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Lehrstuhl für klinische Epidemiologie und Biometrie

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Rückblick: 8. Joint Winter School fokussiert Herzinsuffizienz – Von der Genetik zur digitalen Therapie

28.01.2026

Vom 23. bis 24. Januar 2026 brachte die 8. Joint Winter School „Translational Medicine and Clinical Science“ am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) Expert:innen und Nachwuchsforscher:innen zusammen. Im Zentrum stand die interdisziplinäre Betrachtung der Herzinsuffizienz.

Unter dem Leitthema „Mechanisms, treatment and innovative approaches“ bot die Veranstaltung einen tiefen Einblick in das komplexe Krankheitsbild der Herzinsuffizienz. Den Auftakt bildete eine Führung durch die Core Facilities des DZHI unter Leitung von Prof. Christoph Maack.

Im wissenschaftlichen Eröffnungsvortrag legte Prof. Stefan Störk erklärt anschließend, warum die Herzinsuffizienz als „epidemische“ Erkrankung gilt. Er betonte die enorme Komplexität des Krankheitsbildes, das eine präzise Phänotypisierung erfordert und maßgeblich von Begleiterkrankungen (Komorbiditäten) beeinflusst wird.

Prof. Brenda Gerull erörterte die genetischen Ursachen von Kardiomyopathien und die rasante Entwicklung diagnostischer Werkzeuge wie dem Next Generation Sequencing und skizzierte Therapieziele einschließlich Genersatz und Gene-Editing-Technologien, die Hoffnung auf die Korrektur erblicher Defekte geben. Den Blickwinkeln hin zur translationalen Forschung verschieben, untersuchte Prof. Gustavo Ramos die körpereigene Immunantwort auf Herzverletzungen. Diesen interdisziplinären Ansatz erweiterte Dr. Jorge Pagola (Vall d'Hebron, Barcelona), der die kritische Herz-Hirn-Interaktion und den Zusammenhang zwischen Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern und Schlaganfallrisiko beleuchtete.

Ein besonderer Fokus lag auf innovativen Therapieansätzen: Prof. Rüdiger Pryss zeigte das Potenzial digitaler Biomarker mittels Smartphone-Apps auf und PD Dr. Carolin Morbach fokussierte sich auf innovative Therapieansätze für die seltene Erkrankung Amyloidose. Im Bereich der Versorgungsforschung stellten Prof. Stefan Störk und Martha Schutzmeier die HI-PLUS Studie vor – eine deutschlandweite cluster-randomisierte Versorgungsstudie, die durch den Einsatz spezialisierter Herzinsuffizienz-Fachkräfte und einer eHealth-Plattform die Patientenversorgung und Sektorenvernetzung nachhaltig verbessern soll.

Zum Abschluss weitete Prof. Claudia Hanson (Stockholm) den Blick nach Skandinavien: Sie diskutierte am Beispiel schwedischer Qualitätsregister, wie essenziell das öffentliche Vertrauen („Public Trust“) für die erfolgreiche Nutzung von Gesundheitsdaten ist. Prof. Frank Breuckmann (Klinikum Kitzinger Land) analysierte anschließend die Organisation von Kliniken und ambulanten Zentren. Er plädierte für strukturierte „Transitional Care“-Konzepte und den Aufbau von Herzinsuffizienz-Netzwerken, um die kritischen Übergänge zwischen stationärer und ambulanter Versorgung zu sichern.

 

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