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Faculty of Medicine

Sonderlehrpreise für Online-Lehre

Die Medizinische Fakultät verleiht für die Lehre im Sommersemester 2020 zehn Sonderlehrpreise für Online-Lehre. Nach dem Entfall der Präsenzlehre im Sommersemester mussten alle Dozentinnen und Dozenten der Medizinischen Fakultät ihre Lehrveranstaltungen innerhalb kurzer Zeit Online anbieten. Die ausgezeichneten Lehrveranstaltungen wiesen dabei besonders innovative Lehrformate sowie intensive begleitende Betreuungsangebote auf.

Ein besonderer Dank gebührt außerdem den E-Scouts, welche eine Vielzahl von Online-Lehrveranstaltungen technisch ermöglicht und begleitet haben.

Sonderlehrpreis - Preisträger/Innen

Lehrveranstaltungsart: Praktikum

Preistäger/Innen:

  • Prof. Dr. Esther Asan
  • PD Dr. Stefan Hübner
  • PD Dr. Nicole Wagner
  • Prof. Dr. Süleyman Ergün

Beschreibung der Umsetzung der online Lehre für die "Mikroskopisch anatomischen Übungen Teil II" (LV-Nr. 3010200) im Sommersemester 2020

In den mikroskopisch-anatomischen Übungen mikroskopieren die Studierenden unter Anleitung selbständig insgesamt ca. 100 mikroskopische Präparate verschiedener Gewebe und Organe. Sie erwerben dadurch sowohl theoretische als auch praktische Fähigkeiten, die für ihre (vor)klinische Ausbildung von grundlegender Bedeutung sind. Als uns Anatomie-Lehrenden Mitte März 2020 klar wurde, dass wir die mikroskopisch-anatomischen Übungen im Sommersemester als online Kurs würden halten müssen, haben wir uns vorgenommen, ein System zu konzipieren und umzusetzen, das für die Studierenden die Nachteile einer solchen Lehre gegenüber der Präsenzlehre möglichst geringhalten sollte.

Konzept des Online-Kurses

Grundlage unserer Überlegungen war, die folgenden wichtigen Elemente des Präsenzkurses in das Format der online-Lehre zu übertragen:

  • Heranführung der Kursteilnehmenden an die mikroskopischen Präparate des jeweiligen Kurstagsprogramms durch kurze theoretische Einführungen
  • Praktische Anleitung zum Mikroskopieren wichtiger Charakteristika des jeweiligen Präparates durch Vormikroskopieren der Präparate
  • selbstständiges Mikroskopieren der Präparate durch die Kursteilnehmenden unter Betreuung durch Lehrende mit der Möglichkeit, praktische und theoretische Fragen zu besprechen
  • mündliche Prüfungen am Präparat zum Abschluss der Übungen.

Von unschätzbarem Wert für die Umsetzung dieser Überlegungen war, dass wir schon vor einigen Jahren alle mikroskopischen Präparate digitalisiert und die Präparatedateien auf der Plattform der virtuellen Hochschule Bayern (vhb) im Kurs „Virtuelle Mikroskopie“ für die Studierenden zur Verfügung gestellt hatten. In der Vorbereitung für den online-Kurs entwickelten wir nun unsere vorhandenen Lehrmaterialien (Skript, Präsentationen) weiter und erstellten neue Materialien, die die Studierenden dabei unterstützen sollten, mittels der virtuellen Mikroskopie theoretisches Wissen zu den Präparaten zu erwerben und mikroskopisch-praktische Fähigkeiten einzuüben. 

Wir waren außerdem überzeugt, dass für das Gelingen des Kurses zum einen eine frühzeitige, detaillierte und umfassende Kommunikation zum Kursablauf, zu den Lehrmaterialien und zu den Kurs- und Prüfungsregelungen von entscheidender Bedeutung sein würde, zum anderen eine trotz der notwendigen sozialen Distanzierung möglichst persönliche Betreuung durch Lehrende. Wir haben daher von Beginn an umfangreiches Informationsmaterial erstellt und es sowohl per email an die Kursteilnehmenden versandt als auch online verfügbar gemacht (auf der Homepage des Instituts  und im WueCampus2-Kursraum). Außerdem wurde die große Kursgruppe (mehr als 420 Studierende) in Gruppen von etwa 35 Studierenden eingeteilt und jeweils einer Lehrperson zugeteilt, die email-Kontakt mit ihren Gruppenmitgliedern unterhielt und als Ansprechperson für Fragen und Probleme stets zur Verfügung stand.    

Durchführung des Online-Kurses, Lehrmaterialien, Prüfungsgestaltung:

Der Kurs wurde als Zoom-Meeting zu den für den Präsenzkurs vorgesehenen Kurstags-Terminen für die jeweiligen Kursgruppen in der unten dargestellten Art durchgeführt. Während des Kurses waren alle Kursteilnehmenden in den vhb-Kurs virtuelle Mikroskopie eingewählt.

  • Um die Studierenden bei ihren virtuell-mikroskopischen Übungen an den Präparaten zu unterstützen und die Präsenzbetreuung zu ersetzen, wurde das existierende Kursskript grundlegend überarbeitet und durch aufwändig annotierte Abbildungen von jedem Präparat ergänzt.
  • Für jeden Kurstag wurde durch eine Lehrperson eine kurze vertonte Videopräsentation erstellt, die in die Theorie des jeweiligen Themas und in die einzelnen Präparate unter Verwendung annotierter Abbildungen aus den vhb-Präparaten und aus weiteren Beispielpräparaten einführte. Dieses Video wurde an den Kurstagen von der/dem Kursleitenden vorgeführt und war nach Beendigung des Kurses für 24 h online im Kursraum auf WueCampus2 verfügbar.
  • Zudem wurde während der Kurszeit das jeweilige Präparat durch die Kursleitenden virtuell vormikroskopiert, die Studierenden wurden dabei im mikroskopischen Vorgehen und im Auffinden mikroskopischer Charakteristika unterwiesen und konnten im Chat dazu Fragen stellen.
  • Danach hatten die Studierenden ca 10-15 min Zeit, das vhb-Präparat selbstständig virtuell zu mikroskopieren und Zeichnungen spezifischer Strukturen anzufertigen.  
  • Des Weiteren enhält das Skript für jeden Kurstag eine Fragensammlung, die von den Studierenden vor dem jeweiligen Kurstag beantwortet werden muss, und die in der Präsenzveranstaltung als Grundlage theoretischer Diskussionen dient. Dies wurde im online Kurs dadurch ersetzt, dass die Studierenden einen kurzen Fragenkatalog aus dieser Sammlung vor dem Kurstag herunterladen und ihn am Abend des jeweiligen Kurstages ausgefüllt an ihre Betreuer*innen einsenden mussten. Diese Fragenkataloge wurden durch die Betreuer*innen durchgeschaut und ggf. kommentiert zurückgesendet. Dies diente als Motivation für Mitarbeit und als Grundlage theoretischen Austauschs mit den Betreuer*innen.
  • Nach Ablauf der Hälfte der Kurstage wurde ein Kurstag zur Wiederholung und als Möglichkeit, Fragen zu den bisher durchgenommenen Präparaten im Chat zu stellen, eingeschaltet.
  • Die Abschlussprüfung wurde als Präsenzprüfung mit einer Kombination zwischen schriftlicher und mündlicher Prüfung geplant. Dabei wurden Kleingruppen Bilder der Kurspräparate präsentiert, dazu schriftliche Fragen gestellt, und eine kurze mündliche Prüfung angeschlossen. In der Prüfung wurden auch die Inhalte der aufgrund der Corona-Situation ausgefallenen Prüfung zu Teil I der Übungen in geeigneter Weise integriert.
  • Die Studierenden wurden am vorletzten Kurstag durch Präsentation einer Beispiel-Prüfung auf die neue Prüfungslogik vorbereitet und konnten dazu Fragen stellen.
  • Die Präsenzprüfung konnte für ca 400 Prüflinge an drei Tagen unter Beachtung der Hygienemaßnahmen erfolgreich durchgeführt werden. 

Konzipierung, Materialerstellung und Durchführung des Kurses waren eine Gemeinschaftsleistung aller Lehrenden des anatomischen Institutes. Die gute Resonanz, die der Kurs bei den Studierenden gefunden hat, ist ein Lohn des großen Einsatzes, ein anderer die Erkenntnis, dass einige der neu entwickelten Elemente des online-Kurses (Skript mit annotierten Präparate-Bildern, Videopräsentationen, vertrauterer Umgang mit der digitalen Mikroskopie) einen großen Mehrwert auch für künftige Präsenzkurse oder mikroskopisch-anatomischen Kurse in Hybridform darstellen.

Lehrveranstaltungsart: Vorlesung

Preisträger/Innen:

  • Prof. C.-T. Germer
  • Dr. Anne van den Berg
  • Dr. Michael Meir
  • Dr. Ilona Hering
  • Dr. Alexander Wierlemann

Die Hauptvorlesung Allgemein- und Viszeralchirurgie am Universitätsklinikum der Julius-Maximilians-Universität Würzburg wird seit 2008 durch Prof. Dr. C.-T. Germer und sein Team gelesen. Die Vorlesung beinhaltet neben regelmäßigen Patienten-Vorstellungen eine Vielzahl interaktiver Tools mit der Möglichkeit zu TED-Abstimmungen für die Studierenden und Spielen wie „Wer wird Arzt“ in Analogie zu der bekannten Fernsehsendung „Wer wird Millionär“ und das „Vorlesungs-Bingo“. Gekrönt wird das Ganze durch die berühmte Weihnachtsvorlesung, über die selbst die FAZ schon berichtete. Die Vorlesung wurde bereits im Jahre 2010 mit dem Albert-Kölliker-Lehrpreis der medizinischen Fakultät Würzburg und im Jahr 2011 mit dem Preis für gute Lehre des Freistaats Bayern ausgezeichnet.

Vorlesungsbegleitend existiert schon seit Jahren das Internetportal „MySurgery“, eine interaktive Plattform, die es den Studierenden ermöglicht die Vorlesungsthemen auch über die Vorlesung hinaus zu vertiefen. Dort können u.a. auch Operationsfilme, Röntgenbilder und interaktive Grafiken abgerufen werden. Diese Internet-Plattform zählt deutschlandweit zu den beliebtesten unter den Medizinstudierenden mit monatlich bis zu 20.000 Zugriffen aus ganz Deutschland.

Die Corona-Pandemie stellte die Lehre vor zahlreiche neue Herausforderungen. Die bei den Studierenden in Würzburg äußerst beliebte Präsenz-Vorlesung Allgemein- und Viszeralchirurgie, die montags und mittwochs im Großen Hörsaal des Zentrum operative Medizin gelesen wurde, konnte aus Gründen des Infektionsschutz nicht wie gewohnt abgehalten werden. Das Vorlesungsteam um Ilona Hering, Michael Meir, Anne van den Berg und Alexander Wierlemann hat sich diesem Problem gestellt und eine modernere Version der „Hauptvorlesung Chirurgie“ generiert.

Dazu wurden zunächst zu jedem chirurgischen Themengebiet aus der Allgemein- und Viszeralchirurgie von Prof. Germer spezielle, aktuelle Podcasts erstellt. Die Studierenden können nun – bequem von zuhause aus – jede Woche zwei neu freigeschaltete Podcasts über die wichtigsten chirurgischen Themen und Krankheitsbilder aus der Allgemein- und Viszeralchirurgie abrufen und auch wiederholt anschauen. Die Kommentarfunktion unter jedem Beitrag bietet den Studierenden die Gelegenheit offene Fragen an das gesamte Vorlesungsteam und Professor Germer zu stellen.

Jeden Mittwoch findet komplettierend hierzu um 09:00 Uhr c.t. eine Online-Vorlesung Allgemein- und Viszeralchirurgie statt. Diese wird live in einem Seminarraum im Zentrum operative Medizin (ZOM) produziert und kann durch die Studierenden über die Internet-Plattform „MySurgery“ gestreamt werden. Inhaltlich werden zum einen die Kommentare aus den bisherigen Podcasts aufgegriffen und beantwortet, zum anderen werden Multiple-Choice-Fragen (ähnlich der Prüfungsfragen des IMPP) an die Studierenden gestellt. Diese haben anschließend über eine Umfrage-Funktion im Live-Stream die Möglichkeit die jeweiligen Fragen zu beantworten. Der prozentuelle Anteil einer jeden Antwort sowie die richtige Lösung können anschließend im Live-Stream angezeigt werden. Auf die Fragen wird inhaltlich live eingegangen und der medizinische Hintergrund erläutert.

Die Live-Vorlesung wird aber hauptsächlich für die Vorstellung von Patienten mit chirurgischen Krankheitsbildern genutzt. Patienten, die sich aktuell stationär in der Klinik befinden, erklären sich freiwillig dazu bereit ihre Krankengeschichte mit den Studierenden zu teilen. Über eine Kommentarfunktion können die Studierenden live Fragen an die Patienten stellen und so das Krankheitsbild der jeweiligen Patienten kennen- und verstehen lernen.

Ergänzend zur Hauptvorlesung bietet die chirurgische Lehre im Rahmen des Blockpraktikums verschiedene CaseTrains, die die Studierenden zuhause bearbeiten können. Für das klinische Praktikum Chirurgie sind ebenfalls Online Veranstaltungen etabliert, in denen virtuell Patientenkasuistiken vorgestellt werden.

Auch wenn diese neuen Lehrformate den direkten Kontakt zu den Studierenden nicht möglich machen, so erlauben Sie doch durch die Interaktivität eine zumindest virtuelle aktive Teilnahme, welche sehr positiv angenommen wird.

Lehrveranstaltungsart: Vorlesung

Preisträger/Innen:

  • Dr. Thien-Trí Lâm
  • Prof. Oliver Kurzai

Vorlesung Bakteriologie

im Rahmen der Vorlesung zur Hygiene, Mikrobiologie und Virologie für Humanmediziner

Dr. Oliver Kurzai und Dr. Thiên-Trí Lâm (Institut für Hygiene und Mikrobiologie) gestalteten die 27 Stunden der Vorlesung zur Bakteriologie als interaktive synchrone Zoom-Vorlesung. Beide Dozenten haben Kinder im schulpflichtigen Alter. Beiden war allein schon aus der häuslichen Anschauung heraus während der Einschränkungen in der Pandemie klar, dass digital deponierter Lesestoff verbunden mit Übungsaufgaben für das Selbststudium nicht ausreichend für ein anregendes und nachhaltiges Lernen sind. Sie zielten daher von Anfang an darauf ab, Studierenden ein Lehrformat anzubieten, das eine direkte Interaktion zwischen Lernenden und Lehrenden ermöglicht.

Die Vorlesung wurde zum festgelegten Termin der ursprünglichen Präsenzveranstaltung als Webinar abgehalten. In der Live-Präsentation wurden von beiden Dozenten abwechselnd unterschiedliche Themenblöcke referierten – und immer wieder auch in der Interaktion untereinander im Stile eines Expertendialogs Sachfragen beleuchtet. Die Studierenden konnten sich anhand eines vorab zur Verfügung gestellten Skriptes („Script4U“) inhaltlich vorbereiten. Das Script4U enthielt neben den Vorlesungsinformationen zudem Lückentexte, die die Aufmerksamkeit während der Lehrveranstaltung unterstützen sollte und ein effizientes Protokollieren relevanter Inhalte ermöglicht. Über mehrere Elemente konnten sich die Studierenden zudem aktiv am Lehrgeschehen beteiligen. Über die Chat-Funktion von Zoom konnten die Studierenden jederzeit Zwischenfragen stellen oder Kommentare abgeben. So konnten Verständnisprobleme direkt geklärt werden, wenn sie sich stellten. Hierüber entstand teilweise auch ein regelrechter wissenschaftlicher Diskurs zwischen Studierenden und Dozenten. Zudem wurde das Online-Abstimmungstool „Participoll“ eingesetzt, um den Studierenden Denkaufgaben und Quizfragen zur thematischen Vertiefung und Wiederholung vorzulegen. Auch Stimmungsbilder konnten über die TED-Abstimmungen eingeholt werden. Die einzelnen Veranstaltungen wurden aufgenommen und den Studierenden auf WueCampus als Podcast zum Nachhören zur Verfügung gestellt.

Die Vorlesung zur Bakteriologie stellte folglich ein multimediales Gesamtangebot dar, bei dem Audioaufzeichnungen und Script4U die interaktive synchrone Lehrveranstaltung ergänzen. In den Rückmeldungen der Studierenden wurde vor allem der Ansatz besonders hervorgehoben, die Vorlesung mit einem Dozentenduo abzuhalten. Expertendialog und abwechselnde Präsentation ermöglichten eine lebendige Wissensvermittlung. Darüber hinaus wurde betont, dass die Studierenden in das Lehrgeschehen mit mehreren unterschiedlichen Instrumenten einbezogen wurden. „Prof. Kurzai und Dr. Lam haben die Mibi Vorlesung so kurzweilig moderiert, dass man sich vorkam wie in einer Talkshow (..)“, so ein Fazit aus der Evaluation.  

 

Lehrveranstaltungsart: Praktikum

Preisträger/Innen:

  • PD Regina Taurines
  • Dr. Franziska Radtke
  • Dr. Tatjana Splett
  • Dr. Michael Weiss

Als zu Beginn des vergangenen Frühjahres immer deutlicher wurde, dass COVID-19 Präsenzveranstaltungen in weiten Teilen unmöglich machen würde, wurde unter der Leitung von Herrn Professor Deckert sowie Frau Dr. Splett ein an die aktuellen Bedingungen angepasstes Lehrkonzept entwickelt, welches wir Ihnen hier kurz vorstellen möchten. Kerngedanke war, dass trotz schwieriger äußerer Bedingungen die noch engere Verzahnung des theoretischen Wissens der Vorlesungen mit unseren wöchentlichen Praktika erfolgen solle. Hierdurch sollte die eigenständige Entwicklung praxisnaher Skills weiter gefördert werden. Auch sollte den Studierenden ein tieferer Einblick in die spezifischen Herausforderungen psychiatrischer Befunderhebung ermöglich werden.

Hierzu wurden vor Semesterbeginn alle Vorlesungen mit einem erklärenden Audiokommentar versehen und online gestellt. Diese sollten durch die Studierenden im Selbststudium angesehen und deren Wissensinhalte begleitend zum Praktikum verinnerlicht werden. Die Studierenden wurden ferner in Kleingruppen von bis zu sechs Personen eingeteilt, für welche jeweils ein fester Tutor bestimmt wurde. Dieser wählte pro Woche jeweils einen auskunftswilligen Patienten aus, dessen bisherige Krankengeschichte, aktuelle Symptomatik sowie Behandlung von uns als besonders exemplarisch für das spezifische Krankheitsbild gesehen wurde.

Dieser Patient wurde dann in Anwesenheit des Tutors im Praktikum von einem freiwilligen oder zufällig ausgewählten Studierenden circa 45 Minuten psychiatrisch exploriert. Nur in seltenen Fällen wurde das genaue Krankheitsbild vorab mitgeteilt, um auf diese Weise einen Erstkontakt möglichst genau simulieren zu können. Auch wurden die Patienten darum gebeten, ihre Diagnose nicht explizit zu nennen. Als Unterstützung und Orientierungshilfe wurde zu Semesterbeginn ein hierfür geeigneter Anamnesebogen vorgestellt und mit den Studierenden besprochen.

Die zweite Praktikumshälfte bestand anschließend aus einem interaktiven Gespräch zwischen Tutor und Studierenden. Wichtige Elemente der gerade erhobenen Anamnese wurden hervorgehoben und mit Informationen aus der Vorlesung verknüpft, Fehlendes gegebenenfalls ergänzt. Abschließend wurden durch den Tutor noch die gegenwärtige Behandlung sowie die weitere Prognose des Patienten thematisiert.

Als Pflichtbestandteil fertigte außerdem jeder Studierende über das Semester eine schriftliche Zusammenfassung der von ihm durchgeführten psychiatrischen Anamnese an, welche von seinem Tutor wie ein „echter“ Aufnahmebefund gelesen und mit einer kurzen Rückmeldung bezüglich dessen klinischer Verwendbarkeit bewertet wurde.

Unserer Einschätzung nach konnten auf diese Weise der Vorlesungsstoff und dessen praktische Anwendung überdurchschnittlich gut vernetzt werden. Möglicherweise könnten Teile des hier vorgestellten Lehrkonzeptes auch nach Ende der COVID-19-Pandemie Verwendung finden, etwa die Nutzung des Praktikums als Simulation eines ärztlichen Erstkontaktes für jeweils einen Studierenden vor Ort und dem Rest der Praktikumsgruppe als Zuhörer online. Der organisatorische Aufwand für ein in dieser Form ablaufendes Praktikum betrug für uns etwa 1:1, also eine Stunde Vorbereitung für eine Stunde Praktikumszeit. Anfangs befürchtete Kommunikationsprobleme traten kaum auf, die Gespräche zwischen Studierenden und Patienten liefen natürlich und (fast) ohne Verständigungsprobleme ab. Die Einsetzung eines festen Tutors als zuständigen Ansprechpartners führte über das Semester zu einem vertrauten, dem freien Austausch förderlichen und interaktiven Lehrklima. Der betriebene Aufwand des Lehrteams des ZEP wurde durch die Studierenden mit Anwesenheit, Interesse und nicht zuletzt vielen positiven Rückmeldungen belohnt.

Beim Integrierten Praktikum werden die Fächer Psychiatrie und Psychosomatik der ÄApprO sowohl der Erwachsenen, als auch der Kinder- und Jugendpsychiatrie gelehrt. Professor Marcel Romanos, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (KJPPP) am Universitätsklinikum Würzburg, setzte mit seinem Team verstärkt auf Wissensvermittlung anhand von CaseTrains – einer beliebten Lehrform für fallbasiertes Online-Training. Mit CaseTrains können die Dozenten Patientenfälle schrittweise von der Diagnosefindung bis zur Therapie aufbereiten. Und die Medizinstudierenden müssen diese selbständig lösen, indem sie Literaturrecherche betreiben und Fragen im Multiple Choice-Format bearbeiten, auf die wiederum eine sofortige Rückmeldung erfolgt.

Das KJPPP-Team hat zu Beginn der Pandemie eine ganze Menge an CaseTrains mit neu formulierten Fragenkatalogen und verschiedenen Aufgaben erstellt sowie Videos und Audiofiles von Anamnesegesprächen und Interviews mit Patienten, Familienangehörigen oder Schauspielern aus dem therapeutischen Team neu produziert. Die direkte mündliche Rückmeldungen der Medizinstudierenden sowie die schriftliche Evaluation am Ende des Semesters waren sehr positiv: „Wir scheinen es zu schaffen, die klinische Erfahrung mit Patienten, die an Essstörungen, Angsterkrankungen, ADHS, Autismus und anderen psychischen Erkrankungen leiden, digital emulieren zu können“, berichtete Marcel Romanos.

Fester Bestandteil des kinder- und jugendpsychiatrischen Angebots war auch der direkte Kontakt zu den Studierenden. Für jedes Thema und jeden Termin waren feste Ansprechpartner definiert, die mit den Studierenden in Telekonferenzen zusammenkamen. Dabei wurden die Lernerfahrung sowie Ergebnisse der Literaturrecherche durchgesprochen.

Weiteres Vorhaben der Kinder- und Jugendpsychiatrie ist, das fallbasierte online-Trainingsangebot weiter auszubauen und um Fälle zu anderen psychischen Erkrankungen zu erweitern, sowie auch zur curricularen Verschränkung in den vorklinischen Studienabschnitt zu implementieren.

Es freut uns daher sehr, dass es dem ZEP nicht nur möglich war, den Patientenkontakt im Rahmen der Ärztlichen Approbationsordnung trotz Pandemie weiter aufrecht zu erhalten, sondern dass unsere Bemühungen sogar so positive Resonanz gefunden haben.

Lehrveranstaltungsart: Vorlesung

Preisträger/Innen:

  • Prof. Ann-Christin Pöppler

 


In dieser Veranstaltung in der zweiten Semesterhälfte lernen die Studierenden sehr breit gefächert die Grundlagen der Organischen Chemie von funktionellen Gruppen über klassische Reaktionstypen bis zu Naturstoffen kennen. Die Anzahl der verschiedenen Themenbereiche erfordert von den Studierenden ein konstantes „am Ball bleiben“ und vertiefendes Üben des Gelernten.

Durch die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie wurde die Vorlesung im Sommersemester als halb synchrone und halb asynchrone digitale Veranstaltung durchgeführt. Dabei war der Termin am Dienstag live über Zoom, während das Material für den Freitag eingesprochen wurde und den Studierenden damit zeitlich flexibel zur Verfügung stand. Durch die hohe Teilnehmerzahl (>400 Personen) war es nur möglich, die live-Stunde als Webinar durchzuführen, weshalb ich die Studierenden zum ersten Mal während der Klausur gesehen habe.

Um trotz dieser Schwierigkeiten die Interaktion zu ermöglichen, startete jede live-Session mit einem Frageblock, in dem die Studierenden über den Chat fragen stellen konnten, die direkt beantwortet wurden. Daneben wurde Menti-Meter an verschiedenen Stellen zur Interaktion mit den Studierenden genutzt: (i) Für die Zusammenfassung aus der Vorwoche mit Wortwolken, (ii) zum Einholen von Rückmeldungen nach Sinneinheiten mit Quizfragen, (iii) zur Interaktion bei den asynchronen Einheiten und (iv) zur Klausurvorbereitung in Form von „muddiest point“ Fragen bzw. durch extra Trainings-Fragen. Außerdem wurden auch die live-Stunden aufgezeichnet und zur Verfügung gestellt, damit trotz wieder startender Präsenzveranstaltungen alle Inhalte auch allen Teilnehmern zugänglich sind. Bei Rückfragen oder wenn die Abstimmungen bei kniffligen Problemen noch Lücken aufgezeigt haben, wurde zusätzliches Material – Artikel, Videos, besprochene Folien oder Links – auf WueCampus hochgeladen.

Mir ist es sehr wichtig, dass jeder der heterogenen Gruppe der Studierenden in dieser Veranstaltung etwas mitnehmen und spannende Dinge über die Chemie lernen kann und dass ich etwas von meiner Begeisterung für Chemie weitergeben und teilen darf.

Ergänzend zu dieser Veranstaltung gab es ein freiwilliges Tutorium sowie das begleitende Chemiepraktikum.

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Dr. Christian Stadler für die Unterstützung bei der Organisation, bei Dr. Michael Büchner für Unterstützung bei den Tutorien und sein Engagement im Praktikum und bei Prof. Anke Krüger für den Austausch zu den Lehrmaterialien bedanken. Ohne die tolle Unterstützung dieser Personen wäre die Veranstaltung so nicht machbar gewesen. Danke!

Lehrveranstaltungsart: Vorlesung

Preisträger/Innen:

  • Prof. Stephan Hackenberg
  • Dr. Stefan Kaulitz

 


Die Onlinelehre der HNO bestand aus drei Formaten.Als Vorlesungsersatz dienten, wie vom Dekanat empfohlen, vertonte Powerpoint Dateien. Neben den hiervon erstellten mp4-Videos wurden die Folien als PDF zur Verfügung gestellt. Sie wurden zum jeweiligen Termin der eigentlichen Vorlesung freigeschaltet und standen bis zum Zeitpunkt der Klausur zur Verfügung. Fragen zu den Vorlesungsinhalten wurden per Mail von den Lehrbeauftragten beantwortet. Die Vorlesungsreihe wurde durch ein Repetitorium im Format einer Zoom-Video-Konferenz abgeschlossen.

Begleitend zur Vorlesung wurde für jedes Thema ein Casetrain erarbeitet. Sie beinhalteten ausführliche Erläuterungstexte und dienten so zur Vor- und Nachbereitung der Vorlesungen und als Übung für die Klausur.

Das dritte Format wurde mit dem Anspruch entwickelt, auch das Praktikum der Untersuchungstechniken in ein Online-Format mit praktischer Fernlehre umzusetzen. Den Studierenden wurden Einmalinstrumente aus Mitteln für Forschung und Lehre kostenlos zur Verfügung gestellt. Indem man als Probanden eine im selben Haushalt lebende Person untersuchte, konnte so selbst unter den strengen Kontaktbeschränkungen im Frühjahrs-Lockdown im Heimstudium geübt werden. Zur Anleitung der Untersuchungen wurden umfassende Video-Tutorials im HNO-eigenen Videostudio produziert. Um die Studierenden strukturiert durch die Übungen zu führen, etablierten wir einen Casetrain, der gleichzeitig das übliche Eingangstestat zur Auffrischung und Vertiefung der besonderen Anatomie der Kopf-Hals-Region in die Online-Lehre und Online-Prüfung transformierte.

Zur Durchführungskontrolle wurde ein Fotowettbewerb ausgelobt, bei dem das kreativste Foto mit einem Buchpreis geehrt wurde.

Alle Formate wurden durch ein interprofessionelles Team aus PJ-Studierenden und Lehrverantwortlichen der HNO-Klinik entwickelt. So konnte ein optimales Ergebnis hinsichtlich der Effektivität und Attraktivität für Studierende erreicht werden. Den PJ-Studierenden half die Mitentwicklung der Lehre in umgekehrtem Sinne den zu Lockdown Zeiten fehlenden Patientenkontakt zu kompensieren.

Das Format des Praktikums wird mit dem Artikel „Digital practical course of otorhinolaryngology and examination technique "to go" im GMS Journal for Medical Education 2020, Vol. 37(7) veröffentlicht.

Wir freuen uns sehr über den Sonderlehrpreis Online-Lehre 2020, der uns motiviert, die Onlinekonzepte weiter zu entwickeln, immer mit dem Blick für die Nutzbarkeit auch als Hybride Lehre in Zeiten wieder möglicher Präsenzlehre.

Lehrveranstaltungsart: Vorlesung

Preisträger/Innen:

  • Dr. Thomas Schäfer
  • Dr. Kilian Rückl
  • Prof. Maximilian Rudert
  • Markus Koch

Die Lehrveranstaltung „Grundlagen der Orthopädie“ richtet sich an Studierende der Humanmedizin im 7. Semester und vermittelt den Studierende zusammen mit dem Praktikum Orthopädie Einblicke in die spannende Welt der Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates. Naturgemäß erfordert die Erkennung von Pathologien der Gelenke einen hohen Anteil praktischer Lehrinhalte. Die Kontaktbeschränkungen durch die Corona-Pandemie stellten die Lehrenden hier vor eine besondere Herausforderung diese Inhalte digital zu vermitteln. Professor Maximilian Rudert und seine Lehrkoordinatoren Dr. Kilian Rückl und Dr. Thomas Schäfer nutzten dies als Chance neben einer hochwertig produzierten Online-Vorlesung, die so wichtigen Untersuchungstechniken in aufwendig gestalteten Videopräsentationen darzustellen. Hierbei wurden Sie maßgeblich durch die Studierenden Markus Koch, Katharina Grunz und Jonathan Müller unterstützt. Die Entwicklung eines Prüfungs- und Praxisnahen Fall-basierten Lehr-Formates mit Hilfe des Case Train durch Dominik Rak und Konstantin Kuhl, und die wertvolle Unterstützung durch Frau Professor Dr. Sarah König und Ihrem Team des Studiendekanats, rundet die Lehrveranstaltung ab. Belohnt wurden diese Anstrengungen nun durch die Wahl für den Sonderlehrpreis Online-Lehre 2020 durch die Studierenden.

 

Lehrveranstaltungsart: Vorlesung und Praktikum

Preisträger/Innen:

  • Dr. Martina Peter-Kern
  • Prof. Paul-Gerhardt Schlegel
  • Prof. Helge Hebestreit
  • Anne Thieme

Das zweiwöchige Blockpraktikum Pädiatrie (10. Semester) fand für 62 Studierende im Sommersemester 2020 zur Zeit der Ausgangsbeschränkung als reiner Online-Unterricht statt. Als ein Unterrichtsbaustein fanden virtuelle Patientenvorstellungen inkl. Nachbesprechung als synchrone Lehre statt. Patientinnen und Patienten sowie ein Elternteil wurden von den Stationen und Ambulanzen per Videokonferenz übertragen. Die Studierenden konnten in Kleingruppen über eine ärztliche Person mit jeweils 15-22 Patienten bzw. deren Eltern interagieren und sowohl das Anamnesegespräch führen, also auch Untersuchungsschritte instruieren. Die Teilnehmenden bewerteten das Blockpraktikum trotz der Limitierung, nicht selbst die klinische Untersuchung durchführen zu können, mit guten Noten und wertschätzten insbesondere die Möglichkeit zur Online-Interaktion mit den Kindern als unverzichtbaren Kompromiss in Zeiten der ausgesetzten Präsenzlehre während der SARS-CoV-2-Pandemie.

Lehrveranstaltungsart: Seminar und Vorlesungen

Preisträger/Innen:

  • Dr. Janina Zirkel
  • Dr. Eva-Maria Schwienhorst-Stich
  • Hanna Mondel
  • Birgit Weigand
  • Anne Simmenroth

Die Lehrklinik ist unter anderem verantwortlich für die Lehre zu den ärztlichen Basisfertigkeiten. Hierzu gehören z.B. das Erheben einer Anamnese, das Trainieren einer strukturierten körperlichen Untersuchung, aber auch Fertigkeiten wie z.B. Blutabnahme oder das Anlegen eines Venenverweilkatheters.

Diese Pflichtkurse werden im 5. Semester im Praktikum „Klinische Untersuchungstechniken“ (PKU) und im 6. Semester im Praktikum „Klinische Fertigkeiten“ (PKF) gelehrt. Die im PKU-Kurs erlernten Fertigkeiten werden normalerweise am Ende des 5. Semester in einer praktischen Prüfung, dem OSCE (Objective Structured Clinical Examination) geprüft. Nur nach Bestehen werden die Studierenden zum Klinischen Praktikum Innere Medizin (KPIM) zugelassen.

Im Nationalen kompetenzbasierten Lernzielkatalog Medizin (NKLM: www.nklm.de) werden Kompetenzebenen im Medizinstudium in vier Stufen eingeteilt, die in Analogie zu den Kompetenzstufen von Miller (KNOWS – KNOWS HOW – SHOWS HOW – DOES) stehen. Eine Stärke der Lehre der Lehrklinik ist, dass Studierende durch das Einüben der praktischen Fertigkeiten (PKU, PKF) bis auf die dritte Kompetenzstufe nach Miller gelangen: SHOWS HOW – sie können demonstrieren, wie sie spezifische Fertigkeiten z.B. am Modell oder am Simulationspatienten ausführen.

Der Ausfall aller Präsenzkurse im Sommersemester 2020 hat die Lehrklinik vor die Aufgabe gestellt, dass es nicht nur um die Digitalisierung von Faktenwissen (KNOWS) ging, sondern auch um die Frage, wie und ob praktische Fertigkeiten elektronisch gelehrt werden können.

Wir stellten unterschiedliche Materialien über WueCampus zur Verfügung, so wurde entweder auf externe Lehrvideos verwiesen (z.B. University of Oxford) oder Lehrvideos selber gedreht und mit Texteinblendungen sichergestellt, dass die Studierenden komplementär zum ebenso über WueCampus bereitgestelltem Skript und den vertonten Vorlesungen eine Verknüpfung zwischen Faktenwissen (KNOWS) und Handlungs- und Begründungswissen (KNOWS HOW) herstellen konnten.

Zudem variierten wir von Modul zu Modul mit weiteren aktivierenden didaktischen Methoden wie einem Online-Auskultationsquiz, Case Train-Fällen und Zoomsprechstunden. Des Weiteren wurden die Studierenden aufgefordert, die in Skript und Video erklärten und demonstrierten Fertigkeiten an einer Person zu üben, zu der keine Kontaktbeschränkung bestand, also ein Familienmitglied, Partner/-in oder Mitbewohner/-in. Im modularisierten digitalen PKU-Kurs wurden die Studierenden also Woche für Woche aufgefordert, die körperliche Untersuchung von Herz, Lunge, Abdomen sowie die neurologische Untersuchung „privat“ durchzuführen und in einem Untersuchungsbefund zu dokumentieren und per Email an die Lehrklinik zu schicken. Den Verantwortlichen diente dies als Beleg, dass dies auch tatsächlich durchgeführt wurde.

Gegen Ende des Semesters konnte dann mittels eines ausgefeilten Hygienekonzeptes für die Module „Blutentnahme“ und „Anlegen eines Venenverweilkatheters“ in Einzelräumen praktische Übungsmöglichkeiten angeboten werden. Die Studierenden hatten sich vorher mittels Skript und Video so vorbereitet, dass sie vor Ort direkt mit den Übungen beginnen konnten und nur wenig Supervision durch TutorInnen benötigten, diese aber bei Bedarf in Anspruch nehmen konnten.

Im Modul „Kommunikation“ konnte gemeinsam mit dem Institut für Allgemeinmedizin den Studierenden etwas Besonderes angeboten werden.

Bis zum WS 19/20 bestand die Lehre zur Anamnese-Erhebung im 5. Semester aus drei Einheiten von je 90 Minuten. In Kleingruppen hatte jede/r Studierenden einmal die Möglichkeit, zunächst in Rollenspielen Teile einer strukturierten Anamnese zu üben, und dann mit einem Simulationspatienten eine gesamte Anamnese selbständig zu erheben. Mündliches Feedback bekam man aus der Kleingruppe und von betreuenden Tutoren und Dozierenden.

Im digitalen PKU-Kurs im Sommersemester wurde zunächst ein Beispiel-Video einer kommentierten „idealen Anamnese“ mit einer Simulationspatientin gedreht und zur Verfügung gestellt. Die Studierenden sollten dann eine Anamnese mit einer vertrauten Person im privaten Umfeld durchführen und eine davon angefertigte Audiodatei an die Lehrklinik schicken. Auf eine Videoaufzeichnung wurde aus Datenschutzgründen verzichtet. Diese Anamnesen wurden dann von den Dozierenden an Hand einer extra entwickelten Checkliste angehört und bewertet. Allen Studierenden wurden auf dieser Basis persönliches, strukturiertes schriftliches Feedback gegeben. Dadurch konnte trotz des Ausfalls der Präsenzkurse erreicht werden, dass die Studierenden die Stufe des SHOWS HOW erreichen konnten. Vor allem das strukturierte Feedback wurde von den Studierenden in der Evaluation sehr wertgeschätzt.

Daneben gab es eine weitere Aufgabe für die Studierenden, die über die bisherigen Lernziele hinaus ging. Durch die Lektüre eines Textes von Thomas Ripke „Der kranke Arzt“ setzten sich die Studierenden damit auseinander, in welchen Phasen die eigene Krankheitsverarbeitung von MedizinerInnen verlaufen kann. Die Studierenden sollten dann mit KommillitonInnen darüber reflektieren, ob sie diese Phasen bei sich oder anderen schon erlebt haben und Reflektionspunkte dazu notieren und ebenso einschicken. Die Analyse der Reflektionen hat gezeigt, dass sich die Studierenden fundiert mit dem eigenen Gesundbleiben und Verhalten im Krankheitsfall auseinandergesetzt haben. Dies hat uns dazu veranlasst, ab dem Wintersemester 20/21 eine zusätzliche Lehr-/Lerneinheit „Gesundbleiben als Mediziner-/in“ für alle Studierende des 5. Semesters im Rahmen des PKU einzuführen.

Die Evaluationen aus dem Sommersemester haben gezeigt, dass die Studierenden den Ausfall der praktischen Übungseinheiten in der Lehrklinik erwartungsgemäß sehr bedauerten. Unter den gegebenen Umständen schien es aber als ein adäquater Ersatz, die Fertigkeiten zumindest im häuslichen Umfeld zu üben, auch wenn dies die praktischen Übungen unter Supervision durch TutorInnen und Dozierende nicht vollständig ersetzen kann. Daher haben wir zu Beginn des Wintersemesters eine freiwillige Nachholeinheit für die körperlichen Untersuchungstechniken angeboten, die von den Studierenden sehr gut angenommen wurde.

Wir haben die guten Erfahrungen insoweit genutzt, als dass wir auch im Wintersemester 20/21 die Aufgaben der zu Hause durchzuführenden Untersuchungen und Anamnesen beibehalten haben. Dies können wir nun erfreulicherweise mit praktischen Einheiten in der Lehrklinik ergänzen, so dass die Studierenden sehr gut vorbereitet zu den praktischen Kurseinheiten von Anamnese und körperlicher Untersuchung erschienen. Wir haben den Eindruck, dass durch diese Form des „Flipped-Classroom“-Konzeptes eine höhere Stufe auf der Lernspirale erreicht werden kann.

Lehrveranstaltungsart: Seminar und Vorlesung

Preisträger/Innen:

  •  Prof. Thorsten Bley
  •  Andreas Kunz

 


In der Radiologie setzen wir schon länger auf ein sehr interaktives Lehrkonzept. Im vergangen Semester standen wir vor der Herausforderung, nun auch online die selbstständige Befundung von Bildern zu ermöglichen. Übergeordnet haben wir das Semester in Themenwochen gegliedert. Die Hauptvorlesung wurde durch eine passende, fallbasierte Vorlesung als asynchrones Angebot zum Download flankiert. Den Abschluss einer Themenwoche bildete die wöchentliche interaktive Videokonferenz, in der Fragen und Unklarheiten der behandelten Inhalte mit den Studierenden diskutiert wurden. Parallel zu diesen Inhalten war es uns möglich, eine technische Lösung zur selbstständigen Bearbeiten von kommentierten Fällen anzubieten und somit die Seminare, bei denen bislang die Studierenden anhand unserer iPads die selbstständige Befundung üben, so gut wie möglich zu ersetzen. Weiterführende Fortbildungsinhalte, sowie weitere kommentierte Fälle konnten über den von uns für unsere Studierenden geschaffenen Zugang zu einer dezidierten Plattform der Deutschen Röntgengesellschaft erarbeitet werden. Das Ergebnis, ein abgerundetes asynchrones und vollständig online verfügbares Lehrkonzept für das Zentrum Radiologie, in kurzer Zeit mit Leben zu füllen war eine Teamleistung  – entsprechend verdient auch unser gesamtes Team das zugetragene Lob!


Preisträger/Innen:

  • Niklas Dreher
  • Tanja Rammler
  • Thilo Hamlischer
  • Jan-Lucca Hennes
  • Jonas Rößle

 


 

Medizinstudierende der Human- und Zahnmedizin unterstützten Dozierende aller Fächer und Querschnitte in der bedarfsorientierten Gestaltung der Online-Lehre im Sommersemester 2020 im Rahmen ihrer Tätigkeit als E-Scout. Zentrale Aufgaben sind hierbei die Beratung zur Online-Lehre (z.B. effiziente Möglichkeiten der digitalen Wissensvermittlung), technische Unterstützung (z.B. Hilfe bei der Vertonung von PowerPoint-Folien) und der Equipment-Verleih.