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  • Copyright: Max Planck Research Group for Systems Immunology
Systemimmunologie Würzburg

Kann Salz schwarzen Hautkrebs bremsen?

13.03.2026

Eine salzreiche Ernährung verlangsamt das Wachstum von Melanomen in Mäusen - die Krebszellen werden weniger aktiv.

Ein Forschungsteam unter Beteiligung von Katarzyna Jobin, Nachwuchsgruppenleiterin am Institut für Systemimmunologie und am Lehrstuhl für Mikrobiologie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, hat den Einfluss von salzreicher Ernährung bei Mäusen auf Melanomzellen untersucht. Dabei stießen die Forschenden auf neue Erkenntnisse zum Wirkmechanismus.

Das maligne Melanom zählt zu den aggressivsten Formen von Hautkrebs. Melanome entstehen aus Melanozyten, den pigmentbildenden Zellen der Haut, die normalerweise vor UV-Schäden schützen. Jährlich sind weltweit Hunderttausende Menschen betroffen, besonders in Europa und Nordamerika.

Wie salzreiche Ernährung auf die Tumorentwicklung wirkt

Bisher wurde angenommen, dass Salz über das Immunsystem auf Tumore wirkt. Das Forschungsteam konnte in der neuen Studie nun zeigen, dass eine salzreiche Ernährung das Melanomwachstum bei Mäusen hemmt - und zwar unabhängig von einer Natrium-Anreicherung oder der Beteiligung von Immunzellen in Haut- und Lungengewebe. Die Ergebnisse sprechen damit für einen direkten, tumorspezifischen Wirkmechanismus von Salz auf Melanomzellen.

Die Studie, die im Fachjournal Cell Death & Disease (Nature Portfolio) veröffentlicht wurde, war eine Gemeinschaftsarbeit mehrerer Forschungseinrichtungen. Erstautorinnen sind Katarzyna Jobin von der Universität Würzburg, Clivia Lisowski und Natascha E. Stumpf, beide vom Institut für Experimentelle Immunologie an der Universität Bonn. Das Forschungsprojekt wurde von Christian Kurts vom Institut für Experimentelle Immunologie an der Universität Bonn geleitet.

„Wir haben herausgefunden, dass Krebszellen unter Bedingungen mit hoher Salzkonzentration wieder in einen eher klassischen Melanozytenzustand zurückkehren, in dem sie Pigment produzieren. Gleichzeitig verlangsamt sich ihr Stoffwechsel deutlich, und die Zellteilung kommt zum Stillstand. Dadurch nimmt ihre Aggressivität ab“, fasst Katarzyna Jobin zusammen.

Die Forschenden hoffen, dass dieses Wissen langfristig dazu beitragen kann, neue therapeutische Ansätze zu entwickeln, die gezielt an der Differenzierung und dem Stoffwechsel von Krebszellen ansetzen.

 

 

Originalpublikation: High-salt diet induces immune-independent re-differentiation, metabolic shut down and cell cycle arrest of melanoma https://www.nature.com/articles/s41419-025-08329-x#citeas

ForschungsgruppeImmune Matrix Dynamiken (Jobin Lab)

Kontakt

Dr. Katarzyna Jobin
katarzyna.jobin@uni-wuerzburg.de 
 

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Christina Bornschein  
christina.bornschein@uni-wuerzburg.de

 

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