piwik-script

Deutsch Intern
    Institut für Rechtsmedizin

    Thema

    Das Schädel-Hirn-Trauma ist ein häufiger Befund im rechtsmedizinischen Obduktionsgut. Die makro- und mikromorphologischen Veränderungen wurden in der Vergangenheit immer wieder systematisch untersucht. In jüngerer Zeit lag der Fokus auf dem Nachweis von Akutphase-Proteinen oder Natrium-Glucose-Transportern. Wir untersuchen in einer laufenden Studie das Vorkommen und die Verteilung von Mikroglia, Astroglia und Makrophagen im traumatisierten Gewebe bei verschiedenen Überlebenszeiten.

    Mikroglia ist ein wichtiger Bestandteil der angeborenen Immunabwehr des Zentralnervensystems und derzeit eine häufig untersuchte Zellart bei zahlreichen neurodegenerativen Erkrankungen wie M. Alzheimer oder malignen Tumoren wie dem Glioblastom. Astroglia dient dem stationären Schutz der Nervenzellen und reagiert auf deren Schädigung. Die aus dem Knochenmark stammenden Makrophagen wandern bei einer Verletzung der Blut-Hirn-Schranke ins Zentralnervensystem ein.

    Kontusioniertes und nicht-kontusioniertes Gewebe aus definierten Gehirnregionen (Großhirnrinde, Großhirnmark, Brücke, Kleinhirn) wird histologisch und immunhistochemisch untersucht. Zur Anwendung kommen sowohl die in der Vergangenheit mehrfach verwendeten Antikörper gegen GFAP (Astroglia) und CD68 (unspezifischer Makrophagen-Marker) als auch neuere Antikörper gegen iNOS oder CD206 (Unterscheidung von M1- bzw. M2-Mikroglia), CCR2 (knochenmarksstämmige Makrophagen) und TMEM119 (Mikroglia).

    Die bisherigen Ergebnisse lassen vermuten, dass Mikroglia bereits in einer sehr frühen Phase in das traumatisierte Gewebe einwandert, während die Reaktion von Astroglia zeitlich mit Verzögerung folgt. Diese ersten Ergebnisse geben Hinweise darauf, dass auch kurze Überlebenszeiten nach Schädel-Hirn-Trauma eingegrenzt werden können.