Bewusst leben – Krebs vorbeugen
Kann man durch einen gesunden Lebensstil das Krebsrisiko senken?
Eine Frage, die klar mit Ja zu beantworten ist. Ziel von Präventionsmaßnahmen ist es, Krebs zu verhindern, bevor er überhaupt entstehen kann. Expert:innen sind sich mittlerweile einig, dass ein angemessener Lebensstil das Risiko, an Krebs zu erkranken, wesentlich reduzieren kann. Ein Patentrezept für ein Leben ohne Krebs gibt es nicht. Allerdings schätzt das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), dass in Deutschland mehr als jede dritte Krebsneuerkrankung auf Risikofaktoren zurückgeht, die vermeidbar oder zumindest beeinflussbar sind.
Seit Februar 2025 liegt die aktualisierte, fünfte Auflage des Europäischen Kodex gegen Krebs vor: Der Kodex wird von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) der WHO veröffentlicht und enthält 14 wissenschaftlich fundierte Handlungsempfehlungen, mit denen Menschen ihr persönliches Krebsrisiko senken können.
14 Empfehlungen, mit denen Sie persönlich Ihr Krebsrisiko senken können:
1. Rauchen
Rauchen Sie nicht. Verzichten Sie auf jeglichen Konsum von Tabakprodukten oder E-Zigaretten Wenn Sie rauchen, sollten Sie damit aufhören.
2. Passivrauchen
Vermeiden Sie Tabakrauch in Ihren Wohnräumen und in Ihrem Fahrzeug.
3. Übergewicht und Fettleibigkeit
Ergreifen Sie Maßnahmen, um Übergewicht und Adipositas zu vermeiden oder zu reduzieren:
- Essen Sie möglichst wenig Lebensmittel mit hohem Kalorien-, Zucker-, Fett- und Salzgehalt.
- Konsumieren Sie möglichst wenig Getränke mit hohem Zuckergehalt. Trinken Sie hauptsächlich Wasser und ungesüßte Getränke.
- Essen Sie möglichst wenig hochverarbeitete Lebensmittel.
4. Bewegung
Bewegen Sie sich regelmäßig im Alltag. Verbringen Sie möglichst wenig Zeit im Sitzen.
5. Ernährung
Setzen Sie vor allem Vollkornprodukte, Gemüse, Hülsenfrüchte und Obst auf Ihren täglichen Speiseplan. Essen Sie möglichst wenig rotes Fleisch und vermeiden Sie verarbeitetes Fleisch.
6. Alkohol
Verzichten Sie auf alkoholische Getränke.
7. Stillen
Stillen Sie Ihr Baby so lange wie möglich.
8. Sonneneinstrahlung
Vermeiden Sie zu viel Sonnenstrahlung, insbesondere bei Kindern. Achten Sie auf ausreichenden Sonnenschutz. Gehen Sie nicht ins Solarium.
9. Risikofaktoren für Krebs am Arbeitsplatz
Informieren Sie sich über Krebsrisikofaktoren bei der Arbeit und verlangen Sie von Ihrem Arbeitgeber, dass er Sie davor schützt. Befolgen Sie stets die Gesundheits- und Arbeitsschutzanweisungen an Ihrem Arbeitsplatz.
10. Radongas in Innenräumen
Informieren Sie sich mithilfe einer lokalen Radonkarte über die Radonkonzentration in Ihrer Region. Lassen Sie die Werte in Ihrem Zuhause von Fachpersonen messen und gegebenenfalls senken.
11. Luftverschmutzung
Reduzieren Sie aktiv die Belastung durch Luftverschmutzung
- Nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel, gehen Sie zu Fuß oder fahren Sie mit dem Fahrrad, anstatt das Auto zu nehmen.
- Suchen Sie sich verkehrsarme Strecken, wenn sie zu Fuß gehen, mit dem Rad fahren oder draußen Sport treiben.
- Halten Sie Ihr Zuhause rauchfrei, indem Sie keine Brennstoffe wie Kohle oder Holz verheizen.
- Fördern Sie Maßnahmen für eine bessere Luftqualität.
12. Krebsauslösende Infektionen
- Lassen Sie Mädchen und Jungen gegen das Hepatitis-B-Virus und das humane Papillomavirus (HPV) impfen, gemäß den Empfehlungen in Ihrem Land.
- Nehmen Sie an Tests auf und Behandlungen gegen Hepatitis-B- und -C-Viren, das humane Immunschwächevirus (HIV) und Helicobacter pylori teil, gemäß den Empfehlungen in Ihrem Land.
13. Hormonersatztherapie
Wenn Sie sich nach einer ausführlichen Beratung durch Ihre Ärztin oder Ihren Arzt für eine Hormonersatztherapie (gegen Wechseljahrsbeschwerden) entscheiden, sollten Sie die Anwendung auf einen möglichst kurzen Zeitraum beschränken.
14. Bestehende Krebsvorsorgeprogramme
Nehmen Sie an den in Ihrem Land empfohlenen bestehenden Krebsvorsorgeprogrammen für folgende Krebsarten teil:
- Darmkrebs
- Brustkrebs
- Gebärmutterhalskrebs
Früherkennung – warum ist das so wichtig?
Niemals zuvor war das medizinische Wissen über Krebserkrankungen so groß wie heute. Krebs kann heute in vielen Fällen geheilt werden. Eine Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Krankheit so früh wie möglich erkannt wird. Wird der Tumor im Frühstadium entdeckt, können bei manchen Krebsarten neun von zehn Erkrankten geheilt werden. Dennoch nutzt nur jede zweite Frau über 20 und jeder fünfte Mann über 45 die kostenlosen Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung.
Ausführliche Informationen zum Thema Prävention finden Sie auf der Website der Deutschen Krebsgesellschaft
