Übersetzung verbindet Zeiten und Kulturen
09/22/2026Wie wurde in der Frühen Neuzeit übersetzt – und was sagt das über das Zusammenleben verschiedener Kulturen? Eine öffentliche Tagung in Würzburg zieht am 9. und 10. Oktober Bilanz aus acht Jahren Forschung.
Mit einer feierlichen Abschlusstagung endet an der Universität Würzburg das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Schwerpunktprogramm „Übersetzungskulturen der Frühen Neuzeit“, geleitet von Regina Toepfer, Lehrstuhlinhaberin für ältere deutsche Philologie.
Am 9. und 10. Oktober kommen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Würzburg zusammen, um Ergebnisse aus acht Jahren gemeinsamer Forschung vorzustellen und zu diskutieren. Die Teilnahme an der gesamten Veranstaltung ist kostenlos. Interessierte können sich bis zum 1. Oktober per E-Mail an spp2130@uni-wuerzburg.de anmelden.
Zum Auftakt stehen am Freitag, 9. Oktober, Grußworte und eine Bilanz des Schwerpunktprogramms auf dem Programm. Eine Keynote beschäftigt sich mit dem Vergleichen und Übersetzen von Sprachen und Handlungen am Beispiel von Fremdsprachenlehrwerken der Frühen Neuzeit. Am Abend erwartet die Besucherinnen und Besucher ein besonderes kulturelles Highlight: Das Ensemble La Protezione della Musica präsentiert unter der Leitung von Jeroen Finke das Konzert „O Amarilli – Liedkultur des Barock in Europa“, das Liedübersetzungen hörbar macht
Das ausführliche Programm (PDF)
Übersetzen als Schlüssel zum Verständnis
Das Schwerpunktprogramm untersucht, welche Bedeutung das Übersetzen für Gesellschaften zwischen 1450 und 1800 hatte. Dabei geht es nicht nur darum, wie Texte von einer Sprache in eine andere übertragen wurden. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Frage, welche Vorstellungen vom Menschen, von Gesellschaft und vom Zusammenleben durch solche Übersetzungsprozesse entstanden und weitergegeben wurden.
Übersetzen spielte in der Frühen Neuzeit eine wichtige Rolle für den Austausch von Wissen und Ideen. Der Buchdruck, zunehmende Handelsbeziehungen und die wachsende Mehrsprachigkeit Europas förderten die Verbreitung und Professionalisierung des Übersetzens. Zugleich entstanden durch Kontakte zwischen verschiedenen Regionen und Kulturen neue Formen des kulturellen Austauschs.
Von Ovid bis Luther
Am Samstag, 10. Oktober, werden unter anderem Übersetzungen von Ovid und Luther aus dem 16. Jahrhundert sowie das kulturelle Übersetzen in der Frühen Neuzeit thematisiert. Zum Abschluss besteht die Möglichkeit, an einer Führung durch die Würzburger Residenz oder das Martin von Wagner Museum teilzunehmen.
Das 2018 eingerichtete Schwerpunktprogramm verbindet verschiedene kulturwissenschaftliche Perspektiven. Es untersucht Übersetzen unter anderem als sprachliches und mediales Phänomen, als Teil der Entwicklung von Wissen und gesellschaftlichen Vorstellungen sowie als Ausdruck von Kontakten zwischen unterschiedlichen Kulturen.
Kontakt
Annkathrin Koppers, Geschäftsstelle des SPP 2130 Übersetzungskulturen der Frühen Neuzeit, T +49 931 31 84288, spp2130@uni-wuerzburg.de
