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Medizinische Fakultät

Begründer der modernen Medizin

04.10.2022

Rudolf Virchow, sein Leben, sein Wirken und seine Jahre in Würzburg stehen im Mittelpunkt einer Ausstellung, die vom 5. Oktober 2022 an im Lichthof der Neuen Universität zu sehen sein wird.

Von 1848 bis 1856 war Rudolf Virchow Professor für pathologische Anatomie in Würzburg. In dieser Zeit entwickelte er seine „Cellular-Pathologie“.
Von 1848 bis 1856 war Rudolf Virchow Professor für pathologische Anatomie in Würzburg. In dieser Zeit entwickelte er seine „Cellular-Pathologie“. (Bild: Martina Kerl)

Rudolf Virchow zählt zu den größten Medizinern der Geschichte. Der 1821 in Pommern geborene Pathologe, Anthropologe und Politiker befasste sich zeitlebens mit der Konstituierung einer humanen Gesellschaft und einer sozialen Medizin, die er auf eine wissenschaftlich fundierte Grundlage stellte. Noch heute wird sein Name in Verbindung gebracht mit bahnbrechenden Erkenntnissen im Bereich der Pathologie und Sozialhygiene.

Weltweit wurde in Fachkreisen sein 200. Geburtstag mit Aufsätzen, Dokumentationen und Vorträgen gefeiert. Da er über 50 Jahre lang an der Berliner Charité wirkte, geraten seine fruchtbaren Würzburger Jahre oftmals an den Rand der Wahrnehmung. Gerade hier jedoch gelangte er auf dem neu eingerichteten Lehrstuhl für Pathologische Anatomie in den 1850er-Jahren zu spektakulären Forschungserfolgen.

Ein Stimmungsbild des 19. Jahrhunderts

Seine so berühmt gewordene „Cellular-Pathologie“, die der Medizin eine völlig neue Richtung vorgab, entwickelte er im Juliusspital. Virchows populäre Lehrveranstaltungen zogen so viele Medizinstudenten nach Würzburg, dass die Fakultät zur medizinischen Hochburg Deutschlands aufstieg.

Eine bilderreiche Ausstellung im Lichthof der Neuen Universität beleuchtet nun das Leben und Wirken eines Mannes, der das 19. Jahrhundert maßgeblich mitgestaltete, aber auch den Menschen hinter seinen Leistungen. Dabei entfaltet sich zugleich ein Stimmungsbild des spannungsgeladenen 19. Jahrhunderts, das durch Industrialisierung, Revolutionen und Kriege, durch wichtige Reformen, Entdeckungen und Erfindungen geprägt war.

In der Dokumentation wird das Leben und Wirken Rudolf Virchows in chronologischer Abfolge beleuchtet, wobei den einzelnen Kapiteln jeweils ein bis zwei Tableaus gewidmet sind. Um von der Person Virchows einen möglichst intensiven Eindruck zu erlauben, kommt der sprachgewaltige Autor selbst häufig in Zitaten und Auszügen aus Briefen und Schriften zu Wort. Für einen plastischen Eindruck sorgen zudem Äußerungen seiner Studenten und Mitstreiter über ihn.

Kuratiert wurde die Ausstellung von der Münchner Diplomdesignerin Martina Kerl.

Zeit und Ort

Die Ausstellung ist vom 5. Oktober bis zum 14. November 2022 zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen im Lichthof der Neuen Universität Würzburg, Sanderring 2. Der Eintritt ist frei.

Das Projekt wird gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration über das Haus des Deutschen Ostens in München.

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