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Medizinische Fakultät

Aufwändig, aber ineffizient

09.03.2021

Bei Menschen mit Bluthochdruck leistet das Herz einen hohen Anteil an verschwendeter Arbeit. Das fand der Mediziner Floran Sahiti mit Ultraschallbildern heraus.

PD Dr. Caroline Morbach leitet das Echokardiografie-Labor am DZHI und hat den MD/PhD-Studenten Floran Sahiti bei seiner Arbeit betreut.
PD Dr. Caroline Morbach leitet das Echokardiografie-Labor am DZHI und hat den MD/PhD-Studenten Floran Sahiti bei seiner Arbeit betreut. (Bild: Kirstin Linkamp / DZHI)

Bluthochdruck, starkes Übergewicht, Diabetes mellitus, Nikotinkonsum und Fettstoffwechselstörungen: All das sind Faktoren, die das Risiko für eine Herzinsuffizienz erhöhen.

Wie stark beeinflussen diese Risikofaktoren die Funktion und die Leistung des Herzens? Das hat der MD/PhD-Student Floran Sahiti vom Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) in Würzburg untersucht. Die Ergebnisse sind im Journal of Human Hypertension veröffentlicht.

Der Mediziner hat Herzultraschall-Bilder von 1929 Männern und Frauen ausgewertet. Sie alle hatten an der Würzburger STAAB-Studie teilgenommen. Bei dieser Studie wurden und werden am DZHI Männer und Frauen im Alter von 30 bis 79 Jahren ohne bekannte Herzinsuffizienz über einen längeren Zeitraum mehrfach untersucht.

Bluthochdruck hat die stärkste Auswirkung

Betreut wurde Sahiti von PD Dr. Caroline Morbach, Leiterin des Echokardiografie-Labors am DZHI. In seiner Analyse setzte er die Bewegung des Herzmuskels mit den Risikofaktoren der 1929 Probandinnen und Probanden in Beziehung. Ergebnis: Alle Faktoren standen mit einer schlechteren Effizienz des Herzens in Verbindung.

Die stärkste Auswirkung auf das Herz hatte der Bluthochdruck, der am häufigsten beobachtete Risikofaktor. In der Studie war er definiert als ein Blutdruckwert über 140/90 mmHg oder als Einnahme blutdrucksenkender Medikamente.

Das Forschungsteam fand heraus, dass ein Hochdruck-Herz nicht nur insgesamt mehr Arbeit aufwendet, sondern insbesondere einen hohen Anteil an verschwendeter Arbeit leisten muss. „Die Ursachen hierfür sind nicht offensichtlich, sondern beruhen unter anderem auf subtilen Störungen im Zusammenspiel von elektrischer Erregung, Pumpvorgängen und der Funktion der Herzklappen. Die Folge ist eine aufwändige, aber ineffiziente Herzarbeit“, erklärt Professor Stefan Störk, Leiter der Herzinsuffizienz-Ambulanz im DZHI.

Andere Risikofaktoren haben ebenfalls Einfluss

Auch die anderen Risikofaktoren waren mit einem ungünstigeren Herzarbeit-Profil verbunden. „Wir schließen daraus, dass diese Risikofaktoren unabhängig vom systolischen Blutdruck die linksventrikuläre Myokardleistung beeinflussen“, fasst Floran Sahiti zusammen.

„Die Arbeit von Floran Sahiti leistet einen soliden Beitrag zum grundlegenden Verständnis der Pathophysiologie des Herzens“, kommentiert Professor Götz Gelbrich, Mitautor der Studie. Sie hat neue Erkenntnisse darüber geliefert, wie kardiovaskuläre Risikofaktoren die Funktion und Leistung der Herzmuskulatur beeinflussen.

Zur Person von Floran Sahiti

Floran Sahiti studierte Medizin in Pristina (Kosovo) und schloss dort 2016 seine Doktorarbeit in der Grundlagenforschung ab. Ein Jahr später gewann er Stefan Störk vom DZHI als Mentor.

Über ein Stipendium des Interdisziplinären Zentrums für Klinische Forschung (IZKF) und die Graduiertenschule für Lebenswissenschaften (GSLS) kam er nach Würzburg ans DZHI. Hier arbeitet der 28-Jährige im Echolabor unter der Leitung von PD Dr. Caroline Morbach am Abschluss dieser wissenschaftlichen Phase als PhD (Philosophical Doctorate). Danach strebt er eine Weiterbildung in der Kardiologie an.

Publikation

Sahiti, F., Morbach, C., Cejka, V. et al. Impact of cardiovascular risk factors on myocardial work - insights from the STAAB cohort study. Journal of Human Hypertension (2021). https://doi.org/10.1038/s41371-021-00509-4

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