Bayern stärkt den Infektionsschutz
01/13/2026Die Forschung, Versorgung und Prävention im Bereich der Infektionskrankheiten nachhaltig stärken: Das ist die Aufgabe des Bayerischen Zentrums für präventive Infektionsmedizin (BZI).
Nicht erst seit der Corona-Pandemie ist klar, wie wichtig präventive Infektionsmedizin ist: Neue Krankheitserreger tauchen auf, und immer mehr Bakterien entwickeln Resistenzen gegen gängige Antibiotika. Um die Bevölkerung besser vor Infektionskrankheiten zu schützen, hat Ende 2025 in Bayern eine neue wissenschaftliche Einrichtung ihre Arbeit aufgenommen: das Bayerische Zentrum für präventive Infektionsmedizin (BZI).
Besserer Schutz vor zukünftigen Gesundheitsrisiken
In einer Pressemitteilung hat Wissenschaftsminister Markus Blume Ende Dezember die Bedeutung der neuen Einrichtung betont: „Mit dem Bayerischen Zentrum für präventive Infektionsmedizin machen wir Bayern widerstandsfähiger gegen zukünftige Gesundheitsrisiken“, sagte er. Und weiter: „Infektionskrankheiten sind omnipräsent: von der Atemwegerkrankung, über die Lungenentzündung bis zur Influenza. Wir schaffen eine eigene Einrichtung, in der alle Hochschulmedizinstandorte und unsere Uniklinika im Bereich Infektionsschutz dauerhaft verzahnt sind“.
Bayern stellt dafür jährlich rund drei Millionen Euro zur Verfügung. Damit sollen verlässliche Strukturen geschaffen werden, damit „Wissen schneller genutzt, Impfungen besser verstanden und Risiken früher erkannt werden können“, so Blume.
Gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst vernetzt das Zentrum alle sechs bayerischen Universitäten mit Medizinischer Fakultät, darunter Würzburg, Erlangen, München (LMU und TU), Regensburg und Augsburg, sowie die Hochschulmedizin und den öffentlichen Gesundheitsdienst.
Ziel: Bessere Vorbereitung auf zukünftige Gesundheitsrisiken
Das BZI verfolgt das Ziel, Infektionsrisiken möglichst früh zu erkennen, wissenschaftliche Erkenntnisse schnell in die Versorgung zu übertragen und evidenzbasierte Entscheidungen im Gesundheitswesen zu unterstützen. Durch die enge Zusammenarbeit von Universitäten, Kliniken, dem öffentlichen Gesundheitsdienst, Forschungseinrichtungen und weiteren Partnern entsteht in Bayern erstmals eine koordinierte, wissenschaftlich fundierte Struktur zur Vorbereitung auf zukünftige Infektionswellen und Gesundheitsrisiken. Damit leistet das Zentrum einen wichtigen Beitrag zu Pandemie-Vorsorge und modernen Public-Health-Strategien.
Vertreterinnen und Vertretern aller Standorte der bayerischen Hochschulmedizin haben das wissenschaftliche Konzept des BZI gemeinsam erarbeitet, initiiert durch Professor Oliver Kurzai (Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Institut für Hygiene und Mikrobiologie) und Professor Klaus Überla (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Virologisches Institut). In enger Zusammenarbeit mit der Universitätsmedizin Bayern e. V. entstand ein landesweit abgestimmtes Strukturmodell, das die Stärken der verschiedenen Einrichtungen bündelt und koordiniert.
Drei Programmbereiche bilden den Kern des Zentrums
Das BZI gliedert sich in drei zentrale Programmbereiche, die die strategische Ausrichtung des Zentrums prägen:
- Bayerisches Surveillancezentrum (BaySurv): Moderne und kontinuierliche Überwachung relevanter Erreger, einschließlich molekularer Analytik und datenbasierter Auswertung.
- Bayerisches Vakzinezentrum (BayVak): Forschung zu Impfstoffen, Impfstrategien, klinischen Studien sowie wissenschaftlich fundierte Kommunikation rund um das Thema Impfen.
- Erstes Querschnittsprojekt: Bayerisches Long-COVID-Register (BAY-LCR): Systematische Erfassung und wissenschaftliche Untersuchung postakuter Infektionssyndrome wie Long COVID.
Diese drei Programmbereiche bilden die Grundlage für eine koordinierte und wissenschaftlich fundierte Vorsorgestrategie gegen Infektionskrankheiten in Bayern.
Website veröffentlicht
Mit der neuen Website www.BZI-bayern.de stellt das Zentrum seine Programmbereiche, Projekte und aktuellen Entwicklungen erstmals gebündelt vor. Die Plattform bietet Einblick in die Entstehung des BZI, aktuelle Vorhaben sowie Kontaktmöglichkeiten und macht Informationen zu Forschung, Vernetzung und Aktivitäten des BZI öffentlich zugänglich.
