Intern
    Institut für Rechtsmedizin

    Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

    Sabrina Oerter, MSc.
    0931 - 3180198
    sabrina.oerter@uni-wuerzburg.de 

    Thema

    Im Rahmen einer Kooperation zwischen der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie (AG Prof. Dr. Förster), der Abteilung Neuropathologie und dem Institut für Rechtsmedizin wird die Rolle der Natrium-abhängigen Glukosetransporter SGLT1 und SGLT2, sowie des Uniporter GLUT1 an der menschlichen Blut-Hirn-Schranke (BHS) untersucht.

    Der Transport von Glukose an den Endothelzellen der Blut-Hirn-Schranke (BHS) spielt eine wichtige Rolle für die Energieversorgung und somit Funktion des Gehirns. Hierfür sind zwei Transportmechanismen verantwortlich. Zum einen der erleichterte (Uniporter der GLUT/SLC2-Familie), zum anderen der sekundär-aktive Transport (Natrium-abhängig, SGLT/SLC5-Familie). Bis zum heutigen Zeitpunkt ist nicht exakt geklärt, welche Rolle Transporter der SGLT-Familie im menschlichen Gehirn spielen. Untersuchungen anhand von in vivo und in vitro Modellen zeigen, dass diese Transporter unter physiologischen Bedingungen nicht an der BHS exprimiert werden. Liegt dahingegen eine Schädigung des Hirngewebes vor (z. B. durch Ischämie oder Schädel-Hirn-Trauma/SHT) bekommen SGLTs eine neue Bedeutung. Versuche in vivo und in vitro unter hypoglykämisch Bedingungen zeigen, dass die Natrium-abhängigen Glukosetransporter nach der Traumatisierung in den Zellen verstärkt exprimiert werden. Es liegt somit nahe, dass SGLT für die Aufrechterhaltung der Energieversorgung nach traumatisch bedingten Hirnveränderungen wesentlich zur Verringerung von Sekundärschäden beitragen. Eine exakte Kenntnis der Expression und Aktivierung von SGLT an der menschlichen BHS ist somit ausschlaggebend für das Verständnis von Pathomechanismen nach einer Hirnschädigung.

    Unsere Forschungsgruppe untersucht die Funktion von Glukosetransportern der SLC-Genfamilie im menschlichen Gehirn von Verstorbenen, die infolge einer traumatisch bedingten Hirnveränderung (z. B. Schädel-Hirn-Trauma oder Ersticken) zur gerichtlichen Obduktion gelangen. Darüber hinaus wird untersucht, in welchen zeitlichem Verlauf nach der Traumatisierung die verschiedenen Formen der Glukosetransporter exprimiert werden und ob ggf. der Umfang und die Verteilung von SGLT1, SGLT2 und GLUT1 sowie das Verhältnis zueinander Auskünfte über eine vitale bzw. postmortale Entstehung eines Traumas bzw. dessen Überlebenszeit zulässt.

    Hierfür werden Hirnproben bei gerichtlich angeordneten Obduktionen entnommen und im Labor aufbereitet. Die Proben werden sowohl immunologisch (Immunoblotting, Immunfluoreszenzmikroskopie), als auch molekularbiologisch (Real-Time quantitative Polymerase-Kettenreaktion) auf die Expression der Glukosetransporter untersucht. Hierfür werden neben Protein- und RNA-Lysaten ebenfalls Kapillare aus dem Gesamtgewebe isoliert um einen detaillierten Blick auf die BHS zu erhalten.

    Die Ergebnisse aus den humanen Hirnproben werden mit den Ergebnissen aus einem in vitro Traumamodell mit humanen Hirnendothelzellen verglichen, sodass ein Expressionsschema der Glukosetransporter in Abhängigkeit von Todeszeitpunkt und Todesursache generiert werden kann.

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