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    Behandlung in zertifizierten Darmkrebszentren verbessert das Überleben

    02.11.2020 |
    Darmkrebs- und Rektalkrebs-Operationen sollten am besten an zertifizierten Einrichtungen durchgeführt werden. (Bild: Daniel Peter/Uniklinikum Würzburg)

    Das Uniklinikum Würzburg konnte in einer bundesweiten Studie zeigen: Patienten mit Darm- oder Rektalkrebs haben bessere Überlebenschancen, wenn sie sich in einem Krankenhaus operieren lassen, das die Voraussetzungen für eine Zertifizierung von der Deutschen Krebsgesellschaft erfüllt.

    Kliniken, die das von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) vergebene Zertifikat als Darmkrebszentrum tragen wollen, müssen wichtige Qualitätsstandards erfüllen. Aber wie aussagefähig sind diese Qualitätsstandards für das Behandlungsergebnis? Eine Antwort auf diese Frage erarbeitete ein Forschungsteam des Uniklinikums Würzburg (UKW), angeführt von Privatdozent Dr. Armin Wiegering, dem Leiter des Viszeralonkologischen Zentrums. Die Ergebnisse der Studie wurden Ende September dieses Jahres in der Fachzeitschrift „European Journal of Surgical Oncology“ veröffentlicht. 

    Signifikant niedrigere Sterblichkeit

    Die Wissenschaftler analysierten dabei retrospektiv die Krankenhausabrechnungsdaten von fast 288.000 Patienten in ganz Deutschland aus den letzten Jahren. Mit folgenden Ergebnissen: In Zentren, die die Qualitätsstandards erfüllten, war die Sterblichkeit mit 4,3 Prozent signifikant niedriger als in Krankenhäusern, die die Qualitätsstandards teilweise (5,7 Prozent) oder nicht (6,2 Prozent) erreichten.

    Besonders wichtig zeigte sich in diesem Zusammenhang der erfahrene Umgang mit chirurgischen und nicht-chirurgischen Komplikationen: Die Rate der Todesfälle nach dokumentierten Komplikationen lag in Krankenhäusern, die die Qualitätsstandards erfüllten, um rund 20 Prozent unter der der Vergleichsgruppen.

    „Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der von der DKG eingeschlagene Weg bei der Zertifizierung von Darmkrebszentren über Qualitätsstandards ein guter Anfang ist, die Behandlungsqualität messbar zu steigern“, sagt Dr. Wiegering und fährt fort: „Für die Patienten kann dies ein Hinweis sein, gerade bei komplexen Eingriffen eine zertifizierte Einrichtung aufzusuchen, um sich selbst die besten Chancen zu geben.“

    Das UKW ist eines der führenden Zentren in Bayern für die Versorgung von Patienten mit Dickdarm- und Rektaltumoren. Darüber hinaus ist das Klinikum eines von sechs Nationalen Krebszentren sowie eines von 15 Zentren in Deutschland, die auch für Magen-, Leber- und Pankreaskrebs zertifiziert sind.