Geisteswissenschaftliche Perspektiven auf Umwelt und Ökologie
06/16/2026Ein neuer Masterstudiengang an der Universität Würzburg kombiniert geistes-, sozial- und naturwissenschaftliche Inhalte: Environmental Humanities bietet Studierenden interdisziplinäre und vielfältige Ansätze.
Traditionell setzen die Geisteswissenschaften den Menschen ins Zentrum ihrer Untersuchungen und erforschen so Kultur, Literatur, Sprache, Geschichte oder Politik.
Die Environmental Humanities brechen diesen Ansatz auf. „Wir heben die Zentralität des Menschen im doppelten Sinne auf“, erklärt Professorin Catrin Gersdorf. An ihrem Lehrstuhl für Amerikanistik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) laufen die interdisziplinaren Fäden des neuen Studiengangs zusammen.
„Wir betreiben weiter Geisteswissenschaft; es geht natürlich um die verschiedenen Formen menschlicher Kultur. Aber auch darum, die Auswirkungen all dieser Bereiche nicht nur auf unsere, sondern auch auf die Lebensbedingungen anderer Lebewesen sowie ganze Ökosysteme zu untersuchen“, so Gersdorf.
Studium über Fakultätsgrenzen hinaus
Die Inhalte der einzelnen Module kommen aus der Fakultät für Humanwissenschaften, der Philosophischen Fakultät sowie aus dem Biozentrum. Die Fächer reichen von den neuphilologischen Literatur- und Kulturwissenschaften über Soziologie, Biologie, Europäische Ethnologie, Evangelische Theologie bis hin zu Politikwissenschaft – und damit ist noch nicht Schluss. „Wir schaffen ein Gerüst, das flexibel und für ganz viele Fachdisziplinen offen ist. Das Angebot kann dementsprechend stetig ergänzt werden“, so Dr. Lena Pfeifer, die maßgeblich an der Entwicklung des Studiengangs beteiligt war.
Der Master enthält also abwechslungsreiche fachwissenschaftliche Module, die von kompetenzorientierten Modulen ergänzt werden. Neben ökologischen Perspektiven auf Literatur, Politik oder Bildung gehören etwa auch Wissenschaftskommunikation, Tagungs- und Veranstaltungsbesuche sowie Praktika zum Programm.
Perspektiven in vielen Berufsfeldern
So vielseitig wie die Inhalte des Masters, der sowohl englisch- als auch deutschsprachige Veranstaltungen enthält, können auch die Hintergründe der zukünftigen Studierenden sein. „Der Studiengang ist für alle Bachelorabschlüsse offen, allerdings sind 45 ECTS aus den Bereichen Literatur-, Kultur oder Sozialwissenschaft Voraussetzung. Es wäre schön, wenn auch über die Studierenden unterschiedlichste Perspektiven in unser Programm einfließen könnten“, so Lena Pfeifer.
Nach dem Studium stehen Absolventinnen und Absolventen viele berufliche Wege offen. Einer könnte in die Wissenschaft führen, doch auch außerhalb des universitären Betriebs werden Umweltthemen inzwischen vielerorts multiperspektivisch gedacht. Zum Beispiel in Kultur, Medien, Politik, Verwaltung oder Bildung.
Weitere Informationen zu Inhalten, Voraussetzungen und Bewerbung finden sich auf der Webseite.
Kontakt
Prof. Dr. Catrin Gersdorf, Lehrstuhlinhaberin Amerikanistik, E-Mail: catrin.gersdorf@uni-wuerzburg.de
Dr. Lena Pfeifer, Lehrstuhl für Amerikanistik, E-Mail: lena.pfeifer@uni-wuerzburg.de
Allgemein: eh@uni-wuerzburg.de
