Wo das Smartphone zum Mikroskop wird
27.10.2026Not macht erfinderisch: Wer für Forschungsarbeiten im Museum alle Gerätschaften selbst mitbringen muss, benutzt auch schon mal sein Smartphone als Mikroskop.
Die Geschichte hinter diesem besonderen Bild: Indologie-Professorin Kathrin Holz war auf Forschungsreise in Pakistan. Im Peshawar-Museum untersuchte sie historische Schriftstücke aus dem siebten Jahrhundert: Texte in der Proto-Śāradā-Schrift, verewigt auf kleinen Stücken Birkenrinde.
„Wir wollten 250 Objekte untersuchen und hatten nur eine Woche Zeit“, sagt Kathrin Holz. Darum war es zunächst wichtig, schnell zu screenen, welche der Objekte überhaupt beschrieben sind, welche eine nähere Betrachtung lohnen. „Weil wir alle nötigen Geräte selbst mitbringen mussten, nahmen wir dafür die Smartphone-Kamera, die ging platzsparend ins Gepäck.“
Handschriften schlecht lesbar
Mit bloßem Auge hätte das Screening der Baumrinden nicht geklappt: Viele sind relativ dunkel, weil sie im Lauf ihrer Geschichte einmal ein Feuer überstanden haben. Und auf den angekohlten Stücken ist die Handschrift nur schlecht erkennbar.
Im Proto-Śāradā-Projekt untersucht das Team von Kathrin Holz die Entstehung und frühe Entwicklung der Proto-Śāradā-Schrift. Dazu werden systematisch Inschriften und Verwaltungsdokumente aus Nordwestindien gesammelt, analysiert und digital ediert. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt.
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