Vortragsreihe über Demokratie, Vertrauen und Öffentlichkeit
04/21/2026Wie sieht die Zukunft unserer Demokratie aus? Dieser Frage geht die Universität Würzburg in einer neuen öffentlichen Veranstaltungsreihe nach. Sie startet am 29. April 2026.
Demokratische Gesellschaften stehen gegenwärtig unter vielfältigem Druck: Politische Polarisierung, globale Machtverschiebungen und die Transformation digitaler Öffentlichkeiten verändern die Bedingungen, unter denen demokratische Prozesse funktionieren. Wenn das Vertrauen in Institutionen, Medien und politische Akteure wankt, steht nicht weniger als das Fundament unseres Zusammenlebens zur Debatte.
Die Universität als Schutzraum der Demokratie
Vor diesem Hintergrund hat sich an der Universität Würzburg fakultätsübergreifend eine Gruppe gebildet, welche das Thema inner- und außeruniversitär in den Fokus rücken möchte. Die Initiative, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern aus Universitäts- und Fakultätsleitungen sowie verschiedener Statusgruppen, versteht die Auseinandersetzung mit der Demokratie angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen und eines sprunghaften Weltgeschehens nicht nur als wissenschaftliches Interesse, sondern als existentielle Aufgabe. Die Ringvorlesung „Under Pressure“, umgesetzt durch das Programm „Globale Systeme und interkulturelle Kompetenz“ (GSiK), ist erstes Ergebnis des Zusammenschlusses.
„Wissenschaft und Universitäten sind konstitutiv von demokratischen Strukturen abhängig: Freiheit von Forschung und Lehre kann nur in einer offenen Gesellschaft entstehen“, bekräftigt Professor Andreas Dörpinghaus, Vizepräsident für Studium und Lehre, das Engagement. „Im Gegenzug ist die Demokratie auf die Wissenschaft angewiesen – als Instanz der faktenbasierten Aufklärung, als Ort des kritischen Diskurses und als Motor für demokratische Resilienz“, so Dörpinghaus. Die Universität fungiere hierbei als Brücke zwischen Theorie und Praxis, um demokratische Strukturen unter veränderten Bedingungen nicht nur zu sichern, sondern proaktiv weiterzuentwickeln.
Renommierte Perspektiven im Dialog
Für diese Ringvorlesung konnten international ausgewiesene Expertinnen und Experten gewonnen werden, die zu den führenden Stimmen in ihrem jeweiligen Fachgebiet zählen. Die Reihe bietet die seltene Gelegenheit, fundierte Analysen aus erster Hand zu hören und gemeinsam zu diskutieren: Wie verändert sich Öffentlichkeit im Zeitalter digitaler Desinformation? Wovon lebt das Vertrauen in demokratische Prozesse? Welche Lehren lassen sich aus transatlantischen Entwicklungen ziehen?
Mit Beiträgen von renommierten Persönlichkeiten wie dem Harvard-Professor Daniel Ziblatt (Bestseller „How Democracies die“), dem Parteienforscher Frank Decker, der US-Expertin Annika Brockschmidt und der Digital-Expertin Sina Laubenstein setzt die Universität Würzburg ein deutliches Zeichen für die Relevanz wissenschaftlicher Expertise beim Schutz der demokratischen Ordnung.
Die Vorträge im Überblick:
Alle Vorträge finden um 18:30 Uhr im Audimax, Sanderring 2 statt. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung an gsik@uni-wuerzburg.de wird gebeten.
"Die Zukunft der Demokratie als praktische Aufgabe"
Prof. Dr. Frank Decker (Universität Bonn) am 29. April 2026
Einführung durch Prof. Dr. Andreas Dörpinghaus
"Digitale Demokratiegefahren: Radikalisierung im Netz am Beispiel der Mannosphäre"
Sina Laubenstein (ISD Germany, Berlin) am 7. Mai 2026
Einführung durch Prof. Dr. Andrea Kübler
"Glaube, Macht und digitale Räume: Politische Trends aus den USA und deren Einfluss auf die deutsche Demokratie"
Annika Brockschmidt (Freie Journalistin) am 21.Mai 2026
Einführung durch Prof. Dr. Ilona Nord
"Democracy Under Threat: a Transatlantic Perspective" (in englischer Sprache)
Prof. Daniel Ziblatt, Ph.D. (Harvard University, WZB Berlin) am 9. Juni 2026
Einführung durch Prof. Dr. Sonja Grimm
Über GSiK:
GSiK ist ein fächerübergreifendes Programm der Universität Würzburg, das Studierende auf die Herausforderungen einer globalisierten Welt vorbereitet. In interdisziplinären Veranstaltungen vermittelt GSiK Kompetenzen im Umgang mit kultureller Vielfalt, gesellschaftlicher Diskriminierung und globalen Zusammenhängen. Das Ziel ist es, durch (Selbst-)Reflexion und Praxisbezug ein tieferes Verständnis für das Zusammenleben in einer komplexen Gesellschaft zu schaffen sowie Kompetenzen zu entwickeln, Gesellschaft verantwortungsvoll und nachhaltig zu gestalten.
Kontakt
Carina Odenbreit, Universität Würzburg: Globale Systeme und interkulturelle Kompetenz (GSiK)
T +49 931 31-88070 , E-Mail: gsik@uni-wuerzburg.de
