art und Häufigkeit von Folgeerkrankungen nach einer SARS-CoV-2-Infektion festzustellen. Auch die Symptome, ihre Dauer und mögliche Langzeitschäden – selbst im Falle eines nur leichten Krankheitsverlaufs – sind von Interesse.

Hierfür werden die Würzburger Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer zu ihrem Krankheitsverlauf befragt. Sie werden zudem zu einer Untersuchung in das Studienzentrum des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz (DZHI) und des Instituts für Klinische Epidemiologie und Biometrie (IKE-B) eingeladen.

„Im Studienzentrum findet ein ausführlicher Gesundheitscheck mit umfangreichen Untersuchungen der Herz- und Lungenfunktion statt. Außerdem werden neurologische Funktionen und Blutproben analysiert“, sagt Professor Peter Heuschmann vom IKE-B, einer der Projektleiter. Sein Partner Professor Stefan Störk vom DZHI ergänzt: „Ein weiterer Fokus liegt auf der Erfassung der individuellen Gesundheit, Lebensqualität und sozioökonomischen Auswirkungen. Hierbei stehen psychische Gesundheit, Sorgen, soziale Aktivitäten und der Umgang mit Isolation im Mittelpunkt“.

Nutzen auch für die Allgemeinheit

Die Ergebnisse der Studie über mögliche Schäden sollen nicht nur dem Gesundheitssystem zugutekommen, sondern auch den Patientinnen und Patienten. Diese erhalten nach der Untersuchung alle Ergebnisse und ein ärztliches Abschlussgespräch, das sie über mögliche Langzeitfolgen informiert.

Das Projekt wird unterstützt durch die Regierung von Unterfranken, das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sowie durch die Gesundheitsämter, Landräte und Oberbürgermeister von Würzburg und Schweinfurt.

Dazu Dr. Eugen Ehmann, Regierungspräsident von Unterfranken: „Auch für uns ist dies ein erstes Modell für Kooperationen zwischen Forschung und örtlichen Behörden wie den Gesundheitsämtern.“ Professor Georg Ertl, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums: „Wieder ein Zeugnis der vertrauensvollen und hocheffektiven Zusammenarbeit in der Region“.

Die Gesundheitsämter Würzburg und Schweinfurt haben Anfang Dezember 2020 bei ihnen registrierte Personen zur Teilnahme an der Studie eingeladen. Diese Einladung erhielten alle Personen, die bereits vor mehreren Monaten eine Infektion hatten. Interessierte können sich auf die Einladung hin freiwillig zur Teilnahme beim Studienzentrum in Würzburg melden.

Kontakt

Prof. Dr. Stefan Störk, Leiter der Klinischen Forschung und Epidemiologie der Herzinsuffizienz am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz, Stoerk_S@ukw.de

Prof. Dr. Peter Heuschmann, Vorstand des Instituts für klinische Epidemiologie und Biometrie an der Universität Würzburg, E_Heuschma_P@ukw.de

Webseite des Netzwerks Universitätsmedizin (NUM): www.netzwerk-universitaetsmedizin.de

Von Pressestelle Universitätsklinikum Würzburg

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