Sind VR-basierte Prüfungen fair? Neue Studien der AG VR-Simulation unter Beteiligung von Lehrklinik-TutorInnen
07.04.2026Zwei aktuelle Studien der Arbeitsgruppe „VR Simulation im Medizinstudium“ am Institut für Medizinische Lehre und Ausbildungsforschung zeigt, dass VR-basierte Prüfungsformate derzeit möglicherweise nicht uneingeschränkt valide und fair sind. Die Ergebnisse unter Beteiligung von Lehrklinik-TutorInnen wurden im den renommierten Journals npj Digital Medicine bzw. JMIR Medical Education veröffentlicht.
In der randomisiert-kontrollierten Studie untersuchte Lehrklinik-Tutor Jan Schaal, ob und in welchem Ausmaß die Fähigkeit zum Umgang mit immersiven Umgebungen – sogenannte „immersive Kompetenz“ – die Leistung in einer VR-basierten klinischen Prüfung beeinflusst. Für dieses Konstrukt war zuvor in einer ersten Studie mit Teilnehmenden aus dem PJ-Reife OSCE von Lehrklinik-Tutorin Verena Schreiner ein „in-situ“ Messansatz entwickelt worden.
Das zentrale Ergebnis: Die Prüfungsleistung hing nicht ausschließlich von der klinischen Kompetenz der Studierenden ab, sondern wurde messbar durch deren Fähigkeit zur Bedienung von VR-Hard- und Software beeinflusst. Personen mit intensiver digitaler Vorerfahrung - etwa aus dem Gaming-Bereich - können unter bestimmten Bedingungen in VR systematische Leistungsvorteile haben.
Die Ergebnisse ordnen sich in eine größere wissenschaftliche Diskussion zur digitalen Fairness und Validität technologiegestützter Prüfungen ein. Ziel ist es nicht, VR-Anwendungen grundsätzlich in Frage zu stellen, sondern ihren Einsatz evidenzbasiert und verantwortungsvoll weiterzuentwickeln.
Die Studien sind "Open Access" d.h. frei verfügbar unter den folgenden Links einsehbar:
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