Wo Matheaufgaben im Team gelöst werden
03/24/2026151 Schülerinnen und Schüler aus 14 Schulen waren Mitte März zu Gast an der Universität Würzburg. Beim internationalen Náboj-Wettbewerb mussten sie Kreativität, Logik und Teamfähigkeit unter Beweis stellen.
151 Mathematikbegeisterte, die an Tischen über kniffligen Zahlenrätseln brüten, hin- und herrennen, um ihre Lösungen prüfen zu lassen, im Team diskutieren, knobeln und lachen. Auf der anderen Seite Mathematikerinnen und Mathematiker des Instituts für Mathematik, die diese Lösungen überprüfen, neue Aufgaben verteilen und mitfiebern.
Dieses Bild bot sich am 13. März 2026 beim internationalen Mathematikwettbewerb Náboj an der Universität Würzburg, bei dem Schülerinnen und Schüler gemeinsam anspruchsvolle Aufgaben aus Algebra, Geometrie, Kombinatorik und Zahlentheorie lösen müssen. Neben mathematischem Verständnis sind dabei vor allem Kreativität und logisches Denken gefragt. Teamarbeit ist ebenfalls wichtig – eine Schlüsselkompetenz, die auch für exzellente Forschung eine zentrale Rolle spielt.
In zwei Stunden so viele Aufgaben wie möglich lösen
Náboj ist ein internationaler Mathematikwettbewerb für Teams aus bis zu fünf Mitgliedern einer Schule. Jedes Team startet mit sechs Aufgaben. Sobald eine korrekt gelöst ist, erhält es eine neue, etwas schwierigere Aufgabe. Ziel ist es, innerhalb von 120 Minuten so viele Aufgaben wie möglich zu lösen. Ein Teil dieser Aufgaben wurde von Mitgliedern des Instituts für Mathematik erstellt.
Ein Beispiel: Gesucht ist die Quersumme einer siebenstelligen Zahl, bei der alle Ziffern verschieden und ungleich Null sind und die Zahl durch jede ihrer Ziffern teilbar ist. Eine mögliche Lösung: Die siebenstellige Zahl ist 9867312, ihre Quersumme ist 36. Die ausführliche Lösung ist hier zu finden.
Im Wettbewerb gibt es zwei Kategorien:
- Junioren: Teams, deren Mitglieder maximal in der 11. Jahrgangsstufe sind.
- Senioren: Teams, die frei aus Schülerinnen und Schülern derselben Schule zusammengesetzt sein dürfen.
Deutschlandweit fand der Wettbewerb 2026 an den Universitäten in Hamburg, Leipzig, Paderborn, Passau, Tübingen und Würzburg statt. International nahmen Schülerinnen und Schüler aus Österreich, Schweiz, Tschechien, Deutschland, Estland, Spanien, Großbritannien, Ungarn, Marokko, Polen, Portugal, Rumänien, Singapur, Slowenien, Slowakei, Schweden und Usbekistan teil. Insgesamt gingen 1.986 Teams an den Start mit zusammen fast 10.000 Teilnehmenden.
31 Teams knobeln an der Uni Würzburg
Eine Besonderheit des Náboj-Wettbewerbs ist, dass er weltweit zeitgleich stattfindet. So können die Teams bereits während des Wettbewerbs sehen, wie sie im Vergleich zu anderen Teams in Deutschland und international abschneiden. Das sorgt für zusätzliche Spannung und Motivation. Gleichzeitig ist es eine Herausforderung für das Organisationsteam aus dem Institut für Mathematik der JMU: Der gesamte Zeitplan muss international abgestimmt sein.
Am Standort Würzburg traten 31 Teams an, überwiegend aus der Region. Einige nahmen allerdings auch eine längere Anreise in Kauf, um dabei zu sein. Die besten Schulen wurden bei der abschließenden Siegerehrung durch Professor Frank Werner, geschäftsführender Vorstand des Instituts für Mathematik, ausgezeichnet. Werner drückte in seinem Grußwort die Hoffnung aus, möglichst viele der Teilnehmenden in einer anderen Veranstaltung oder als Studierende an der JMU wiederzusehen.
Besonders erfolgreich war in diesem Jahr das Seniorenteam des Wirsberg-Gymnasiums Würzburg, das deutschlandweit den 3. Platz erreichte. In der Kategorie Junioren gewann das Gymnasium Veitshöchheim mit einem äußerst knappen Vorsprung.
Begeisterung für Mathematik entdecken
Organisiert wurde der Wettbewerb in Würzburg von einem Team des Instituts für Mathematik unter Leitung von Dr. Theresa Lechner. Für sie steht neben der mathematischen Herausforderung vor allem der Spaß im Vordergrund: „Es ist fantastisch zu sehen, wie die Jugendlichen tüfteln, lachen und ihre Begeisterung für Mathematik entdecken – am liebsten würde ich selbst mitknobeln!“
Das bestätigt auch das Feedback der Mitwirkenden sowie aus den Schulen. Eine Lehrerin schrieb im Anschluss, ihre Teams hätten große Freude an der Teilnahme gehabt – und wollten im nächsten Jahr unbedingt wieder dabei sein.
Weitere Informationen zum Wettbewerb, Aufgaben, Lösungen und alle Ergebnisse gibt es auf math.naboj.org/de/de/
Kontakt
Dr. Jan Bartsch, Institut für Mathematik, jan.bartsch@uni-wuerzburg.de
