Martin Väth übernimmt Professur für Immunmetabolismus
06/30/2026Martin Väth übernimmt ab dem 1. Juli 2026 die neu geschaffene W2-Professur für Immunmetabolismus am Institut für Systemimmunologie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.
Warum verlieren Immunzellen bei chronischen Infektionen und Krebs ihre Schlagkraft, während sie bei Autoimmunerkrankungen überreagieren? Welche Rolle spielt dabei der Stoffwechsel? Und wie lassen sich diese Erkenntnisse für die Entwicklung neuer Therapien nutzen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Biochemiker und Immunologe Dr. Martin Väth.
Er untersucht, wie Immunzellen mit ihrer metabolischen Umgebung interagieren, etwa im entzündeten Gewebe oder im Tumormikromilieu. Diese Prozesse liefern wichtige Grundlagen, um die Entstehung und den Verlauf von Krebs- und Autoimmunerkrankungen besser zu verstehen. Der Stoffwechsel beeinflusst dabei weit mehr als die reine Energieversorgung der Immunzellen: Er greift auch in Signaltransduktionswege ein und steuert die epigenetische Regulation der Immunzellfunktion.
Entscheidende Jahre in der Max-Planck-Forschungsgruppe für Systemimmunologie
In den vergangenen sieben Jahren hat Martin Väth in der von den JMU-Professoren Georg Gasteiger und Wolfgang Kastenmüller geleiteten Max-Planck-Forschungsgruppe für Systemimmunologie eine unabhängige Nachwuchsgruppe aufgebaut.
„Die Zeit als Nachwuchsforschungsgruppenleiter war für mich essenziell, um mein Forschungsprofil kontinuierlich weiterzuentwickeln. Mein besonderer Dank gilt Professor Gasteiger und Professor Kastenmüller, die mich dabei als Mentoren maßgeblich unterstützt haben“, sagt Väth.
Gerade in seinem Forschungsfeld sei langfristige Kontinuität entscheidend. Neue wissenschaftliche Fragestellungen benötigten Zeit, um entwickelt und bearbeitet zu werden. Umso mehr freue er sich darauf, diese Forschung nun fortzuführen und weiter zu vertiefen.
Forschungserfolge beim Verständnis der T-Zell-Erschöpfung
Im Mittelpunkt der bisherigen Forschung von Professor Väth steht die Frage, warum T-Zellen im Verlauf chronischer Erkrankungen, etwa im Tumormikromilieu bei Krebs, ihre Funktion verlieren.
Seine Arbeiten weisen auf eine bislang unterschätzte Schlüsselrolle der Mitochondrien hin: „Wir konnten zeigen, dass Veränderungen des mitochondrialen Stoffwechsels die Erschöpfung von T-Zellen nicht nur begünstigen, sondern ursächlich mitverantwortlich sind“, fasst der Biochemiker zusammen.
Mithilfe genetischer und pharmakologischer Eingriffe gelang es seinem Team, diese Erschöpfung experimentell zu verhindern. Die Ergebnisse eröffnen neue Perspektiven für die Weiterentwicklung moderner Immuntherapien – insbesondere von CAR-T-Zelltherapien – und könnten langfristig zu wirksameren Behandlungsstrategien bei Krebs und Infektionen beitragen.
Grundlagenforschung eröffnet neue Perspektiven für Immuntherapien
In den kommenden Jahren will das Forschungsteam um Martin Väth die molekularen und metabolischen Mechanismen weiter aufklären, die die Funktion und Steuerung von Immunzellen bestimmen. Im Mittelpunkt steht dabei die Grundlagenforschung, also das detaillierte Verständnis zentraler biologischer Prozesse.
Langfristig könnte diese Forschung dazu beitragen, Immunreaktionen gezielt zu modulieren – etwa durch das Abschwächen fehlgeleiteter Immunantworten bei Autoimmunerkrankungen oder durch die gezielte Aktivierung von Immunzellen in der Krebstherapie. Dies wäre ein wichtiger Schritt in Richtung klinischer Translation.
Der Lebenslauf des neuen Professors
Martin Väth studierte Biochemie in Ulm und promovierte summa cum laude im Bereich Immuntoleranz am Institut für Molekulare Pathologie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.
Anschließend ging er von 2013 bis 2017 als durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderter Postdoktorand an die New York University (NYU) in New York City, wo er unter der Betreuung von Professor Stefan Feske forschte. Dort war er ab 2017 als Instructor im Department of Pathology der NYU School of Medicine tätig.
Seine Arbeiten im Bereich der Signaltransduktion in Immunzellen wurden unter anderem mit dem Fritz-und-Ursula Mechers-Preis der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI) sowie dem Outstanding Postdoc Award der New York University gewürdigt.
2019 kehrte er nach Deutschland zurück und übernahm die Leitung der Forschungsgruppe „Metabolism and Immune Cell Signalling“ am Max-Planck-nahen Institut für Systemimmunologie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. In dieser Zeit widmete er sich insbesondere der Erforschung von Stoffwechselprozessen bei Entzündungen.
Ab 1. Juli 2026 ist Martin Väth Professor für Immunmetabolismus am Institut für Systemimmunologie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.
Kontakt
Prof. Dr. Martin Väth, martin.vaeth1@uni-wuerzburg.de