piwik-script

Intern
    Medizinische Fakultät

    50 Millionen Euro für Uni-Ausgründung

    17.11.2020

    Aus der Wissenschaft in die Wirtschaft: Die Uni Würzburg begleitet und unterstützt Firmenausgründungen. Mit einem Unternehmen, das eine neue Krebstherapie entwickelt, kann sie jetzt eine weitere Erfolgsgeschichte erzählen.

    Das CatalYm-Gründungsteam (v.l.): Tina Schäfer, Jörg Wischhusen, Markus Haake und Benedikte Hatz.
    Das CatalYm-Gründungsteam (v.l.): Tina Schäfer, Jörg Wischhusen, Markus Haake und Benedikte Hatz. (Bild: privat / Jörg Wischhusen / Michael Hoetzel DGPh / Anja Kaiser)

    Die CatalYm GmbH ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie eine Forschungsidee in eine Unternehmensgründung münden kann. Das 2016 als Spin-Off aus der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) heraus gegründete Unternehmen entwickelt eine neuartige Krebstherapie. Noch im Jahr 2020 soll sie in die erste Phase der klinischen Erprobung gehen. Dafür erhielt das Unternehmen jetzt eine 50 Millionen-Euro-Finanzspritze von einer Investorengruppe.

    Ihren Ursprung hat die JMU-Ausgründung in der Arbeitsgruppe von Professor Jörg Wischhusen an der Frauenklinik des Würzburger Universitätsklinikums. Der Krebsforscher erkannte frühzeitig, dass sich Tumorzellen durch die Produktion des Proteins GDF-15 dem Zugriff des Immunsystems entziehen können. Von da an erforschte sein Team GDF-15 als neue Zielstruktur für die Tumortherapie.

    Ziel der CatalYm GmbH ist es nun, Hemmstoffe gegen das Protein GDF-15 in die klinische Anwendung an Patientinnen und Patienten zu bringen. Die bislang vorliegenden Daten lassen erwarten, dass die Blockade dieses Proteins für eine Vielzahl von Tumorerkrankungen therapeutisch relevant sein dürfte.

    Konsequent Patente angemeldet

    Das Servicezentrum Forschung und Technologietransfer (SFT) der JMU hat Wischhusens Gründungsprojekt seit dessen Anfängen maßgeblich begleitet und unterstützt es bis heute. Das SFT hat die neuartige Krebstherapie von Beginn an durch die konsequente Anmeldung von Patenten geschützt. Durch die exklusive Lizenzvergabe des Patentportfolios an die CatalYm GmbH hat die Universität dem Unternehmen zudem einen guten Start ermöglicht.

    Nachdem das Gründungsteam (Prof. Dr. Jörg Wischhusen, Dr. Markus Haake, Dr. Tina Schäfer und Dr. Benedikte Hatz) die CatalYm GmbH zunächst im universitären Umfeld aufgebaut hatte, zog das Unternehmen Ende 2018 ins Biotechcluster nach Martinsried. Dort wird es weiterhin vom SFT begleitet.

    Erste klinische Studien noch 2020

    Aktuell kann die CatalYm GmbH ein weiteres erfolgreiches Kapitel ihrer Firmengeschichte schreiben: Sie erhält eine Finanzierung in Höhe von 50 Millionen Euro. Das von Vesalius Biocapital III geleitete Finanzierungskonsortium umfasst den Novartis Venture Fund (NVF), den Wachstumsfonds Bayern, coparion sowie die Gründungsinvestoren Forbion und BioGeneration Ventures. Die beiden letztgenannten haben die Ausgründung 2016 begleitet.

    Mit dieser kräftigen Finanzspritze kann die JMU-Ausgründung nun die erste Phase der klinischen Entwicklung der neuen Krebstherapie finanzieren. Noch im Dezember 2020 könnten erste Patientinnen und Patienten in die entsprechenden Studien aufgenommen werden.

    Dr. Iris Zwirner-Baier, Patentmanagerin im SFT: „Als mir 2011 die Hypothese der Rolle zu GDF-15 bei Tumoren vorgestellt wurde, war ich überzeugt, dass dies einen neuen Ansatz in der Immunonkologie darstellt. Ich freue mich, dass es der Ausgründung mit ihrem Geschäftsführer Dr. Manfred Rüdiger gelungen ist, die bestehenden und neuen Investoren für die Finanzierung der klinischen Entwicklung zu gewinnen.“

    Professor Jörg Wischhusen, Gründer: "Jeder im medizinischen Umfeld tätige Wissenschaftler hofft, dass eine seiner Ideen einmal bis zur klinischen Anwendung gelangt. Besonderer Dank gebührt natürlich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die diesen langen, anspruchsvollen und wissenschaftlich faszinierenden Weg mit mir gegangen sind. Unser Ansatz wird hoffentlich dazu führen, dass künftig auch viele Krebspatienten, die heute noch nicht erfolgreich behandelt werden können, von modernen Immuntherapien profitieren. Daher erwarten wir die klinischen Ergebnisse voller Spannung."

    Zurück