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Faculty of Medicine

Versäumte Bilder: Ausstellung zeigt Pionierinnen der Wissenschaft

09/08/2026

Viele Frauen haben die Wissenschaft maßgeblich geprägt – doch ihre Leistungen wurden oft missachtet. Die Wanderausstellung „Versäumte Bilder“, die am 17. September an der JMU eröffnet wird, macht solche Frauen sichtbar.

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Dieses KI-generierte Porträt zeigt die Würzburger Innovatorin Barbara Thein (1775-1842). Rechts im Hintergrund ist ihr Arbeitsplatz dargestellt, die Alte Universität mit dem Turm der Neubaukirche. ACHTUNG: Hier ist nur ein Ausschnitt des Bildes zu sehen; für das Gesamtwerk bitte nach unten scrollen. (Image: Gesine Born)

Die Ausstellung zeigt KI-generierte Porträts von Wissenschaftlerinnen und Pionierinnen, von denen oft keine repräsentativen Darstellungen überliefert sind.

Die Kommunikationsdesignerin und Wissenschaftsfotografin Gesine Born hat die Porträts auf Grundlage historischer Quellen, biografischer Informationen und – wo möglich – im Austausch mit Angehörigen der porträtierten Frauen entwickelt. Die Bilder sind visuelle Annäherungen an Persönlichkeiten, die zu ihren Lebzeiten nie durch ein gemaltes oder fotografisches Porträt gewürdigt wurden. Sie laden dazu ein, über historische Leerstellen und Formen der Anerkennung nachzudenken.

Barbara Thein: Eine Würzburgerin mit Innovationskraft

Eine Besonderheit der Wanderausstellung ist, dass sie mit jedem Ausstellungsort wächst: Jede gastgebende Institution recherchiert in ihrer eigenen Geschichte nach einer Forscherin oder Innovatorin, deren Leistungen bislang kaum gewürdigt wurden. Auf Basis dieser Recherchen schafft Gesine Born ein neues „versäumtes Bild“, das die Wanderausstellung dauerhaft erweitert und an den nächsten Ausstellungsort mitreist.

Das Würzburger Universitätsarchiv und das Büro der Frauenbeauftragten haben dafür Barbara Thein (1775-1842) ausgewählt. Sie war die erste Frau, die an der Universität Würzburg nachweisbar wissenschaftlich gearbeitet hat – in einer Zeit, in der Frauen von Universitäten, Wissenschaft und Bildung bis auf sehr wenige Ausnahmen streng ausgeschlossen waren.

Auch Barbara Thein war nicht offiziell immatrikuliert. Sie arbeitete im Naturalienkabinett von Joseph Bonavita Blank und leistete dort bemerkenswerte Arbeit. Zu ihren Aufgaben gehörte es, Tiere zu präparieren und Präparate zu reparieren. Dabei entwickelte sie eigene Methoden; schriftlich überliefert sind ihre besonderen Fähigkeiten bei der Präparation mit Weingeist.

Bezahlt wurde Barbara Thein nicht von der Universität, sondern von Blank – mit Geld, das er von seinem eigenen Gehalt abzwackte. Als der Forscher seine Sammlung 1804 der Universität übergab, knüpfte er daran eine Forderung: ein jährliches, von der Universität zu zahlendes Gehalt für seine Gehilfin. Doch die Universität ignorierte die Forderung mehr als zehn Jahre lang.

Seit 2023 ist der Weg, der vom Campus Hubland-Süd zum Schönstattzentrum führt, nach Barbara Thein benannt. Das Universitätsarchiv würdigt die Innovatorin mit einem Artikel auf seinen Webseiten.

Weitere Porträts von Forscherinnen

Neben Barbara Thein zeigt die Wanderausstellung in Würzburg 16 weitere Porträts von innovativen Frauen, die Gesine Born in Zusammenarbeit mit verschiedenen Universitäten und Forschungseinrichtungen in Deutschland erarbeitet hat.

Wer an der Eröffnung der Ausstellung am Donnerstag, 17. September 2026, um 18:00 Uhr, im Forum des Universitätsgebäudes am Wittelsbacherplatz 1 teilnehmen möchte, muss sich per Onlineformular  anmelden.

Präsentiert werden zum Beispiel die Astronomin Maria Margareta Winkelmann-Kirch (1670-1720), die im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt porträtiert wurde, und die Stadtsoziologin Erika Spiegel (1925-2017). Deren Porträt wurde von der Schader-Stiftung in Auftrag gegeben.

Förderrichtlinie „Innovative Frauen im Fokus“

Das Projekt „Wanderausstellung: Versäumte Bilder“ wird im Rahmen der Förderrichtlinie „Innovative Frauen im Fokus“ vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert. Ziel ist es, die Sichtbarkeit von Frauen in Wissenschaft, Forschung und Innovation zu stärken.

Die Wanderausstellung macht Versäumnisse der Vergangenheit sichtbar und regt einen gesellschaftlichen Dialog über Chancengleichheit, Erinnerungskultur und den verantwortungsvollen Einsatz Künstlicher Intelligenz an. Als Teilprojekt des Metavorhabens „Innovative Frauen im Fokus“ knüpft sie dabei auch an Ergebnisse und Maßnahmen aus den geförderten Projekten der Förderrichtlinie an und macht diese für ein breiteres Publikum zugänglich.

"Mein großer Traum ist, dass es inspiriert – und dass Institute jetzt in ihren Archiven schauen, welche Frauen nicht sichtbar sind. Es gibt Frauen in der Wissenschaft, die wirklich kein einziges Bild haben, allenfalls ein Passbild auf der Personalakte. Für mich ist das aber kein repräsentatives Porträt.“
Gesine Born, Wissenschaftskommunikatorin

Ausstellungsbesuch

Die Ausstellung ist vom 17. September bis 26. Oktober 2026 in Würzburg im Forum des Universitätsgebäudes am Wittelsbacherplatz 1 zu sehen. Sie richtet sich an ein breites Publikum und lädt dazu ein, Fragen von Sichtbarkeit, Repräsentation und Anerkennung neu zu diskutieren.

Über QR-Codes in der Ausstellung können die Besucherinnen und Besucher die Lebensgeschichten der porträtierten Frauen vertiefen und mehr über die Entstehung der KI-generierten Porträts erfahren.

Die Webseite der Wanderausstellung https://wanderausstellung-versäumte-bilder.de bietet darüber hinaus eine dauerhaft verfügbare digitale Galerie mit allen Porträts sowie Hintergrundinformationen zum Projekt. Auch Wissenswertes zu den Themen Gleichstellung, sozial verantwortungsvolle KI und Frauen in Wissenschaft und Innovation werden präsentiert.

Wanderausstellung: Versäumte Bilder

17. September bis 26. Oktober 2026
Universitätsgebäude am Wittelsbacherplatz 1
97074 Würzburg
Der Zugang ist barrierefrei möglich.

Öffnungszeiten:

Vorlesungsfreie Zeit (bis Freitag, 9. Oktober 2026)
Montag-Donnerstag von 7:00 bis 16:00 Uhr
Freitag von 7:00 bis 13:00 Uhr

Vorlesungszeit (ab Montag, 12. Oktober 2026)
Montag-Freitag von 7:00 bis 21:00 Uhr

Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen zur Wanderausstellung

https://www.innovative-frauen-im-fokus.de/wanderausstellung/

Website zur Wanderausstellung

https://wanderausstellung-versäumte-bilder.de


Kontakt

Wanderausstellung am Standort Würzburg:

Natalie Nikolaus
Büro der Frauenbeauftragten, Universität Würzburg
T +49 931 31-83568
natalie.nikolaus@uni-wuerzburg.de

Projektkoordination & Kommunikation Wanderausstellung: Versäumte Bilder

Dr. Sibylle Schmidt
Metavorhaben „Innovative Frauen im Fokus“ (meta-IFiF)
Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V.
T +49 521 92278827
schmidt@meta-ifif.de
www.innovative-frauen-im-fokus.de

Additional images

By Robert Emmerich mit Material der Förderrichtlinie „Innovative Frauen im Fokus“

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