piwik-script

English Intern
    Lehrstuhl für Orthopädie

    Osteologie

    Osteologie am Lehrstuhl für Orthopädie und am König-Ludwig-Haus

    Das Osteologie-Team betreibt eine Spezialsprechstunde und ist an einer Reihe klinischer Studien beteiligt. Es beschäftigt sich mit Knochenerkrankungen wie Osteoporose, renaler Osteopathie, Knochenmetastasen und auch mit dem Morbus Paget des Knochens, der Fibrösen Dysplasie und mit seltenen Knochenerkrankungen. Die Ziele der Arbeit in der Experimentellen und Klinischen Osteologie sind

    • Ausbildung und Fortbildung junger KollegInnen zur Zertifizierung als Osteologe/in DVO
    • translationale klinische Forschung in enger Kooperation mit den experimentellen Projekten
    • Durchführung klinischer Studien zu Knochenerkrankungen wie Osteoporose und Morbus Paget
    • Etablierung eines osteologische Kompetenz-Netzwerks an der Universität und in der Region


    Das Team kooperiert eng mit universitären Einrichtungen, Schwerpunktpraxen, regionalen Rehabilitationszentren und Primärärzten. Die Spezialsprechstunde arbeitet innerhalb des Muskuloskelettalen Centrums Würzburg MCW sehr eng mit dem Klinischen Schwerpunkt Osteologie des MCW und mit dem Zentrum für seltene Erkrankungen ZESE zusammen. Die Sprechstunde ist der Kern des zertifizierten Osteologischen Schwerpunktzentrums DVO.

    zur Klinischen Studieneinheit

     

    Leitung

    Tel:        0931/803-3575
    Email:   l-seefried.klh@uni-wuerzburg.de


    MitarbeiterInnen

    Tel:        0931/803-3151
    Email:   g-baron.klh@uni-wuerzburg.de

    Tel:        0931/803-3126
    Email:   c-loeffler.klh@uni-wuerzburg.de  

    Tel:        0931/803-1132
    Email:   m-luedemann.klh@uni-wuerzburg.de


    Studienkoordinatorin

    Tel:        0931/803-3590
    Fax:       0931/803-1598
    Email:   j-baumann.klh@uni-wuerzburg.de

     

    Projekte


    Dr. med. Lothar Seefried, Dr. med. Gabi Baron, Dr. med. Sabine Bau und Prof. Dr. Franz Jakob


    Der Morbus Paget des Knochens wurde 1876 von Sir James Paget beschrieben. Die Krankheit betraf etwa 4,6 % der Population in Großbritannien, wobei die Inzidenz sehr stark regional variiert und die jüngsten Zahlen der Inzidenz einen deutlichen Rückgang zeigen. Außerhalb von Großbritannien in anderen europäischen Ländern fand man niedrigere Inzidenz zwischen 0,5 und 2,5 %. Kürzlich wurde beschrieben, dass einige erbliche Syndrome wie der „early onset“ M. Paget und die jugendliche Paget-Erkrankung mit Mutationen assoziiert sind, die Komponenten des RANK / NFkB- Signalwegs betreffen und die zelluläre Maschinerie der Ubiquitinierung, welche ebenfalls mit dem NFkB Signalweg verknüpft ist. Dieser Signalweg ist essentiell für die Differenzierung und Aktivierung von Osteoklasten, und seine Störung in diesen Syndromen spricht dafür, dass der M. Paget eine Osteoklasten-assoziierte Erkrankung ist. Es gibt auch Hinweise dafür, dass ein externes Agens mit dem Auftreten des M. Paget verknüpft ist, welches die Krankheit triggert. Es wurden Virus-ähnliche Partikel in Osteoklasten des Paget-Knochens gefunden. Verschiedene Viren wurden hypothetisch damit in Verbindung gebracht, aber es ist nicht konsistent gelungen, virusspezifische Nukleinsäuren oder Eiweiße in Paget-Knochen nachzuweisen. Somit ist die Frage nach einem externen Trigger der Krankheit weiterhin ungelöst. Osteoklasten sind die primären Zielzellen für Aminobisphosphonate. Diese hemmen spezifisch die Farnesylsynthase der Osteoklasten und beeinträchtigen damit deren Aktivität und Überleben. Aminobisphosphonate sind derzeit Medikamente der ersten Wahl zur Behandlung des M. Paget. Wir haben an einer Studie zur Therapie des M. Paget mit Zoledronat und Risedronat aktiv teilgenommen (Reid et al. 2005). Unsere Ziele sind, evidenz-basierte Versorgungskonzepte für betroffene Patienten in einer Netzwerkstruktur zu etablieren. In Kooperation mit den wissenschaftlichen Gesellschaften (s. DVO) arbeiten wir an der Weiter-Entwicklung und Verbreitung evidenz-basierter Leitlinien für die Diagnose und Therapie (Jakob 2006), Dachverband Osteologie e.V..

    Literatur

    • Reid IR, Miller P, Lyles K, Fraser W, Brown JP, Saidi Y, Mesenbrink P, Su G,Pak J, Zelenakas K, Luchi M, Richardson P, Hosking D. Comparison of a single infusion of zoledronic acid with risedronate for Paget's disease. N Engl J Med. 2005 Sep 1;353(9):898-908.
    • Jakob F (Edit.) Morbus Paget des Knochens. Unimed Verlag Bremen 2006


    FGF23 und Vitamin D-Aktivierung durch die 1alpha-Hydroxylase - was können wir am Beispiel der Tumor-induzierten Osteomalazie lernen für die Knochenregeneration und die neuromuskuläre Koordination?

    in Kooperation mit mit der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin der Universität Würzburg, dem Zentrum für Muskuloskelettale Chirurgie der Charité Berlin und der Universita La Sapienzia, Rom

    Lothar Seefried, Regina Ebert, Birgit Mentrup, Doris Schneider, Susanne Wiesner, Bettina Hafen, Norbert Schuetze, Georg Duda, Paolo Bianco, Franz Jakob


    Der Phosphatstoffwechsel ist einer der wenigen Stoffwechselwege, dessen molekulare Komponenten und Regulationsmechanismen noch nicht vollständig bekannt sind. In den letzten Jahren konnte man durch die molekulare Aufklärung von seltenen Erkrankungen wie Onkogene Osteomalazie und Fibröse Dysplasie erste Fortschritte erzielen. Die Phosphatonine FGF23 und sFRP4 wurden identifiziert und damit wichtige Komponenten des Phosphatstoffwechsels charakterisiert. FGF23 ist im Serum messbar. Es ist erhöht bei verschiedenen Knochen- und Gelenkserkrankungen wie Arthritis und renale Osteopathie und trägt Wesentliches zur Pathologie der renalen Osteopathie und der Fibrösen Dysplasie bei. FGF23 hemmt die renale 1alpha-Hydroxylase und verursacht so eine Osteomalazie. Osteoblastenvorläufer sezernieren das Peptid, die Inaktivierung erfolgt durch partielle Proteolyse. Erbliche „loss-of-function“ und „gain-of-function“ Mutationen verursachen den erblichen Phophatdiabetes respektive die Familiäre Kalzinose. Wir finden erhöhte FGF23-Spiegel bei der Knochenheilung. Dies spricht dafür, dass FGF23 in einem bestimmten zeitlichen Fenster hier eine Rolle spielt. Wir wollen die Physiologie und Pathophysiologie des Proteins weiter charakterisieren und untersuchen, ob eine Subgruppe von Osteoporose-PatientInnen – und hier besonders diejenigen mit einer inflammationsassoziierten Osteoporose – eine Störung des Phosphatstoffwechsels aufweist. Wir stellen fest, dass PatientInnen mit Tumor-induzierter Osteomalazie eine gravierende Myopathie aufweisen, deren komplette Pathogenese klärungsbedürftig ist. Experimentell ist die Rolle von Klotho zusammen mit dem Rezeptor für FGF23 auch weiterhin nicht vollständig aufgeklärt. Ein Zusammenhang mit Alterung erscheint plausibel und veranlasst uns, in dieser Richtung weiter zu forschen.
    Die klinischen Studien sind eng vernetzt mit den experimentellen Projekten.

    Literatur

    • Lapa C, Genest F, Buck AK, Herrmann K, Kenn W, Rudert M, Jakob F, Seefried L. Diagnostic findings and treatment in a 51-year-old woman with oncogenic osteomalacia. J Clin Endocrinol Metab. 2014 Feb;99(2):385-6. doi: 10.1210/jc.2013-3980. Epub 2013 Dec 11.
    • Klotz B, Mentrup B, Regensburger M, Zeck S, Schneidereit J, Schupp N, Linden C, Merz C, Ebert R, Jakob F. 1,25-dihydroxyvitamin D3 treatment delays cellular aging in human mesenchymal stem cells while maintaining their multipotent capacity. PLoS One. 2012;7(1):e29959. doi: 10.1371/journal.pone.0029959. Epub 2012 Jan 5.
    • Lienau J, Schmidt-Bleek K, Peters A, Haschke F, Duda GN, Perka C, Bail HJ, Schütze N, Jakob F, Schell H. Differential regulation of blood vessel formation between standard and delayed bone healing. J Orthop Res. 2009 Sep;27(9):1133-40. doi: 10.1002/jor.20870.
    • Goebel S, Lienau J, Rammoser U, Seefried L, Wintgens KF, Seufert J, Duda G, Jakob F, Ebert R. FGF23 is a putative marker for bone healing and regeneration. J Orthop Res. 2009 Sep;27(9):1141-6. doi: 10.1002/jor.20857.
    • Ebert R, Schütze N, Adamski J, Jakob F. Vitamin D signaling is modulated on multiple levels in health and disease. Mol Cell Endocrinol. 2006 Mar 27;248(1-2):149-59. Epub 2006 Jan 9. Review.
    • Ebert R, Jovanovic M, Ulmer M, Schneider D, Meissner-Weigl J, Adamski J, Jakob F. Down-regulation by nuclear factor kappaB of human 25-hydroxyvitamin D3 1alpha-hydroxylase promoter. Mol Endocrinol. 2004 Oct;18(10):2440-50. Epub 2004 Jul 8.
    • Seufert J, Ebert K, Müller J, Eulert J, Hendrich C, Werner E, Schuetze N, Schulz G, Kenn W, Richtmann H, Palitzsch KD, Jakob F. Octreotide therapy for tumor-induced osteomalacia. N Engl J Med. 2001 Dec 27;345(26):1883-8.