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Comprehensive Cancer Center Mainfranken

Krebstherapie der nächsten Generation – Made in Würzburg

19.11.2012 |

Universitätsklinikum holt Spezialisten aus den USA: Immunsystem ist neue Wunderwaffe gegen Krebs

Das Universitätsklinikum Würzburg unter Führung des Ärztlichen Direktors Prof. Christoph Reiners und die Medizinische Klinik II für Hämatologie und Onkologie unter Leitung von Prof. Hermann Einsele haben sich auf nationaler und internationaler Ebene einen hervorragenden Ruf als Kompetenzzentrum für die Behandlung von Krebspatienten erarbeitet. Grund dafür sind zum einen exzellente Behandlungsergebnisse auch durch den Einsatz innovativer, neuartiger Behandlungsstrategien und zum anderen die enge Verzahnung von Krebsforschung und -therapie.  

Forscher kommen von US Top Universitäten in Portland und Seattle nach Würzburg

Um diese Position weiter zu festigen ist Prof. Einsele unermüdlich weltweit unterwegs, um die besten neuen Ideen und Wissenschaftler nach Würzburg zu holen. Der jüngste Coup – mit Dr. Thomas Bumm und Dr. Michael Hudecek ist es gelungen zwei Ärzte nach Deutschland zurückzuholen, die an amerikanischen Top Universitäten in Portland und Seattle auf dem Gebiet der Krebstherapie ausgebildet wurden. 

‚Neuartige Antikörper‘ und ‚Designer T-Zellen‘ zerstören Tumore

Das Forschungsteam von Dr. Thomas Bumm und PD Dr. Gernot Stuhler, der zwei Jahre an der renommierten Harvard Universität in den USA gearbeitet hat, entwickelt für die Krebstherapie neuartige Antikörper. Diese sind in der Lage, zielgerichtet das Patienten eigene Immunsystem zu aktivieren, um die bösartigen Tumorzellen zu beseitigen. Das Konzept von Dr. Michael Hudecek ist der Einsatz von weißen Blutkörperchen, die mit einem Rezeptor ausgestattet wurden, über den sie den Tumor erkennen und vernichten. Beide Strategien erwiesen sich in vor-klinischen Test als hocheffizient bei der Vernichtung von Tumorzellen und sind in den USA zum Teil auch schon in klinischen Studien erprobt - mit ähnlich durchschlagendem Erfolg. Bumm/Stuhler und Hudecek sind nun angetreten, ihre Therapien in Würzburg weiterzuentwickeln und in die klinische Anwendung zu bringen – Patienten am UKW könnten als weltweit erste von den neuen Behandlungsmethoden profitieren.

‚Brain Gain‘ für Würzburg

Der Gewinn der Forscher ist für das UKW ein absoluter ‚Brain Gain‘ – ein Zugewinn an Know How und Expertise. Es wird zunehmend schwieriger, junge Ärzte für die Forschung zu begeistern, und viele talentierte Forscher wandern ab z.B in die USA. Das UKW bemüht sich intensiv, hochtalentiert forschende Mediziner wie Bumm und Hudecek nach Deutschland zurückzuholen und optimale Bedingungen für ihre Forschung und klinische Ausbildung zu schaffen. Beide Forscher haben bereits Fördergelder eingeworben, um ihre Labore aufzubauen und die Forschungsprojekte weiter zügig voran zu bringen.

Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ sammelt Geld für Spitzenforscher

Doch Forschung auf Weltklasseniveau hat ihren Preis – finanzielle Unterstützung wird dringend gebraucht. Hilfe kommt hier u.a. vom  Förderverein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ unter Führung von Gabriele Nelkenstock, die das Projekt aufnimmt und zu einer ähnlichen Spendenaktion, wie vor 10 Jahren zur „Aktion Stammzelltherapie“, aufruft. Unter dem Motto „Kampf gegen den Krebs – Forschen statt Resignieren“ wird das aktuelle Projekt auf den Weg gebracht. Prominente Mitwirkung aus der Politik: Barbara Stamm, Präsidentin des Bayerischen Landtags, übernimmt die Schirmherrschaft für diese Aktion. Mit den Spendengeldern sollen die beiden Forscher Dr. Bumm und Dr. Hudecek auch bei der Beschaffung von Laborgeräten unterstützt werden, mit denen sie ihre neuen ‚Wunderwaffen‘ gegen Krebs weiterentwickeln und für den klinischen Einsatz vorbereiten können. Weitere Spendenaktionen sind dazu in den nächsten Monaten geplant, an denen sich die Bevölkerung in Mainfranken aktiv beteiligen und Flagge zeigen kann im Kampf gegen Krebs. Wer direkt für dieses Forschungsprojekt spenden möchte, kann dies bei der Castellbank Würzburg, BLZ 790 300 01, Kto. 9245, tun.