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Medizinische Fakultät

Thomas Eckels Weg in die Welt des Kaffees

06.10.2026

Ein Hawaiianer hat bei Thomas Eckel die Begeisterung für Kaffee geweckt. Aus einem jahrelangen Hobby machte der JMU-Alumnus seine eigene Kaffeerösterei.

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Thomas Eckel führt eine Gruppe von JMU-Alumni durch seine Kaffeerösterei. (Bild: Michaela Thiel / Universität Würzburg)

Was arbeiten Absolventinnen und Absolventen der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU)? Um den Studierenden verschiedene Perspektiven vorzustellen, befragen Michaela Thiel und ihr Team vom zentralen Alumni-Netzwerk „Uni Würzburg Community“ regelmäßig ausgewählte Ehemalige.

Heute geht es um Thomas Eckel. Er hat an der Universität Würzburg BWL studiert und ist Gründer und Geschäftsführer der Murnauer Kaffeerösterei GmbH.

Thomas, wie bist Du zur Kaffeerösterei gekommen?

Bei mir hat eine ganz besondere Begegnung alles ins Rollen gebracht: Ein Hawaiianer hat mir mit unglaublicher Leidenschaft vom Kaffeeanbau auf seiner Insel erzählt – von den Bedingungen vor Ort, den Menschen dahinter und davon, wie einzigartig der Kaffee dort sei. Richtig gepackt hat es mich, als ich seinen Kaffee probieren durfte. Zwischen dem, was ich bis dahin kannte, und diesem Kaffee lagen Welten! Ab da wollte ich verstehen, was nötig ist, damit ein Kaffee so außergewöhnlich gut schmeckt. Aus dieser Faszination wurde ein Hobby, das mich über viele Jahre begleitet hat. In dieser Zeit habe ich Ausbildungen gemacht, unter anderem zum Chef-Diplom-Kaffeesommelier, unzählige Kaffees verkostet und mich intensiv mit Anbau, Aufbereitung und Röstung beschäftigt. Mehr als zehn Jahre nach der Begegnung mit dem Hawaiianer ist aus der Leidenschaft schließlich die Murnauer Kaffeerösterei geworden.

Was nutzt Dir Dein BWL-Studium bei Deiner Tätigkeit?

Eine Rösterei ist natürlich auch ein Unternehmen – und da hilft mir mein BWL-Studium enorm. Beim Wachstum ist es wichtig, den Überblick über Kosten, Investitionen und Cashflow zu behalten. Wenn sich Standorte oder Lieferwege verändern, braucht es logistisches Wissen. Durch das veränderte Konsumverhalten und den starken Wettbewerb ist Marketing ein zentraler Pfeiler, um unsere Werte und die Qualität unseres Kaffees sichtbar zu machen. Dazu kommen Themen wie Personal, Controlling oder Strategie. Kurz gesagt: Die Kunst ist in der Trommel – aber ohne betriebswirtschaftliches Fundament könnte ich diese Kunst nicht nachhaltig betreiben.

Was fasziniert Dich an Kaffeebohnen und am Rösten?

Kaffeerösten ist ein sehr emotionaler und kreativer Beruf. In einer Kaffeebohne stecken Hunderte möglicher Aromakombinationen, und beim Rösten ist es ein bisschen so, als würde man als Künstler ein Bild entstehen lassen. Mich fasziniert auch die unglaubliche Vielfalt. Viele kennen Arabica und Robusta als zwei Sorten – aber innerhalb dieser Sorten gibt es noch zahlreiche Varietäten, jede mit eigenen Charakteristika. Auch die Art der Aufbereitung der Kaffeekirschen hat großen Einfluss auf das Aromapotenzial. So entstehen Kaffees mit typischen Noten von Schokolade und Nuss, aber auch fruchtige und florale Profile, die an Beeren, Zitrusfrüchte oder Jasmin erinnern können. Beim Rösten kann man dieses Potenzial aus der Bohne „herauskitzeln“. Zu sehen und zu schmecken, wie sich durch kleine Änderungen im Röstprofil der Charakter eines Kaffees verändert, ist für mich bis heute absolut faszinierend.

Dein Rat für leidenschaftliche Kaffeetrinkerinnen und -trinker?

Am wichtigsten: Kaufen Sie Ihren Kaffee bei einer regionalen Rösterei und lassen Sie sich beraten. Man erfährt dort unglaublich viel über Herkunft, Aufbereitung, Röstung und Zubereitung – und entdeckt oft Geschmackswelten, von denen man vorher keine Ahnung hatte. Dann: probieren, probieren, probieren. Kaffee ist extrem vielfältig. Spielen Sie mit verschiedenen Zubereitungsmethoden: Filterkaffee, French Press, Mokkakanne, Espresso oder Cold Brew. Nehmen Sie ruhig einmal ein und denselben Kaffee und bereiten Sie ihn auf unterschiedliche Weise zu – Sie werden staunen, wie breit das Geschmacksspektrum sein kann!

Welche Zukunftstrends siehst Du auf dem Kaffeemarkt?

Der Kaffeeanbau ist einer der Sektoren, die am stärksten unter dem Klimawandel leiden. Wissenschaftliche Prognosen gehen davon aus, dass wir bis 2050 mit deutlich geringeren Erträgen rechnen müssen. Es wird darum Veränderungen geben müssen – von klimaresistenteren Sorten über andere Anbaumethoden bis hin zu mehr Schattenanbau und Agroforstsystemen. Gleichzeitig werden Themen wie Transparenz in der Lieferkette, faire Bezahlung der ProduzentInnen und Nachhaltigkeit entlang der Wertschöpfungskette immer wichtiger.

Vielen Dank für das Gespräch!


Sie sind selbst noch nicht Mitglied im Alumni-Netzwerk „Uni Würzburg Community“ oder im Alumni & Friends e.V.? Dann sind Sie herzlich eingeladen, sich zu registrieren! Das können Sie auf den Webseiten der Community tun. Dort finden Sie auch die bislang veröffentlichten Interviews mit Alumni und Alumnae der JMU.

Von Michaela Thiel / Robert Emmerich

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