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Intern
    Lehrstuhl für klinische Epidemiologie und Biometrie

    Optimierung der VERsorgung BEatmeter Patienten in der AußerStationären Intensivpflege (OVER-BEAS)

    Leitung:

    Prof. Dr. Bernd Reuschenbach (Katholische Stiftungsfachhochschule München, Fachbereich Pflege)

    Dr. Kirsten Haas (Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie (IKE-B), Universität Würzburg)

    Prof. Dr. Peter Heuschmann (Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie (IKE-B), Universität Würzburg)

    Prof. Dr. Thomas Wurmb (Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie des Universitätsklinikums Würzburg)

    Koordination:

    Dr. Kirsten Haas (Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie (IKE-B), Universität Würzburg)

    Projektbeteiligte:

    Medizinischer Dienst der Krankenversicherung in Bayern

    Pflegedienst Elke Doddenhoff GmbH

    Heimbeatmungsservice Brambring Jaschke GmbH

    Thoraxklinik Bezirk Unterfranken, Weaning-Zentrum, Dr. Bernd Seese

    42 Kliniken mit zertifizierter Stroke Unit bundesweit

    Projektförderung:

    aus Mitteln des Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Förderung von Versorgungsforschung (Projekt: 01VSF17008)

    Stand:

    In Vorbereitung, Laufzeit bis 8/2021

     

    Aufgrund technischer Weiterentwicklungen wird die Möglichkeit einer außerstationären invasiven und nicht-invasiven Beatmung, d.h. Versorgung in häuslicher Umgebung oder in ambulant betreuten Wohngruppen, zunehmend genutzt. Es wird geschätzt, dass die Zahl der betroffenen Patienten zwischen 5.500 bis 20.000 Menschen in Deutschland liegt.
    Allerdings gibt es kaum Informationen über die Versorgungssituation und Versorgungsqualität von außerstationär beatmeten Menschen. Allein die Identifikation von Heimbeatmungsfällen und der bei diesen Personen erbrachten Leistungen und Leistungsergebnisse anhand von Routinedaten ist kaum möglich. Ein umfängliche Einschätzung zur Qualität der Versorgung aus der Sichtweise der Betroffenen, beruflich Pflegenden, Ärzten und Home Care Providern fehlt ebenso, wie eine Transparenz zum Versorgungsgeschehen an den Schnittflächen zwischen stationärer und außer-stationärer Versorgung.

    Ziel des Projektes ist, die Situation für den bayrischen Raum zu beschreiben.

    Gewählt wurde ein Mixed-Method-Design, in dem unterschiedliche qualitative und quantitative Methoden kombiniert werden. Hierzu zählen: Analyse von Routinedaten; qualitativen Befragungen von Betroffenen, Anbietern sowie professionellen Akteuren; Befragungen von Notfallmedizinern, Pflegern und Ärzten; sowie systematische Literaturrecherche und Evidenzbewertung.

    Im Einzelnen werden folgende Punkte untersucht:

    1. Ist-Analyse der derzeitige Versorgung von Patienten im Bereich der außer-stationären Intensivpflege in Bayern 

    Anhand von Routinedaten des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) wird eine Ist-Analyse der derzeitige Versorgung (Fehl- bzw. Unter/ Überversorgung) von Patienten im Bereich der außer-stationären Intensivpflege in Bayern durchgeführt.

    Ziel ist es, eine Bestandsaufnahme der derzeitigen Versorgungssituation beatmeter Patienten in der außerstationären Intensivpflege in Bayern zu erhalten.

    2.Analyse der Versorgung außerstationär beatmeter Patienten am „point of care“ mittels qualitativer Befragungen

    In Rahmen von qualitativen Interviews werden Erwartungen, Qualitätseinschätzungen und subjektive Sichtweisen der Versorgungssituation von Betroffenen, Anbietern sowie professionellen Akteuren in der Versorgung von außerstationär beatmeten Patienten erhoben.

    Ziel ist eine umfängliche Darstellung der Sichtweise von Nutzern und professionellen Akteuren zur derzeitigen Versorgungssituation von außerstationär beatmeten Patienten in der häuslichen Umgebung oder in ambulant betreuten Wohngruppen, sowie der Anforderungen, die Nutzer und Akteure an die Versorgung dieser Patienten stellen.

    3. Analyse prä- und poststationärer Schnittstellenproblemen in der Versorgung von außerstationär beatmeten Patienten

    Im Rahmen der Auswertungen von Routinedaten aus der stationären Behandlung, Experten-interviews sowie der Befragung von Notärzten erfolgt umfangreiche Analyse der Versorgungswege von sowie in stationäre Einrichtungen.

    Ziel ist eine exemplarische Darstellung der Abklärung des Weaning-Potentials, der Identifikation von Optimierungsbedarf im Überleitungsmanagement in die häusliche Versorgung sowie die Erfassung von Schnittstellenproblemen in der notfallmedizinischen Versorgung in Bayern.

    4. Entwicklung von evidenzbasierten Indikatoren zur Messung der Qualität der Versorgung von außerstationär beatmeten Patienten

    Mittels eines standardisierten, evidenzbasierten Prozesses werden durch eine multidisziplinäre Arbeitsgruppe Indikatoren zur Messung der Qualität der Versorgung von Patienten im Bereich der außer-stationären Intensivpflege entwickelt und konsentiert.

    Ziel ist die Bereitstellung eines Satzes von Qualitätsindikatoren zur umfassenden Darstellung der Struktur-, Prozess- und Outcomequalität in der Versorgung von beatmungspflichtigen Patienten in der ambulanten Intensivpflege. Diese Indikatoren können späteren Qualitätssicherungsinitiativen zur Messung der Qualität der Versorgung sowie zur Identifikation von möglichen Verbesserungspotenzialen dienen.

    5. Entwicklung von Empfehlungen für Interventionen zur Verbesserung der Versorgung von außerstationär beatmeten Patienten

    Mit den Ergebnissen der Punkte 1 bis 4 sowie einer systematischen Literaturrecherche werden in geeignete Interventionsstrategien zur Verbesserung der Versorgung von außerstationär beatmeten Patienten entwickelt.