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Interdisziplinäres Zentrum für Klinische Forschung

IZKF-Projektförderung

Das IZKF Würzburg fördert laufend ca. 20-30 Projekte in unterschiedlichen Themen-Schwerpunkten im Rahmen des wissenschaftlichen Fokus der Medizinischen Fakultät der Universität Würzburg.

Förderziel:

  • Die Projektförderung zielt auf die Stärkung der klinischen Forschung unter besonderer Berücksichtigung der Interdisziplinarität zwischen klinischer Forschung und biomedizinischer Grundlagenforschung ab.
     
  • Sie ist auf die wissenschaftlichen Schwerpunkte des IZKF ausgerichtet und dient somit der stärkeren Vernetzung und Weiterentwicklung der Schwerpunkte der Medizinischen Fakultät.
     
  • Gefördert werden interdisziplinäre, innovative und qualitativ hochwertige Forschungsvorhaben. Wesentlich ist dabei die klare Ausrichtung auf eine sich anschließende externe Drittmittelförderung, die nur aufbauend auf einer vorgehenden IZKF-Förderung erfolgversprechend sein kann..
  • In der Regel handelt es sich um Kooperations­projekte zwischen klinischen Forscherinnen und Forschern sowie biomedizinischen Grundlagenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern.

Moderne Forschung konzentriert sich nicht mehr nur auf die veränderte Zelle oder das erkrankte Organ, sondern auf das zugrundeliegende System. Diese ganzheitliche Sichtweise systemischer Erkrankungen erfordert innovative Ansätze und eine interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Das IZKF folgt mit dieser Ausschreibung der Mission und der daraus folgenden strategischen Neuausrichtung der Medizinischen Fakultät: Es ersetzt die klassischen fächer- bzw. krankheitsbezogenen Projektbereiche (Entzündung, Krebs, Herz-Kreislauf, Neurologie und Bildung) durch die neuen Profilbereiche der Fakultät:

Zelluläre Heterogenität
Komplexität im Gewebe
System-/Netzwerkerkrankungen

Die drei neuen übergeordneten und ineinandergreifenden Profilbereiche setzen den Rahmen für die verschiedenen interdisziplinären Forschungsthemen und bilden zugleich das gesamte Spektrum der Translation ab. Sie umfassen im Einzelnen*: 


Cellular heterogeneity - Zelluläre Heterogenität

Die Gewebe und Organe des menschlichen Körpers sind aus einer Vielzahl unterschiedlicher Zellen aufgebaut Traditionell basiert unser Wissen über die Funktion von Zellen auf der globalen Analyse von Zellpopulationen. Modernste technische Entwicklungen im Bereich der Einzelzellanalyse haben in den letzten Jahren zur Identifikation neuer Zelltypen beigetragen, und gezeigt, dass scheinbar „identische" Zellen aus einem Spektrum heterogener Subtypen bestehen, welche eine große Bandbreite an unterschiedlichen Funktionen aufweisen: Jüngste Forschungsergebnisse zum Beispiel aus dem Bereich der Immuntherapie und Geweberegeneration legen nahe, dass es oft nur wenige, spezialisierte Zellen sind, welche diese Prozesse steuern können und dadurch im Fokus von Therapieansätzen stehen.

Diese Unterschiedlichkeit von Zellen wird mit dem Begriff „Zelluläre Heterogenität" beschrieben. Zelluläre Heterogenität ist eine wichtige Eigenschaft des menschlichen Organismus und von entscheidender Bedeutung bei so unterschiedlichen Prozessen wie Infektion, Regeneration, Entzündung, Herzinfarkt oder auch bei der Entstehung und Ausbreitung von Tumoren. Die intrinsische Heterogenität auf Einzelzellebene bildet die Grundlage der •Funktion zellularer Netzwerke (z.B. Mikrobiom, Immunsystem, Tumormicroenvironment, „Blut; ZNS), komplexer Organsysteme und systemischer Prozesse.

Für zelluläre Heterogenität gibt es zahlreiche Ursachen. Genetische Unterschiede, z.B. durch Mutationen, und epigenetische Regulation können zu unterschiedlicher Funktionalität von Zellen führen, Unterschiede in der Umgebung der Zellen z.B. im Hinblick auf die Verfügbarkeit von Nährstoffen, die Zusammensetzung der extrazellulären Matrix oder das Ausmaß einer Entzündungsreaktion beeinflussen direkt die Prozessierung von Informationen in einzelnen Zellen; auch stochastische Ereignisse wie der Kontakt zu anderen Zellen oder graduelle Differenzierungsprozesse können die Funktion einer Zelle beeinflussen.

Mögliche Forschungsprojekte in diesem Profilbereich:

  • Adressieren die Frage, wie Zellen Signale aus ihrer Umwelt oder Umgebung wahrnehmen und prozessieren
  • Versuchen den Beitrag von molekularen Veränderungen auf Zellebene in der Entstehung, Entwicklung, Erkennung von Krankheiten des Menschen zu verstehen
  • Arbeiten an der gezielten Nutzung von molekularen Mechanismen der zellulären Differenzierung, der Zell-Zell-Interaktion und Zell-basierter Therapien


Complexity within organ tissues - Komplexität im Gewebe

Gewebe sind Ansammlungen differenzierter Zellen, die eine gemeinsame Funktion erfüllen. Das komplexe Zusammenspiel unterschiedlicher Zelltypen, extrazellulärer Matrixkomponenten und die Interaktion mit Umweltfaktoren und Mikroorganismen auf der Grundlage molekularer Veränderungen ist essenziell für Funktionen des menschlichen Körpers.

Gewebsspezifische Nischen spielen eine zentrale Rolle in unserem Verständnis von Infektions- und Tumorkrankheiten. Die Interaktion von Tumorzeilen oder Mikroorganismen mit dem umgebenden Gewebe entscheidet über Containment oder Ausbreitung eines Krankheitserregers und beeinflusst in erheblichem Maße die Metastasierung von Tumoren. Aber auch autoimmune oder degenerative Prozesse können Struktur und Funktion von Geweben schädigen. Durch solche Störungen der Interaktion und Kommunikation im komplexen Gewebeverband entstehen Krankheiten Das Verständnis dieser Erkrankungen erfordert daher ein Verständnis der Komplexität im Gewebe. Modelle in der Grundlagenforschung bilden diese Komplexität oft unzureichend ab und dienen vielfach vor allem der Simplifizierung Und nicht der Translation in klinisch anwendbare Verfahren/ Materialien.

Neben einem besseren Verständnis 'der Pathomechanismen, die zu einer Störung der Gewebestruktur und -funktion führen, ist auch die Frage nach der Heilung nach einer Schädigungessenziell: Regenerative Medizin entwickelt zell- und materialbasierte Strategien, die endogeneregenerative Potenziale des menschlichen Organismus (re-)aktivieren, stimulieren oder unterstützen. Ziel ist die Regeneration funktionalen. Gewebes nach Schädigungen oder bei degenerativen Erkrankungen.

Mögliche Forschungsprojekte im Profilbereich:

  • Adressieren die Interaktion unterschiedlicher Partner im Gewebekontext (verschiedene Zelltypen, Tumorzellen, Mikrobiom, Krankheitserreger, Biomaterialien
  • Entwickeln und nutzen komplexe Modellsysteme, um Erkrankungen besser zu verstehen (3D Modelle, Biofabrikation, Organoide, Tiermodelle, ex vivo Modelle)
  • Entwickeln neue Biomaterialien und 3D-Druckverfahren für interaktive Materialien und Implantate (bspw. Immunmodulierend)


System and network diseases - System-/Netzwerkerkrankungen

In höher entwickelten Organismen regulieren miteinander vernetzte Systemfunktionen interne Prozesse und die Reaktion auf externe Einflüsse Dysregulation innerhalb dieser Netzwerke kann zu komplexen Erkrankungen führen, deren erfolgreiche Therapie von dem Verständnis der zugrundeliegenden, systemischen Mechanismen und Interaktionen abhängt.

Ein detailliertes Verständnis der Kommunikationsprozesse zwischen Organsystemen und zwischen Umwelt und Organismus ermöglicht die Identifizierung von Kausalzusammenhängenbiologischer Prozesse und somit ein mechanistisches Verständnis komplexer Pathophysiologie.Zentrale biologische und klinische Phänomene, wie z.B. off-target-Effekte von Medikamenten, lassen sich auf systemische Reaktionen (bzw. Kompensationen) in Antwort auf eine vermeintlich lokale Intervention zurückführen und damit auf die dynamische Kommunikation zwischen verschiedenen Netzwerkelementen wie z.B. Hirnarealen, Organen, aber auch Tumormikroumgebungen.

Für ein besseres Verständnis dieser Prozesse ist die Erforschung der Kommunikation; d.h. des Informationsflusses zwischen Organ(-systemen), externen Faktoren und Mikrobiom entscheidend. Elementare Aspekte sind dabei (i) die anatomisch-architektonischen Substrate, die Netzwerke, innerhalb derer Informationen ausgetauscht werden, (ii) die Art der Informationen bzw. der biologischen Signale und (iii) die zeitliche Dynamik des Informationsflusses und der dadurch hervorgerufenen Effekte. Ein besonderes Augenmerk liegt im Bereich der Systemerkrankungen auf den informationsvermittelnden Prozessen, die z.B. hormonell, im Blutkreislauf, Immunsystem oder zentralem und peripherem Nervensystem ablaufen.

Forschung zu Systemerkrankungen nimmt die Plastizität biologischer Prozesse in den Blick, die niemals stationär, sondern sich in einem fortwährenden Prozess der Veränderung auf unterschiedlichsten Zeitskalen befinden. Dabei können oft diskrete Zustände identifiziert werden, zwischen denen Organsysteme oszillieren und sich dabei wechselseitig beeinflussen. Eine Herausforderung systemischer, biomedizinischer Forschung besteht darin, Ursachen derÜbergänge zwischen adaptiven und maladaptierten Zuständen zu charakterisieren und gezielt zu beeinflussen.

Mögliche Forschungsprojekte in diesem Profilbereich:

  • Die dynamischen Adaptions- und Kommunikationsprozesse innerhalb und zwischen verschiedenen Organsystemen (z.B. Herz-Hirn, Blutkreislauf-Immunsystem, Herz-Tumor, Tumor-Infektion, Tumor-Immunsystem, Kontrolle motorischer oder emotionaler Funktionen)
  • Die Modellierung von Krankheitsprozessen im systemischen Kontext und im Hinblick auf Organismus-Umweltinteraktionen (z.B. stress-abhängige oder degenerative Erkrankungen, entzündliche Prozesse)

*Erläuterung zu den thematischen Schwerpunkten: Auszüge aus Empfehlungen der Arbeitsgruppe Forschungsstrategie an die Medizinische Fakultät der Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Antragsberechtigt sind promovierte MitarbeiterInnen

  • des Universitätsklinikums Würzburg (Haushalt 1518) und
  • der Universität Würzburg (Haushalt 1517), jedoch nur in Kooperation mit AntragstellerInnen des Universitätsklinikums (Haushalt 1518)

In der Regel stellen zwei bis max. drei WissenschaftlerInnen aus mind. zwei verschiedenen Einrichtungen einen Antrag (eine alleinige Antragstellung ist nicht möglich!). Die Aufnahme weiterer AntragstellerInnen bedarf der Rücksprache mit der Geschäftsstelle. Bitte beachten Sie, dass sich die Förderung vorrangig an WissenschaftlerIinnen und Wissenschaflter richtet, die selbst noch keinen Lehrstuhl innehaben. Wir empfehlen den Lehrstuhlinhaberinnen und –inhabern, in der Regel als Mentorin bzw. Mentor im Antrag mitzuwirken.

  1. Drittmittelfinanzierte MitarbeiterInnen können in Ausnahmefällen nach Prüfung der individuellen Voraussetzungen einen Antrag im IZKF vorlegen. Wir bitten in diesem Fall um Rücksprache mit der Geschäftsstelle.
  2. Die Zahl der Anträge pro AntragstellerIn ist in einer Antragsrunde auf max. zwei Anträge begrenzt. Im Rahmen der IZKF- Projektförderung ist die Projektleitung in der Regel auf zwei gleichzeitig geförderte Projekte beschränkt.
  3. Um den Frauenanteil in der interdisziplinären Projektförderung zu erhöhen, ist die Einbindung von Wissenschaftlerinnen in die Kooperation ausdrücklich erwünscht!

Info-Flyer zur Antragstellung 2024

Die nächste Antragstellung zur Projektförderung erfolgt vorraussichtlich ab dem 04. März bis zum 08. April 2024 über das Online-Portal des IZKF (OPI).

Bitte informieren Sie sich über die Inhalte, Voraussetzungen und Rahmenbedingungen des Programms (insbesondere Programmziel, Voraussetzungen, Antragsberechtigung) in unserem Informationen IZKF Antragstellung (deutsch) /  Informations IZKF Application (englisch). Anträge, die den darin enthaltenen formalen Vorgaben nicht entsprechen, können nicht zur Begutachtung weitergeleitet werden.

Die aktuellen Unterlagen zur Antragstellung 2024 (zum Upload in OPI) finden sie hier:

Deutsche Versionen:

24_Anlage_1_Vorhabenbeschreibung

24_Anlage_2_Finanzierung_Projektförderung

24_Anlage_3_CV_IZKF_nach DFG Vorlage_dt

24_Anlage_4_Drittmittel_Projektförderung

24_Anlage_5_Erklärung_zur_Antragstellung

 

Englische Versionen:

24_Annex_1_Project description

24_Annex_2_ Funding

24_Annex_3_CV_IZKF_based on DFG form_en 

24_Annex_4_Third party funding 

24_Annex_5_ Project declaration  

Das Begutachtungsverfahren im IZKF ist zweistufig angelegt:

1. Interne Begutachtung

  • Die/ Der Antragsteller/innen stellen einen Projektantrag.
  • Dieser wird intern durch GutachterInnen des Universitätsklinikums und der Universität Würzburg auf Förderungswürdigkeit bewertet.
  • Auf Basis dieser Gutachten trifft der IZKF-Vorstand eine Vorauswahl der Anträge, die zur externen Begutachtung weitergeleitet werden, um dort von den AntragstellerInnen vorgestellt zu werden. Die AntragstellerInnen werden entsprechend von der Geschäftsstelle informiert. 

Begutachtungskriterien: 

  1. Wissenschaftliche Originalität
  2. Projektreife (Gesamtkonzept des Projekts, Risikomanagement, ggf. Datenmanagement und Biometrie)
  3. Kompetenz (Vorarbeiten, Methodenkompetenz, Allgemeine Kompetenz)
  4. Interdisziplinarität (als inhaltlich und methodisch ineinandergreifende Zusammenarbeit  mindestens zweier Einrichtungen)
  5. Angemessenheit der beantragten Mittel
  6. Drittmittelreife und Chancen auf Drittmittelüberführung
  7. Ggf. Bewertung des Erfolgs bereits laufender IZKF-Förderungen

2. Externe Begutachtung

  • Die durch den Vorstand vorausgewählten Anträge werden an den Externen Wissenschaftlichen Beirat des IZKF zur Begutachtung weitergleitet.
  • Dieser begutachtet die Anträge vor Ort im Rahmen der Externen Begutachtung

Bei einer Förderempfehlung des Beirats entscheidet der Vorstand über die Förderung nach Maßgabe der vorhandenen Mittel. Negative Voten des Beirats sind für den Vorstand bindend.

Eine Übersicht der aktuell geförderten IZKF-Projekte finden Sie hier.